Weltwoche-Chef Köppel: „Man hat an der Grenze versagt, man hat zu viele und die Falschen reingelassen“
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„Ich frage mich: Was läuft denn da eigentlich falsch in Deutschland?“ sagt der frühere Chefredakteur der Welt und heutige Herausgeber der Schweizer Weltwoche, Roger Köppel, im Gespräch mit NIUS-Politikchef Ralf Schuler. Der SVP-Politiker sieht insbesondere in der Migrationspolitik bei den Deutschen große „Verdrängungsprobleme“.
Das ganze Interview „Schuler! Fragen, was ist“ sehen Sie hier:
„Nicht nur Raktenwissenschaftler und Ingenieure, auch Kriminalität“
Köppel kennt die Probleme mit der Migration auch aus der Schweiz. „Man muss wissen: In der Schweiz hatten wir pro Kopf der Bevölkerung eine höhere Zuwanderung als in Deutschland. Und da kamen nicht nur Raketenwissenschaftler oder Ingenieure, sondern die Kriminalität ist ebenfalls nach oben gegangen. Wir haben überdurchschnittlich viele straffällige Asylbewerber.“

Roger Köppel (59) ist seit 2006 der Verleger der Schweizer Weltwoche
„Man hat an der Grenze versagt, man hat zu viele und die Falschen reingelassen. Im Land konnte man damit nicht umgehen“, analysiert der Journalist.
„Es ist auch ein Verdrängungsproblem“
Der frühere Politiker der Schweizerischen Volkspartei hält den Umgang mit Migration in Deutschland für ein tiefgehendes Problem. „Ich glaube, es ist ein umfassendes Problem, bei dem vieles hineinspielt. Es ist auch ein Verdrängungsproblem, das habe ich gemerkt, als ich hier noch gearbeitet habe. Man hat natürlich auch aus historischen Gründen sehr empfindlich reagiert, wenn die Linken gekommen sind mit dem Vorwurf, das sei Rassismus, wenn man auf Probleme der Migration hingewiesen hat.“

Brandmauer aus Schweizer Sicht „verrückt“
Was denkt Köppel darüber, dass Unionschef Merz weiter an der Isolation von der Alternative für Deutschland festhält? „Aus Schweizer Sicht ist das verrückt. Also auch dieses Konzept ‚Brandmauer‘. Wir Schweizer sind halt noch nicht so eine hochzivilisierte Kultur. Wir kennen dieses Konzept Brandmauer nicht, wir reden immer noch miteinander“, sagt Köppel mit einer gewissen Ironie. Aber Spaß beiseite. „Ich halte das für komplett verrückt, dass man so argumentiert in einer Demokratie.“

Köppel saß von 2015 bis 2023 im Schweizer Nationalrat
„Du kannst doch nicht in einem Parlament als gewählter Vertreter – bei sachlicher Übereinstimmung – die Leute, die mit dir zusammen ein Problem lösen würden, einfach ausgrenzen und sagen: ‚Mit denen arbeite ich nicht zusammen‘. Aber, so ist mein Eindruck, dass das ja jetzt langsam etwas am Zerbröseln und am zu Bröckeln ist. Und, dass da sich die Demokratie durchsetzt, auch im Parlament.“
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