Andrew und die Epstein Files: Neue Akten werfen Fragen zu Amtsmissbrauch auf
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Passagen aus den Unterlagen im Fall Jeffrey Epstein lenken den Blick erneut auf Ex-Prinz Andrew und seine Zeit als britischer Handelsgesandter (2001 bis 2011). Der Vorwurf, der sich aus den neuen Hinweisen ableitet: Dienstreisen und offizielle Kontakte sollen nicht in erster Linie britischen Interessen gedient haben, sondern Epsteins privatem Vorteil. Darüber berichtet ausführlich die Mail on Sunday, in Deutschland berichtete die Bild zuerst.
Im Mittelpunkt steht dabei auch der Umgang mit Informationen aus Regierungskreisen. Nach Darstellung der Mail on Sunday soll Andrew dank seiner Funktion Zugang zu sensiblen Bankdetails gehabt haben und Inhalte zur Royal Bank of Scotland weitergereicht haben, nachdem das Institut in der Finanzkrise 2008 nur durch eine staatliche Rettung in Höhe von 45 Milliarden Pfund (52 Milliarden Euro) stabilisiert und anschließend teilweise verstaatlicht wurde.
Ein weiterer Themenstrang der veröffentlichten Epstein-Unterlagen betrifft Papiere aus dem Finanzministerium zum Streit um britische Einlagen bei isländischen Pleitebanken. Darüber berichtete demnach die BBC. Die Unterlagen sollen bei Jonathan Rowland gelandet sein, damals Chef der Banque Havilland in Luxemburg. Rowland soll außerdem „vertrauliche“ Telegramme des Außenministeriums zu den Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und China erhalten haben. Andrew habe Epstein anschließend über Rowlands Aktivitäten informiert.

In den Ende Januar veröffentlichten Akten finden sich auch Fotos des früheren britischen Prinzen Andrew (jetzt nur noch Andrew Mountbatten-Windsor), der wegen seiner Verstrickung in den Epstein-Skandal aller seine Titel verlor. Auf diesen ist zu sehen, wie er sich auf allen Vieren über eine junge Frau mit unkenntlich gemachtem Gesicht beugt. Das Bild soll in einem Anwesen Epsteins in New York entstanden sein.
Gleichzeitig offenbaren veröffentlichte E‑Mails das Bild einer Reiseplanung, die auffällig stark auf Finanzthemen zugeschnitten gewesen sein soll. David Stern, Berater in Andrews Umfeld und zugleich in Epsteins Kreis, sollte 2010 einen offiziellen China-Besuch vorbereiten. In einer Nachricht an Epstein schrieb er: „Auf deinen Wunsch hin werde ich KEINE Treffen mit Industrieministerien vorschlagen.“ Stattdessen solle das Programm auf „Finanz-/Vermögensverwaltung“ ausgerichtet werden. Eine weitere Mail soll darauf hindeuten, dass Epstein ein Abendessen in Peking organisierte und überwiegend mit eigenen Kontakten besetzte, darunter Jes Staley, damals Banker bei JPMorgan Chase und Epstein Vertrauter.
Auch der Zuschnitt der Reise wird als bemerkenswert beschrieben: Andrew habe verlangt, dass die ersten vier Tage einer zehntägigen Staatsreise als „privat“ gelten. Stern soll Epstein regelmäßig Fotos geschickt haben, die den Prinzen mit jungen Frauen zeigen, unter ihnen das Model Miya Muqi. Epstein selbst sei dabei nicht vor Ort gewesen.
Aus dem E-Mail-Verkehr stammt zudem ein Vorschlag für ein neues Projekt: Stern habe angeregt, eine „diskrete“ Investmentfirma aufzubauen, ausgerichtet auf „staatliche Unternehmen und Privatvermögen“. Dazu schrieb er: „Das ist der Weg, um chinesisches Privatvermögen zu verwalten.“ Und weiter: Das Unternehmen könne klein sein, „muss aber das Gefühl und den Eindruck vermitteln, dass es über viel Geld und Macht verfügt, einschließlich Zugang zu globaler Macht – siehe Prinz Andrew.“
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