Kein Verständnis für politische Korrektheit!
Sie gelten als absolute Kult-Streifen, die mehrere Generationen im Kino und im Fernsehen begeistert haben: die „Winnetou“-Filme. Doch seit geraumer Zeit stehen die Klassiker in der Kritik. Die einen sind der Meinung, es handle sich bei den Verfilmungen der Bücher von Karl May um kulturelle Aneignung. Darunter versteht man, dass eine fremde Kultur Elemente einer anderen Kultur übernimmt. Die anderen sind der Meinung, es handle sich dabei um Diskriminierung und Rassismus.
Dies sieht die Schauspielerin Uschi Glas (79) ganz anders. „Ich finde es absolut lächerlich,“ sagte sie gegenüber dpa. „Der Aufhänger ist ja eigentlich der, dass Karl May und dass diese Filme rassistisch gewesen sein sollen“, so die Schauspielerin zu der Debatte.

Mittelpunkt der Debatte: „Winnetou"
„Ich kann die Aufregung nicht nachvollziehen!“
„Und da muss ich doch entschieden dagegen sprechen: Karl May hat immer dafür gestanden – also das war sein Living und auch sein Träumen –, dass er die Völker verbinden wollte. Sprich: Der Winnetou und der Old Shatterhand, das waren Blutsbrüder. Und die beiden, die waren die Guten.“ Sie könne nicht nachvollziehen, was daran rassistisch sein solle.
Auch die Aufregung um das Wort „Indianer“ kann Glas nicht nachvollziehen. Es sei „irgendwie so aus dem Nichts, aus dem Täschchen gezogen, dass man jetzt sagt: ‚Ah, das machen wir jetzt auch nicht mehr und das ist politisch not correct. Und dann haben wir schon wieder was, was wir verboten haben. Und da kann man gut weiter dran arbeiten, noch mehr zu verbieten.‘“

Pierre Brice galt als der bekannteste Winnetou-Darsteller.
Es scheint, als ob die Schauspielerin die Welt nicht mehr versteht: „Und wenn es eben jetzt so ist: Wie soll man jetzt diese Menschengruppe, die immer so hieß, denn nennen? In dem Wort Indianer, da muss mich jemand aufklären, ist für mich nichts Beleidigendes drin.“
Uschi Glas hatte in den „Winnetou“-Filmen der 1960er Jahre einst das „Halbblut Apanatschi“ verkörpert. Pierre Brice spielte in dem Kino-Hit von 1966 Winnetou und Lex Parker Old Shatterhand.
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