Trotz Waffenruhe: USA und Iran liefern sich neue Angriffe in Golfregion
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Die USA und der Iran haben sich in der Golfregion trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitig angegriffen. Als Reaktion auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers bombardierte das US-Militär im Iran Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Bereich der Straße von Hormus, wie das zuständige Regionalkommando Centcom auf X mitteilte.
Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an, unter anderem mit ballistischen Raketen. Kuwaits Luftabwehr war laut Armeeangaben im Einsatz. Auch in Bahrain schrillten wieder Sirenen.
Das US-Militär sprach von einer „verhältnismäßigen“ Antwort auf den iranischen Abschuss des Apache-Kampfhubschraubers vor der Küste des Omans. Die US-Streitkräfte seien bereit, sich weiter gegen „ungerechtfertigte iranische Aggressionen“ zu verteidigen, teilte Centcom weiter mit. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den Iran für den Abschuss des Hubschraubers verantwortlich gemacht und Vergeltung angekündigt. Er sprach später von einer „sehr starken, sehr kraftvollen“ Antwort auf Irans Vorgehen.
US-Medienberichten zufolge erfolgten die Angriffe im Iran in drei Wellen und richteten sich gegen rund 20 Ziele. Iranische Medien berichteten unter anderem über Explosionen in der Stadt Sirik an der Straße von Hormus sowie auf der Insel Qeschm. Auch aus dem Bereich der Großstadt Bandar Abbas gab es Berichte über Einschläge. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden zwei Wassertanks in einem Bezirk von Sirik getroffen, die dortige Trinkwasserversorgung sei unterbrochen.
Iran: Wir lassen keine Bedrohung unbeantwortet
Das US-Militär sprach von „Selbstverteidigung“, Irans Militär dagegen von einem „fadenscheinigen“ Vorwand. Irans Außenminister Abbas Araghtschi drohte den USA in Reaktion auf das Bombardement prompt Gegenschläge an. „Unsere schlagkräftigen Streitkräfte werden keinen Angriff und keine Bedrohung unbeantwortet lassen“, schrieb er auf X. „Verlassen Sie unsere Region, wenn Sie in Sicherheit sein wollen. Die Geschichte des Persischen Golfs kennt viele Kapitel über das tragische Schicksal von Eindringlingen.“
Nur wenig später führten Irans Revolutionsgarden – die Elitestreitmacht der Islamischen Republik – nach Angaben iranischer Medien eine Drohnenattacke auf das Hauptquartier der US-Marine für den Nahen Osten in Bahrain aus. Zudem sei ein Stützpunkt in Jordanien angegriffen worden, hieß es. Der arabische Sender Al Jazeera meldete am frühen Morgen unter Berufung auf das jordanische Militär, dass fünf iranische Raketen abgefangen worden seien. Keine dieser Angaben konnte zunächst unabhängig überprüft werden. Am frühen Morgen schrillten unterdessen auch in Bahrain abermals die Sirenen.
Die Inselnation war wie Kuwait und andere Golfstaaten schon zuvor mehrfach unter iranischen Beschuss geraten. Sie alle beherbergen US-Militärstützpunkte, die sich nur wenige Hundert Kilometer von der Islamischen Republik entfernt befinden. Ungeachtet der erneuten Angriffe sagte US-Präsident Trump dem Sender ABC News in einem Telefoninterview – wohl mit Blick auf die zähen Verhandlungen mit Teheran im Ringen um ein Kriegsende –, es gebe ein „sehr gutes Abkommen“. Dieses werde wahrscheinlich Bestand haben.
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