So lebt der Massenmörder Anders Behring Breivik heute
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Heute vor 15 Jahren tötete Anders Behring Breivik in Norwegen 77 Menschen. Seit Jahren lebt der Norweger in einer abgeschirmten Sonderabteilung des Hochsicherheitsgefängnisses Ringerike nordwestlich von Oslo. Dort hat er Zugang zu einem kleinen Fitnessraum, einer eigenen Küche, einem Fernsehzimmer, einem Außenhof mit Basketballkorb und darf Haustiere halten, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet.
950 Kilogramm Sprengstoff brachte Anders Behring Breivik am 22. Juli 2011 um 15:25 Uhr in einer Autobombe im Regierungsviertel von Oslo zur Explosion. Anschließend fuhr er zur Insel Utøya, wo das Sommerlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF stattfand. Dort erschoss er ab etwa 17:18 Uhr innerhalb einer Stunde 69 Menschen, darunter zahlreiche Jugendliche. 262 weitere Personen wurden von Breivik verletzt.
Für seine Taten wurde der heute 47-jährige Breivik im August 2012 für voll schuldfähig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 21 Jahren mit anschließender Verwahrung verurteilt, die jeweils um fünf Jahre verlängert werden kann.
Eigener Gefängnisbereich mit Meerschweinchen
15 Jahre nach dem Massenmord bewohnt Breivik in seinem norwegischen Gefängnis einen eigenen Komplex auf zwei Etagen. Abgetrennt von der übrigen Haft kann er auf Sportgeräte zugreifen und eine große Küche mit Geschirrspüler und Waschmaschine nutzen. Außerdem stehen ihm ein Fernsehzimmer mit Flachbildschirm und Spielekonsole, ein Besucherraum und ein eigener Außenhof mit Basketballkorb zur Verfügung.

Blick in den Unterkunftsbereich der Sonderabteilung von Anders Behring Breivik: Im Gang stehen Käfige mit Haustieren. Zugeständnisse, die ihm die Anstalt zur Milderung der strengen Isolation gewährte.
Fotografien aus dem Zellenbereich Breiviks zeigen spärlich eingerichtete, aber funktionale Unterbringung. Auf den Bildern ist unter anderem ein Käfig mit Wellensittichen zu sehen; später soll er zudem Meerschweinchen als Haustiere gehalten haben. Das Personal habe sich nach Medienberichten bereit erklärt, gelegentlich für Breivik zu kochen oder mit ihm Spiele zu spielen.
Kritiker sprechen von „Luxusgefängnis“
Trotz relativ komfortabler Ausstattung steht Breivik laut Gerichtsbeschlüssen weiterhin unter strenger Isolation. Er hat keinen Kontakt zu anderen Gefangenen, Briefe werden kontrolliert, einen Internetzugang gibt es nicht.
In Norwegen und darüber hinaus sorgt diese Kombination aus Komfort und Isolation seit Jahren für Empörung. Angehörige der Opfer und weite Teile der Öffentlichkeit empfinden Breiviks Unterbringung als zu nachsichtig. Kritiker sprechen von einem „Luxusgefängnis“ und sehen in der speziellen Behandlung eine Bankrotterklärung des norwegischen Strafvollzugs.

Breivik darf im Gefängnis nahe Oslo TV nutzen, eine Kommunikation nach außen ist ihm jedoch untersagt.
Berichten zufolge belaufen sich die Kosten für die Sonderabteilung auf etwa 17.000 norwegische Kronen pro Tag, das entspricht etwa 1.500 Euro. Solche Zahlen nähren bei vielen das ungute Gefühl, der Staat gewähre einem der schlimmsten Straftäter des Landes unangemessene Annehmlichkeiten, während die Opferfamilien weiterhin mit ihren Verlusten und erlittenen Traumata leben müssen.
Breivik klagt gegen Haftbedingungen
Breivik selbst klagt seit Jahren gegen die Haftbedingungen und beruft sich auf die Europäische Menschenrechtskonvention. Norwegische Gerichte, zuletzt das Oberste Gericht, wiesen die Beschwerden zurück und argumentierten, die Maßnahmen seien zur Verhinderung weiterer Gefahr gerechtfertigt.
Breivik nutzt nach Einschätzung von Beobachtern seine juristischen Möglichkeiten auch zur medialen Aufmerksamkeit und Selbstinszenierung. Er klage regelmäßig gegen seine Haftbedingungen, so berichtet die norwegische Sicherheitspolizei, und wisse dies durchaus öffentlichkeitswirksam zum eigenen Vorteil zu nutzen.
Die norwegische Sicherheitspolizei warnt zugleich vor der Wirkung seiner Taten in rechtsextremen Kreisen. Berichten zufolge diene Breivik in manchen Fällen als „Inspirationsquelle“ und sei für manche junge Extremisten zur „Heiligenfigur“ geworden.
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