Umfrage Abgeordnetenhauswahl in Berlin: CDU nur noch knapp vor AfD
Ein Beitrag von
Die CDU von Kai Wegner liegt in Berlin nur noch knapp vor der AfD. Das zeigt eine exklusive Sonntagsfrage von INSA für NIUS. Bei einer Wahl am kommenden Sonntag käme die CDU auf 20 Prozent. Im Vergleich zur vorherigen INSA-Erhebung vom April verliert die Union damit einen Punkt. Die AfD legt dagegen zu: Sie erreicht 18 Prozent und gewinnt im Vergleich zur vorherigen INSA-Umfrage einen Punkt hinzu.
Die SPD kommt auf 16 Prozent und verliert gegenüber der letzten INSA-Erhebung ebenfalls einen Punkt. Grüne und Linke erreichen jeweils 15 Prozent und bleiben damit unverändert. FDP und BSW liegen mit jeweils vier Prozent weiter unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP legt im Vergleich zur vorherigen INSA-Umfrage um einen Punkt zu, das BSW bleibt unverändert. Sonstige Parteien kommen zusammen auf acht Prozent, ebenfalls unverändert. Die Zahlen wurden im Befragungszeitraum vom 4. bis 8. Mai 2026 erhoben.
Mehrheit möchte Wegner nicht mehr als Bürgermeister
Gleichzeitig zeigt eine weitere exklusive INSA-Umfrage für NIUS: Die Mehrheit der Berliner will nicht, dass Kai Wegner nach der kommenden Wahl zum Abgeordnetenhaus im September Regierender Bürgermeister bleibt.
Demnach wünschen sich nur 33 Prozent der Befragten, dass der CDU-Politiker sein Amt auch nach der Wahl behält. 52 Prozent sprechen sich dagegen aus. 14 Prozent wissen es nicht, zwei Prozent machen keine Angabe.
Auch die bisherige Arbeit Wegners wird von einer Mehrheit negativ bewertet. Nur ein Drittel der Berliner hält seine Leistung als Regierender Bürgermeister für gut: Neun Prozent bewerten sie als „sehr gut“, 24 Prozent als „eher gut“. Dagegen kommen die negativen Bewertungen zusammen auf 54 Prozent: 35 Prozent halten Wegners Leistung für „eher schlecht“, 19 Prozent sogar für „sehr schlecht“. Zehn Prozent antworten mit „weiß nicht“, drei Prozent machen keine Angabe.

CDU nur knapp vor der AfD
Die Sonntagsfrage macht Wegners Problem noch deutlicher. Zwar liegt seine CDU mit 20 Prozent auf Platz eins. Der Vorsprung auf die AfD beträgt aber nur noch zwei Prozentpunkte. Die SPD, mit der Wegner derzeit regiert, kommt nur auf 16 Prozent. Gemeinsam kämen CDU und SPD damit auf 36 Prozent.
Auch rechnerisch wäre die Lage kompliziert. Grüne und Linke liegen mit jeweils 15 Prozent gleichauf. FDP und BSW würden mit jeweils vier Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus nach dieser Umfrage verpassen. Die Sonstigen liegen zusammen bei acht Prozent.
Die Sonntagsfrage wurde vom 4. bis 8. Mai 2026 als Online-Befragung durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Personen. Die maximale Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 3,1 Prozentpunkten.
Selbst beim Koalitionspartner SPD nur knappe Zustimmung
Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche Wegners beim Blick auf die Parteianhänger. Zwar steht die eigene CDU-Basis noch klar hinter ihm: 68 Prozent der CDU-Anhänger wünschen sich, dass Wegner Regierender Bürgermeister bleibt. Nur 25 Prozent sind dagegen.
Bei den SPD-Anhängern, also den Wählern des Koalitionspartners, fällt die Zustimmung deutlich verhaltener aus. 51 Prozent wollen Wegner weiter im Amt sehen, 35 Prozent nicht. Bei den Grünen-Anhängern kippt das Bild bereits: Nur 33 Prozent wünschen sich Wegners Verbleib, 51 Prozent lehnen ihn ab.
Besonders hart fällt das Urteil bei den Oppositionsanhängern aus. Unter AfD-Anhängern wollen nur 19 Prozent Wegner weiter als Regierenden Bürgermeister sehen, 71 Prozent sprechen sich dagegen aus. Bei Anhängern der Linken sind es 20 Prozent Zustimmung und 66 Prozent Ablehnung. Unter BSW-Anhängern liegt die Ablehnung bei 74 Prozent, nur 15 Prozent wollen Wegner weiter im Amt sehen. Bei der FDP sagen 52 Prozent ja und 43 Prozent nein, wobei die Fallzahl hier ebenso wie beim BSW sehr klein ist.

