„Ich würde mich als Renegaten bezeichnen“ – Jan A. Karon | Inside NIUS mit Helena
In dieser Folge von Inside NIUS mit Helena spricht Helena Gebhard mit Jan A. Karon über seinen Weg durch den etablierten Medienbetrieb, politische Zensur und den Moment, der ihm klarmachte, dass er journalistisch einen anderen Weg gehen muss.
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Jan studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Literaturwissenschaft, arbeitete für Zeit Online, den Stern und das ZDF und war als Host und Redakteur an investigativen Formaten beteiligt. Lange verstand er sich selbst als Teil des linken Mainstreams. Doch mit der Zeit und vor allem durch eigene Recherchen – veränderte sich seine Sicht auf Migration, Sicherheit und gesellschaftliche Realität.
Ein Wendepunkt war ein emotionaler Tweet nach einem Gewaltverbrechen in seiner Heimat. Jan beschreibt, wie er daraufhin öffentlich ausgegrenzt, in die Nähe von Rassismus gerückt und faktisch „gecancelt“ wurde. Er entschied sich bewusst gegen eine Entschuldigung und für einen Bruch mit dem medialen Milieu, in dem er bis dahin gearbeitet hatte.
Vom linken Mainstream zur migrationskritischen Haltung
Im Gespräch schildert Jan die chaotischen Anfangsjahre von NIUS, den Aufbau eines Medien-Startups unter enormem Druck und die wachsende Wirkmacht des Projekts. Heute sieht er NIUS als relevante Kontrollinstanz, die Politik unter Zugzwang setzt und Themen in den öffentlichen Diskurs bringt, die lange ausgeblendet wurden.
Sehr eindrücklich spricht Jan über seine politische Entwicklung: vom linken Mainstream hin zu einer migrationskritischen Haltung, ausgelöst durch Recherchen, Reisen, Gespräche mit Sicherheitskräften und Erfahrungen in Krisengebieten wie Israel, Lampedusa und auf der Balkanroute. Besonders prägend sei für ihn die Diskrepanz zwischen medialer Erzählung und erlebter Realität gewesen.
Auch die persönlichen Konsequenzen spart Jan nicht aus: soziale Brüche, veränderte Freundeskreise – aber auch das Gefühl von Freiheit, endlich ohne Selbstzensur arbeiten zu können. Zum Abschluss spricht er über sein neues Buch „Bastardmoderne“, über gesellschaftliche Verwerfungen und darüber, warum es ein dickes Fell braucht, um in diesen Zeiten Journalist zu sein.
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Helena Gebhard
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