Antisemit der Woche: SPD-Lokalpolitikerin Melek Hirvali Cizer – Israel züchtet „babyfressende, weltweit Kinder entführende Agenten“
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In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unsere Preisträgerin Melek Hirvali Cizer.
Mittelalterliche Ritualmordlegenden wie das Töten von Kindern, um deren Blut zum Mazze-Backen zu verwenden, gehören, so glaubte man eigentlich, der Vergangenheit an. Spätestens seit dem Gaza-Krieg, der auf das Hamas-Massaker im Süden Israels folgte, gibt es jedoch fast nichts mehr, das man den Juden nicht nachsagen würde. Beispiel: der Slogan „Kindermörder Israel“.
Vor einigen Tagen fühlte sich eine türkischstämmige Lokalpolitikerin aus Mannheim berufen, einige der gängigen über Juden kursierende Gerüchte aufzuwärmen. Auf ihrem Facebook-Account veröffentlichte sie zwei bizarre Posts.

Inzwischen gelöschter Post von Cizers Facebook-Account.
Den Juden traut man alles zu
Im ersten Beitrag schrieb sie: „Seit Wochen erklärt Israel, ihr nächstes Ziel sei die Türkei“, eine frei erfundene Behauptung. Offenbar kann man über „die Juden“ inzwischen alles erzählen, wie es etwa der AfD-Politiker Matthias Moosdorf kürzlich tat, als er mit einigen skurrilen Äußerungen zum Iran-Krieg auffiel, unter anderem mit der, in Israel stünden Luftschutzbunker „nur noch für Juden“ offen. Und wenn es auch nicht wahr ist, so ist es auch noch schlecht erfunden.
Die angeblichen israelischen Pläne zum Angriff auf die Türkei waren aber noch das Harmloseste, was Cizer bei Facebook emittierte. Die Juden würden sich als „auserwähltes Volk“ bezeichnen (hier hat Cizer eine etwas unterkomplexe Interpretation). „Ein Land und ein Volk“, das „Länder überfällt, Einheimische misshandelt und tötet“. Mit den „Einheimischen“ sind wohl Palästinenser gemeint, und die „Überfälle“ waren Reaktionen auf Angriffe aus eben diesen Ländern (Gazastreifen, Libanon, Iran), doch die Mannheimer Lokalpolitikerin ist auf einem Auge blind.
Es geht weiter: „... das größte Reservoir für Ersatzorgane hat, babysfressende, weltweit Kinder entführende Agenten züchtet“. Man fragt sich, was Cizer da genommen hat, jedenfalls scheint sie den Juden alles zuzutrauen. Die „Agenten“ sollen wohl das Heimliche betonen, das Antisemiten Juden gern nachsagen. Nicht offen agierend, immer im Verborgenen, hinter dem Rücken. Und dann töten sie keine judenfeindlichen Ayatollahs, sondern „entführen weltweit Kinder“. Nehmt euch in Acht!
Flüchtlingsströme, aus dem Verborgenen gelenkt
In einem zweiten Posting behauptet sie: „Diesen Angriffen verdankt Europa die massenhaften Flüchtlinge, die gezielt nach EU manövriert werden.“ Offenbar kommen die aus freien Stücken, würden auch gern nach Afrika oder Ostasien gehen, und ließen die Pull-Faktoren, die gerade die SPD hegt und pflegt, links liegen. Doch die Juden locken sie nach Europa, um unsere Gesellschaften zu destabilisieren. Sprächen wir hier nicht von einer Sozialdemokratin, könnte man doch glatt eine Verschwörungstheorie diagnostizieren.

„Was denken sie, wie lange das gut geht“, schreibt Cizer weiter. „Seit wann wollen Pädos und Baby fres… Gutes für andere? Spanien ist wohl nicht in den epst… Akten und lässt sich nicht erpressen!“ Die sozialistische Regierung Spaniens, die gegen Israel und die USA giftet, sei also nicht von den dunklen jüdischen Mächten erpressbar. Beleg: Bisher sind in den Epstein-Akten keine Spanier aufgetaucht. Na dann!
Einem kritischen User beschied Cizer: „Was gerade abgeht, ist schlimmer als im Mittelalter. … Mullah in Iran als der üble Teufel bekämpft und der nächste soll Erdo sein.“

Stefan Fulst-Blei maßregelte Cizer, sieht jedoch „keine antisemitische Strömung“ in seiner Partei.
Hat die SPD ein Antisemitismusproblem?
Das alles war selbst den Israel nicht eben freundlich gesinnten Sozen zu viel. Der Mannheimer Kreisverband meinte, Cizers Äußerungen seien „über jedes Maß“ und „völlig inakzeptabel“. Inzwischen ist die Betriebswirtin Cizer, die auch in der SPD-Frauenorganisation ASF war, von ihren Ämtern, unter anderem im Bezirksbeirat Feudenheim, zurückgetreten. Der Kreisvorstand hatte ihr zuvor gehörig den Kopf gewaschen.
Und weiteres Ungemach droht: ein Parteiausschlussverfahren, außerdem ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft. Der Mannheimer SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Stefan Fulst-Blei hält Cizer für einen Einzelfall und beteuert, es gebe in der SPD „keine antisemitische Strömung“, was man mit Fug anders sehen kann.
Zudem sind Cizers unsägliche Ausfälle ein weiterer Beleg für den importierten Judenhass, wie er eben in einer Studie thematisiert wurde. Nicht nur Araber, auch viele Türken hegen antisemitisches Gedankengut, insbesondere, wenn sie „Erdo“ nahestehen. Und sei es aus dem fernen Mannheim.
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