BKA: 410 islamistische Gefährder halten sich in Deutschland auf
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Das Bundeskriminalamt (BKA) betrachtet derzeit 410 Menschen als islamistische Gefährder. Diese seien dem Bereich des islamistischen Terrorismus/Extremismus zuzuordnen. Zum Vergleich: Die Behörde zählt derzeit 65 Gefährder im Bereich Rechtsextremismus und 17 Gefährder im Bereich Linksextremismus.
Die Zahlen spiegeln den Stand 1. Juli 2026 wider. Als Gefährder gelten Personen, denen größere Gewalttaten wie Anschläge zugetraut werden.
Die Gründe für eine Ein- oder Ausstufung von Gefährdern durch die Polizeien der Bundesländer seien vielfältig und unterlägen jeweils einer Einzelfallbetrachtung, erläuterte das BKA dem RND-Bericht zufolge.

Der Berliner CSD wurde am Wochenende zum Ziel einer Terror-Attacke, eine Frau wurde getötet, zahlreiche Menschen zum Teil schwer verletzt.
Eltern wenden sich an Radikalisierungs-Beratungsstelle
Auch die „Beratungsstelle Radikalisierung zur Islamismus-Prävention“ des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) registriert laut Welt ein hohes Aufkommen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gingen dort 165 Beratungsanfragen zu islamistischer Radikalisierung ein. Nach Angaben des BAMF bewegt sich das Niveau damit auf dem Stand von 2023, als im gesamten Jahr 374 Anfragen erfasst wurden.
Mehr als die Hälfte der Anfragen stammte 2025 von Institutionen wie Schulen, weitere knapp 43 Prozent kamen aus dem familiären Umfeld mutmaßlich radikalisierter Personen. Den größten Anteil stellten dabei Eltern. Das Durchschnittsalter der mutmaßlich Radikalisierten lag 2025 bei knapp 19 Jahren.
Auch Abdul Ballout wurde als Gefährder geführt
Nach Einschätzung des BAMF markierte der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 einen Wendepunkt. Seither sei die gesellschaftliche Sensibilität für islamistische Radikalisierung und Anschläge deutlich gestiegen, was sich in höheren Beratungszahlen widerspiegele. Dringende Fälle werden von der Beratungsstelle an regionale Einrichtungen weitergeleitet. Zu ihnen gehört auch das Violence Prevention Network (VPN), das sich um den Terroristen Abdul Ballout kümmerte, der am Wochenende auf dem Berliner CSD eine Frau tötete und 29 Menschen zum Teil schwer verletzte.
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