Er plant Anschläge: Mutmaßlicher „Vulkangruppen“-Stichwortgeber unterrichtet an staatlicher Hochschule „Aktivismus“
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Der linksextreme Physiker Guido Arnold gilt als Stichwortgeber für Ökoterroristen wie die „Vulkangruppen“. Nach dem Strom-Terror von Berlin rief er kürzlich in Basel selbst zu Anschlägen auf. Nun kommt heraus: Arnold unterrichtet in diesem Wintersemester an einer staatlichen Kölner Kunsthochschule.
Gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Christian Heck der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM) gibt Guido Arnold dieses Wintersemester das Seminar mit dem Titel „Künstlichkeit und Intelligenz – Medien, Krieg und algorithmische Gewalt“.
Brisant: Arnold gilt als Stichwortgeber ökoterroristischer Gruppen wie der „Vulkangruppen“ und jenen, die ihre Bekennerschreiben auf der linksextremen Plattform „Switch Off“ hochladen beziehungsweise sich unter diesem Label zu Anschlägen bekennen. Auf einer seiner Veranstaltungen in der linksextremen Szene rief Arnold kürzlich selbst zu „Angriffen“ auf und erklärte, dass man „Recherche-Arbeit“ leisten müsse, um weitere Anschlagsziele zu identifizieren. NIUS konnte dem entsprechenden Treffen in Basel unerkannt beiwohnen.

Guido Arnold ist Kopf der linksextremen Gruppe Çapulcu.
Besonders fatal an dem Seminar: Genau die Ideologie, mit der Arnold Terrorismus gegen Infrastruktur und sogar Personen legitimiert, ist auch inhaltliche Basis des „Grundlagenseminars“ an der Kunsthochschule für Medien in Köln (KHM). „Algorithmische Gewalt“ scheint letztlich lediglich eine speziellere Form des totalen „technologischen Angriffs“ zu sein, von dem Arnold unentwegt spricht. Weil uns demnach Technik absolut feindlich gesonnen sei, helfe dagegen nur Terror.
Arnold stellt Ökoterroristen Ideologie und Know-how bereit
Die Nähe des Seminars zu Arnolds Denken ist aber nicht nur wegen Arnolds terroristischer Bestrebungen und seinem Einfluss auf ökoterroristische Kreise bemerkenswert. Arnold und sein „Kollektiv“ Çapulcu, mit dem er durch den deutschsprachigen Raum tourt, stellen zudem Infrastruktur und technisches Wissen bereit, die für terroristische Aktionen von Nutzen sind.
Beispielsweise liefern Arnold und sein Kollektiv Tipps zu bestimmten Programmen, mit denen man seine digitalen Spuren verwischt. Genau solche Programme benutzen dann laut Welt „Vulkangruppen“ beim Hochladen ihrer Bekennerschreiben. In Basel lag zudem ein Handbuch mit konkreten Tipps zur Vernichtung von DNA-Spuren aus. Gerade das völlige Fehlen von DNA-Spuren ist ein Kennzeichen der Taten der „Vulkangruppen“.

Guido Arnold steht im Mittelpunkt eines Ökoterror-Netzes.
Die fatale Nähe zwischen Arnold und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Heck
NIUS fragte bei der KHM an, wie sie verhindern wolle, dass Arnold nicht auch in diesem Seminar zu Terror aufruft, solchen in den Raum stellt oder hierzu Wissen vermittelt. Die KHM antwortete: „Laut Artikel 5 des Grundgesetzes sind Wissenschaft und Lehre frei.“ Man habe die „klare Erwartungshaltung, dass strafrechtlich relevantes Verhalten unterbunden und ggf. juristische Schritte dagegen eingeleitet werden.“
Von wem genau man dies erwarte, ließ die Hochschule offen; über besagtes Seminar hat sie selbst die Aufsicht. Christian Heck, der wissenschaftliche Mitarbeiter, der Arnold einlud, antwortete auf NIUS-Anfrage nicht. Heck hatte den linksextremen Arnold bereits zuvor für Vorträge an die Hochschule eingeladen. Er betreibt an der KHM, die jährlich 18,5 Millionen Euro Steuergeld erhält, selbst ein Forschungsprojekt, das Arnolds Theorien und Denken in frappierender Weise ähnelt. Konkret forscht Heck zu „subversiver Widerstandspraxis“ gegen „neuro-linguistische Vorhersagemodelle“. Genau über solche KI-Sprachmodelle sprach Arnold auch in Basel, wo er zu „Angriffen“ und zur „Recherche“ zu potentiellen Anschlagszielen aufrief. Selbstredend lehnt Arnold solche Sprachmodelle fundamental ab.

Die Kunsthochschule für Medien in Köln (KHM) ist radikal links.
Auf der Instituts-Website, auf der Heck sein Forschungsvorhaben vorstellt, spricht dieser zudem raunend von „Regierungen und Geheimdiensten“, die neben „privaten Unternehmen und Plattformen wie Twitter oder Facebook ein Interesse an der Überwachung und Analyse gesellschaftlicher Strukturen“ besitzen würden. Technologie stellt offenbar auch für ihn – wie für Arnold – eine Gefahr dar.
Köln als eine mutmaßliche Zelle des Ökoterrors
Ein weiterer Umstand macht Arnolds Seminar-Teilnahme brisant: Arnold betreibt in Köln ein mutmaßliches Geschäft für Handy-Schutzhüllen. Auch ein womöglich weiteres Mitglied seines Çapulcu-Kollektivs lebt in Köln: Detlef Hartmann. In Köln hielt Çapulcu nach Berlin zudem die meisten seiner Vorträge. Und: Der Köln-nahe Großraum Düsseldorf ist nach Berlin in den letzten Jahren das vorwiegende Ziel ökoterroristischer Anschläge auf Strom- und Datenleitungen in Deutschland gewesen.
Vor diesem Hintergrund ist die Kooperation der KHM mit Arnold für ein dezidiert technikkritisches Seminar ausgesprochen heikel. Zudem bewerben Christian Heck und Arnold das Seminar damit, dass man damit „künstlerisch-aktivistische Arbeit“ fördern möchte. Das Seminar hat also einen politischen Anspruch.

In diesem linksextremen Kölner Hausprojekt betreibt Guido Arnold angeblich ein „Geschäft“ für Handy-Schutzhüllen.
Arnold ist selbst im Zentrum eines staatlichen Fördernetzes
Arnold selbst ist dabei nicht an der KHM angestellt, sondern an einer privaten Forschungseinrichtung in Duisburg, dem Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Allerdings erhält auch das weit links stehende DISS projektbezogen staatliche Fördergelder – seit 2021 waren es über 145.000 Euro. Zudem ist es an einem Projekt beteiligt, das über das Bundesprogramm „Demokratie leben“ zwischen 2020 und 2024 über 555.000 Euro an staatlichen Zuschüssen erhielt.
Auch der linksextreme Münsteraner Unrast Verlag, bei dem Arnold, Hartmann und Çapulcu ihre Werke verlegen, in denen sie teils terroristische Sabotage legitimieren und in den Raum stellen, erhielt seit 2023 über 73.000 Euro Steuergeld im Rahmen des Deutschen Verlagspreises. Indirekte staatliche Förderung für den Antifa-Guru Arnold ist also nicht neu; an einer staatlichen Hochschule lehrte er bisher wohl aber nicht.

In Berlin-Lichterfelde setzte eine „Vulkangruppe“ kürzlich Kabel in Brand und sorgte für tagelangen Strom- und Heizungsausfall.
Hochschule beruft sich auf „Wissenschaftsfreiheit“
Wohl auch, weil Arnold kein angestellter Mitarbeiter ist, meint die Kunsthochschule für Medien, sich durch Verweise auf die Wissenschaftsfreiheit einfach aus der Affäre ziehen zu können. Ohne auch nur mit einem einzigen Wort Arnolds terroristische Bestrebungen zu kommentieren – immerhin jemand, der unter ihrer Verantwortung auf junge Menschen losgelassen wird –, erklärt sie: „Der von Ihnen genannte Gast-Redner gehört nicht zum Lehrkörper der Kunsthochschule für Medien Köln.“
Wie nahe sich dabei Arnold und der wissenschaftliche Mitarbeiter Heck neben ihren ideologischen und theoretischen Gemeinsamkeiten, ihrem gemeinsamen Seminar und der gemeinsamen Wirkungsstätte sind, ist unklar. Fest steht aber: Arnold, der zu Anschlägen aufruft und hierfür konspirative Treffen veranstaltet und Netzwerke ausbildet, hat offenbar Mitstreiter in staatlichen Institutionen. Diese Mitstreiter wiederum verschaffen ihm nicht nur Lehrmöglichkeiten, sondern wirken auch dabei mit, seiner Ideologie zum Durchbruch zu verhelfen.
An KHM finden Veranstaltungen für Hammerbande statt
Wiederkehrende Auftritte Arnolds an der Kölner Kunsthochschule für Medien sind dabei, unabhängig von Christian Heck, wohl kein Zufall. Wie viele Kunsthochschulen ist auch die KHM politisch radikal links zu verorten. Im vergangenen September konnte der dortige AStA beispielsweise eine Veranstaltung in Solidarität mit dem Hammerbanden-Mitglied Hanna S. an der Hochschule durchführen. Die Linksextremistin war wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Die Hanna S. gewidmete Veranstaltung trug den Titel „Antifaschismus verteidigen“. Die verbriefte Gewalttätigkeit von Hanna S. gegenüber politisch Andersdenkenden wurde bereits im Ankündigungstext relativiert.

„Antifaschismus verteidigen“ lautete der Titel einer Veranstaltung an der KHM zur linken Gewalttäterin Hanna S.
Im Dezember wiederum war es eine islamistische Gruppe, die an der Hochschule eine Veranstaltung ausrichtete, auf der zur Auslöschung Israels aufgerufen wurde. Ferner hingen vor vier Jahren einmal DDR-Flaggen vor der Aula. Warum, wollte die Hochschule auf NIUS-Anfrage nicht mitteilen.
Die Behörden schweigen sich aus
Die Behörden schweigen sich derweil zu dem linksextremen und in konspirativen Zirkeln Terror planenden Kooperationspartner der Hochschule aus. Das Kulturministerium NRW führte auf NIUS-Anfrage ebenso „Artikel 5 des Grundgesetzes“ an, also die Wissenschaftsfreiheit. Nordrhein-Westfalen stellt der KHM jährlich eine Grundfinanzierung in Höhe von 18,5 Millionen Euro Steuergeld zur Verfügung.
Das Bundeskriminalamt wollte sich gegenüber NIUS auf Anfrage nicht äußern; dies mache man im Rahmen von „personenbezogenen Daten“ grundsätzlich nicht. Der Landesverfassungsschutz ließ ausrichten, er werde sich im Laufe des Tages äußern.
Auf die Frage, wie es möglich ist, dass an der Hochschule immer wieder zu Terror aufgerufen und dieser offenbar gutgeheißen wird, und man sogar Personal engagiert, das explizit terroristische Anschläge plant, antwortete die KHM ebenso mit „Artikel 5 des Grundgesetzes“, der Wissenschaftsfreiheit.
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Jens Winter
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