Warum der Nürnberger Fall an die Grooming-Gangs von Rotherham und Rochdale erinnert
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Lange blickte Deutschland fassungslos auf die Grooming-Gang-Skandale in Großbritannien. Auf die Berichte über systematischen Missbrauch, behördliches Wegsehen und eine Gesellschaft, die die Wahrheit aus politischer Korrektheit nicht wahrhaben wollte. Nun ist das amtlich, was bereits vielen klar war: Das Problem existiert nicht nur auf der anderen Seite des Ärmelkanals. In Nürnberg offenbart sich erstmals auch in Deutschland eine Struktur, in der junge Mädchen durch migrantische Straftäter gezielt in Abhängigkeit gebracht und sexuell ausgebeutet wurden. Dabei ist klar: Der nun aufgedeckte Fall ist mit Sicherheit nicht der einzige in Deutschland – sondern lediglich der erste, der öffentlich bekannt wurde.
Es ist ein Verbrechen, das Assoziationen an Rotherham, Rochdale oder Telford weckt: Junge, meist minderjährige Mädchen aus prekären Familien- und Wohnverhältnissen sollen im Umfeld des Nürnberger Hauptbahnhofs gezielt von Syrern, Pakistanern und Nordafrikanern aus der Drogenszene angesprochen, mit Zuneigung und Geschenken umworben und später durch Drogenabhängigkeit sexuell verfügbar gemacht worden sein. Die Polizei ermittelt wegen Betäubungsmittel- und Sexualdelikten, eine eigene Ermittlungskommission mit dem Namen „EKO Kajal“ wurde eingerichtet.

Der Nelson-Mandela-Platz hinter dem Hauptbahnhof ist einer der zentralen Schauplätze des Nürnberger Grooming-Skandals.
Auch die Täter von Nürnberg gingen systematisch vor
Die Parallele zu den britischen Grooming-Gang-Skandalen liegt dabei zum einen in der Struktur des Missbrauchsskandals: vulnerable Mädchen, öffentliche Räume mit krimineller Infrastruktur, anfängliches „Grooming“ durch Aufmerksamkeit und Geschenke, anschließende Kontrolle durch Abhängigkeit, Scham, Angst oder Gewalt.
Auch in England begann vieles nicht mit dem Bild des organisierten Verbrechens, sondern mit übersehenen Jugendlichen, denen Behörden zu spät glaubten. Dass das Vorgehen der mutmaßlichen Täter von Nürnberg systematisch war und es sich nicht lediglich um mehrere zusammengefasste Einzelfälle handelt, legt bereits die Darstellung der Polizei nahe. In ihrer Pressemitteilung verweist sie ausdrücklich auf „umfangreiche Strukturermittlungen“ und beschreibt ein wiederkehrendes Muster.

Die verurteilten Mitglieder des sogenannten Oxford-Grooming-Rings. Der Fall wurde zum Symbol eines Skandals, bei dem Mädchen über Jahre systematisch sexuell ausgebeutet wurden, während Warnsignale von Behörden und Institutionen lange nicht konsequent verfolgt wurden.
Herkunfts- und Milieufragen wurden aus Angst vor Rassismusvorwürfen ausgeblendet
Und noch eine weitere politisch brisante Parallele drängt sich auf: Dass gerade Migranten ein derart leichtes Spiel in Nürnberg hatten, lässt auf ähnliche Reflexe wie in England schließen, wo Behörden den schweren Fehler machten, Herkunfts- und Milieufragen aus Angst vor Rassismusvorwürfen auszublenden und Kritik am Massenzuzug von Männern aus Kulturen, in denen Frauen weniger wert sind, durch Vielfaltsfolklore zu ersetzen. Genau hier lag auch in Großbritannien ein Kernversagen: Ausbeutung wurde zu lange als Randgruppenproblem, Promiskuität oder Verwahrlosung missverstanden.
NIUS berichtete im vergangenen Jahr mit einer großen Dokumentation „UK Grooming Gangs“. Darin geht Autor und Reporter Jan A. Karon dem Missbrauchsskandal auf den Grund und spricht mit Aktivisten, Überlebenden, Ermittlern, Journalisten und Politikern über die Auswüchse des Skandals – und was dieser über das Vereinigte Königreich verrät. Sie können die Doku hier anschauen:
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