Oberschicht steht zu Wegner, Unter- und Mittelschicht nicht
Auffällig ist auch die soziale Spaltung in der Bewertung Wegners. In der Oberschicht wünschen sich 56 Prozent, dass Wegner im Amt bleibt. Nur 33 Prozent sind dagegen. In der Mittelschicht sieht es anders aus: Dort wollen nur 29 Prozent Wegner weiter als Regierenden Bürgermeister, 57 Prozent wollen das nicht. In der Unterschicht ist die Ablehnung noch stärker: 23 Prozent sprechen sich für Wegner aus, 61 Prozent gegen ihn.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Bewertung seiner bisherigen Leistung. In der Oberschicht halten 59 Prozent Wegners Arbeit für gut, 35 Prozent für schlecht. In der Mittelschicht bewerten nur 28 Prozent seine Arbeit positiv, 58 Prozent negativ. In der Unterschicht sind es 24 Prozent positive und 62 Prozent negative Bewertungen.


AfD- und BSW-Anhänger urteilen am härtesten
Nach Parteianhängern betrachtet bewerten CDU-Wähler Wegners bisherige Arbeit klar am besten: 66 Prozent halten sie für gut, 28 Prozent für schlecht. Bei SPD-Anhängern sind es 49 Prozent gute und 41 Prozent schlechte Bewertungen.
Bei allen anderen größeren politischen Lagern überwiegt die Kritik. Unter Grünen-Anhängern bewerten 33 Prozent Wegners Arbeit gut, 55 Prozent schlecht. Bei Linken-Anhängern sind es 28 Prozent gut und 58 Prozent schlecht. Besonders deutlich fällt das Urteil bei AfD- und BSW-Anhängern aus: 74 Prozent der AfD-Anhänger und 70 Prozent der BSW-Anhänger bewerten Wegners Arbeit negativ. Nur 16 Prozent der AfD-Anhänger und 14 Prozent der BSW-Anhänger halten seine Leistung für gut.

Die Umfrage zu Wegner wurde vom 4. bis 8. Mai 2026 als Online-Befragung durchgeführt und stützt sich auf die permanente Telefon-Befragung INSA-Perpetua Demoscopia. Befragt wurden 1.000 Personen aus Berlin ab 16 Jahren.
Mehr NIUS:
Sonntagsfrage: 20-30-Kipppunkt nur noch einen Prozentpunkt entfernt!
INSA-Umfrage: Mehrheit will Politiker-Beleidigungsparagraf abschaffen
Forsa-Umfrage: Union verliert, FDP erreicht wieder die Fünf-Prozent-Marke
Sachsen-Anhalt: AfD dominiert fast alle Altersgruppen – nur bei den über 70-Jährigen liegt die CDU vorn
Deutschlandtrend der ARD: AfD vor CDU/CSU
Bayern zählt 2025 mehr als doppelt so viele linke wie rechte Judenhass-Fälle
RKI: Drei Viertel der Tuberkulosefälle betreffen im Ausland Geborene
Mehrheit widerspricht Merz: 67 Prozent der Bürger sehen Migrationsproblem nicht gelöst
Mehr NIUS:
Sachsen-Anhalt: AfD dominiert fast alle Altersgruppen – nur bei den über 70-Jährigen liegt die CDU vorn
Deutschlandtrend der ARD: AfD vor CDU/CSU
Bayern zählt 2025 mehr als doppelt so viele linke wie rechte Judenhass-Fälle
RKI: Drei Viertel der Tuberkulosefälle betreffen im Ausland Geborene
Mehrheit widerspricht Merz: 67 Prozent der Bürger sehen Migrationsproblem nicht gelöst
64 Prozent der Deutschen sagen: Merz wird häufiger kritisiert als frühere Kanzler
Umfrage: AfD dominiert bei links-konservativen Beschäftigten und Arbeitssuchenden
Wirtschaftskompetenz: Unternehmer sehen Union vor AfD
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare