Kabarettist Marco Rima über die Folgen der Corona-Zeit: „Viele Leute wurden emotional wirklich unfassbar verletzt“
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Der Schweizer Kabarettist Marco Rima nimmt bei deutscher Politik kein Blatt vor den Mund. Bei „Schuler! Fragen, was ist“ gewährt der 63-Jährige Einblick in seine schweizer Perspektive auf das deutsche Geschehen – von Corona bis Neuwahl. Und er hat einige Punkte, wo etwas mehr direkte Demokratie dem deutschen System guttun würde.
Rima kritisiert Vorverurteilung der AfD
Der Schweizer ärgert sich in der heutigen Debatte darüber, dass viele Leute über die AfD herziehen. „Ich bin wirklich ich in keiner politischen Gruppierung – als Schweizer schon gar nicht –, aber es würde vielen mal gut anstehen, das Parteiprogramm der AfD zu lesen. Sie hat nämlich sehr viele Elemente drin, die der Schweizer Politik entsprechen.“ So gibt es viele Verweise auf mehr direkte Demokratie. „Jede Partei hat irgendwas, was spannend ist. Jede Partei hat aber auch Leute, wo man so denkt: ‚Boah, nee‘. Aber das muss eine Demokratie aushalten.“ Rima ist sich sicher, dass man nur in der Debatte und Diskussion eine Partei schlagen könne. Ein Verbot hingegen sei die denkbar schlechteste Idee.

Marco Rima ist studierter Grundschullehrer – entschied sich jedoch für eine Karriere als Comedian.
Corona-Zeit hat die Lager stark ideologisiert
Auf die Frage, woher die Ideologisierung in den vergangenen Jahr entstammt, weiß der Schweizer eine Antwort: „Angst, Angst, es ist immer wieder die Angst. Wenn man es schafft, die Leute in Angst und Schrecken zu versetzen, dann reagieren sie merkwürdig.“ Rima, der mit seiner Frau in der Schweiz lebt, ist als Coronamaßnahmen-Kritiker seinem Gegenüber auch nicht nachtragend. „Ich finde es immer super, wenn man sich im Nachhinein trifft und der eine oder andere sagt: ‚Es tut mir total Leid‘.“ Man müsse stets die Hand ausstrecken und Menschen eine zweite Chance geben.

Mit der „Wochenshow“ wurde Rima ab 1996 auf Sat1 bekannt
Corona-Zeit gehört politisch und emotional aufgearbeitet
Auch wenn Rima inzwischen wieder mit vielen Menschen versöhnt ist, wünscht er sich eine Aufarbeitung für die Corona-Zeit, „nicht nur politisch, sondern auch emotional, weil viele Leute wurden wirklich emotional unfassbar verletzt und das wäre schon schön, wenn so was nicht noch einmal geschieht“. Deshalb möchte er sein Publikum auf der kommenden Tournee wieder herzlich zum Lachen bringen.

Rima fügt hinzu: „Die Welt ist schön, viele Dinge laufen nicht toll. Aber wenn ich auf meine 60 Jahre zurückschaue, dann ähneln sich die Dinge immer wieder.“ Er habe das Gefühl, die deutsche Politik wolle die Welt retten. Man wolle nicht morgen, sondern schon gestern Dinge verändert haben. „Veränderungen brauchen Zeit und Geduld. Das hat die Schweiz wieder Deutschland etwas voraus.“
Das ganze Interview mit Marco Rima können Sie hier anschauen.
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