Neue DIHK-Auswertung sieht deutsche Wirtschaft schwer angeschlagen
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Die deutsche Wirtschaft gerät immer schwerer in die Krise. Auch im Jahr 2026 geht es kaum voran. Hohe Standortkosten, globale Konkurrenz und eine schwache Nachfrage lasten weiter schwer auf den Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt die neue DIHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn, für die rund 26.000 Betriebe aus allen Branchen und Regionen befragt wurden.
„Die wachsende Weltwirtschaft und erhöhte Staatsausgaben, etwa für Sicherheit und Verteidigung, geben einzelnen Bereichen leichten Auftrieb. In der Breite kommt davon jedoch zu wenig an“, erklärt DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. „Gerade in Zeiten, in denen sich die Weltwirtschaft fundamental neu ordnet, ist das besorgniserregend. Der internationale Wettbewerb wird stärker. Dafür müssen wir uns deutlich mehr anstrengen, um unsere Position zu behaupten.“
Anhaltender Pessimismus bei Unternehmern
Nur rund ein Viertel der Unternehmen beurteilt ihre Lage momentan positiv – ebenso viele sehen sie negativ. Trotz angekündigter Reformen der Bundesregierung bleibt auch der Blick nach vorn verhalten: Jedes vierte Unternehmen rechnet mit einer weiteren Verschlechterung der Lage. Der DIHK-Stimmungsindex steigt zwar leicht um zwei Punkte, liegt mit 95,9 Zählern aber weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 110 Punkten.

Grafik zum Stimmungsbild innerhalb der deutschen Unternehmen über die Jahre
Die internationale Konkurrenz floriert – Deutschland stagniert
„Auf Basis dieser Zahlen rechnen wir 2026 mit einem schwachen Wachstum von einem Prozent, das zu einem großen Teil auf Statistik- und Kalendereffekten beruht“, erklärt Melnikov. „Das ist zu wenig, unsere Wettbewerber sind dynamischer.“ Seit 2019 sei die Weltwirtschaft um 19 Prozent gewachsen, die USA um 15 Prozent und Italien um sechs Prozent. „Nur in Deutschland treten wir seit 2019 mit 0,2 Prozent auf der Stelle“, so Melnikov. „Wer unseren Wohlstand sichern will, muss jetzt konsequent an den Standortfaktoren arbeiten.“
Als größte Risiken nennen die Unternehmen neben der schwachen Inlandsnachfrage vor allem strukturelle Belastungen. 59 Prozent verweisen auf gestiegene Arbeitskosten, 58 Prozent auf unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und 48 Prozent auf hohe Energie- und Rohstoffpreise.
DIHK-Chefin Melnikov: „Wir müssen zwei Gänge hochschalten“
„Die Bundesregierung hat Reform- und Entlastungspakete angekündigt, aber in den Betrieben ist davon bislang wenig spürbar. Mit angezogener Handbremse kommen wir aus dem Tal nicht heraus“, sagt Melnikov. „Wir müssen jetzt zwei Gänge hochschalten und das Tempo erhöhen: Bürokratie runter, Arbeits- und Energiekosten runter, Regeln verlässlich. Das schafft Vertrauen und setzt Investitionen frei.“
Entsprechend zurückhaltend bleiben die Investitionspläne. Nur 23 Prozent der Unternehmen wollen ihre Ausgaben erhöhen, 31 Prozent planen Kürzungen. Die privaten Investitionen liegen damit weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

DIHK-Chefin Helena Melnikov
„Damit lässt sich die bestehende Lücke nicht schließen: Die privaten Investitionen liegen 11 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau“, so Melnikov. Investiert werde vor allem in Ersatz und Rationalisierung, während Innovationen und Kapazitätserweiterungen weiter eine untergeordnete Rolle spielten.
Appell an die Bundesregierung
Auch auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich ein deutlicher Negativtrend. 23 Prozent der Betriebe rechnen mit sinkenden Mitarbeiterzahlen, nur zwölf Prozent planen Neueinstellungen.
„Die schlechten Beschäftigungspläne belasten auch den Arbeitsmarkt. Erstmals seit elf Jahren sind wieder mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Mit einer schnellen Trendumkehr ist auf Basis der vorliegenden Personalpläne nicht zu rechnen“, sagt Melnikov.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): Nur die Politik kann den Absturz der deutschen Wirtschaft aufhalten – doch es passiert nichts.
Etwas optimistischer fallen die Exporterwartungen aus. 22 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit steigenden Ausfuhren, ebenso viele erwarten allerdings ein Minus.
„Die Bemühungen der EU für mehr Freihandelsabkommen sorgen für etwas mehr Optimismus in der Exportindustrie“, erklärt Melnikov. „Doch der Wettbewerbsdruck ist groß und die Unsicherheiten bleiben hoch. Angesichts dieses herausfordernden internationalen Umfelds muss die Bundesregierung dringend handeln. Damit Abkommen wirklich helfen, braucht es einen attraktiven und effizienten Standort Deutschland. Dazu muss jetzt Schluss sein mit Reförmchen. 2026 muss das Jahr echter Reformen werden.“
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