800 Dollar „Deportationsgebühr“: Ich bin nach Panama ausgewandert und muss meine Abschiebung selbst bezahlen
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Im Zuge deutscher Diskussionen über die illegale Einwanderung nach Deutschland und die nicht vollzogenen Abschiebungen illegaler Einwanderer und Straftäter fällt mir immer wieder ein, dass ich zur Einwanderung nach Panama Zahlungen an den panamaischen Staat leisten musste – unter anderem für eine mögliche Ausweisung, die Panamaer nennen es mögliche „Deportation“.
Wer einen Aufenthaltsstatus in Panama erhalten möchte, hat verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen. Und das ist gut so.
Ganz grundsätzlich ermöglicht das Land Panama Ausländern die Einwanderung, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Einige Nationen – wie Deutschland – gelten als „Friendly Nations“, so dass es leichtere Einwanderungsmöglichkeiten gibt. Leichtere Einwanderungsmöglichkeiten sind allerdings nicht ansatzweise mit der mittlerweile „klassischen“, heißt: illegalen, Einwanderung nach Deutschland zu vergleichen.

Flughafen Panama City. Panama bietet seinen Einwohnern zahlreiche Steuervorteile.
Klare Ansage: Zahlung vorab für mögliche Straftaten
Eine dieser Voraussetzungen für die Einwanderung nach Panama ist, dass man zum einen für die administrativen Kosten für die Einwanderung UND zum anderen für die möglichen Kosten einer Abschiebung aus Panama ins Heimatland, falls man gegen das Gesetz verstoßen würde, gezahlt wird.
800 Dollar habe ich für eine mögliche Abschiebung aus Panama gezahlt. Diese behält Panama ein, ganz egal ob ich kriminell werde oder nicht. Ich empfand das Vorgehen damals als sehr sympathisch. Der Staat kommuniziert direkt, dass, wenn gegen die Gesetze des Landes verstoßen wird, die Abschiebung erfolgt und diese bereits von dem Gesetzesbrecher bezahlt ist. Ganz klare Ansage!
Weitere Voraussetzungen: von Nutzen sein und Respekt für das Land
Panama kommuniziert darüber hinaus im gesamten Prozess, dass die Einwanderung erfolgen kann, wenn sie im Interesse von Panama ist und zu den Bedingungen, die positiv für Panama sind.
Auch kann eine Gewährung des Aufenthaltsrechts nur erfolgen, wenn der Ausländer sich in Amtsgebäuden respektvoll kleidet. Wer in kurzer Hose erscheint oder mit Flip-Flops, braucht gar nicht erst das Gebäude betreten. Er würde abgewiesen werden.
Auf der Gegenseite gewährt Panama allen Ausländern mit Aufenthaltsrecht nahezu alle Bürgerrechte. Die wesentlichsten Ausnahmen sind das Wahlrecht und jegliche politische Partizipation sowie das Recht, Land an der Landesgrenze zu kaufen. Ausländer sind auch gut beraten zu überlegen, welche politische öffentliche Meinungskundgebung zu innerpanamaischen Thematiken notwendig sind.
Die Panamesen sind enorm gastfreudlich gegenüber Ausländern, haben auf der anderen Seite aber auch ein sehr starkes Nationalbewusstsein, das sich vor allem – auch historisch bedingt – darin äußert, dass sie ihre Entscheidungen ohne äußere Einflussnahme treffen wollen.
Willkommenskultur mal anders
Der Deal mit Panama ist ganz einfach: Benimm dich anständig und folge unseren Regeln, dann lässt der Staat dich auch weitestgehend in Ruhe. Wenn du Nutzen für Panama bringst, bist Du willkommen. Und profitierst von den Vorzügen Panamas – beispielsweise einer wunderschönen Natur oder einem attraktiven Steuersystem.

Oh wie schön ist Panama: Ausblicke in die Natur von Boquete.
Deutschland sollte lernen
Und Deutschland? Es muss ja nicht direkt eine „Deportationsgebühr“ sein, aber eine Einwanderungspolitik, die sich ansatzweise am Interesse Deutschlands orientiert, ist dringend geboten. Eine selbstbewusste Nation ist auch ein attraktives Einwanderungsland – für eine Art von Einwanderung, die wirklich gebraucht wird.
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