Belfast: Wieder Ausschreitungen wegen Messer-Attacke, Schulen geschlossen, Polizei setzt Wasserwerfer ein
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Den zweiten Abend in Folge ist es in Nordirland zu Gewalt bei Protesten gekommen. Die Polizei ging in der Nähe von Belfast mit Wasserwerfern gegen Steine werfende Demonstranten vor. „Es werden Gegenstände auf Beamte geworfen. Diese setzen nun Wasserwerfer ein, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten“, erklärte die Polizei.
Die neuen Ausschreitungen ereigneten sich in Glengormley nördlich von Belfast. Aus den Reihen der Demonstranten wurden laut Augenzeugen Steine und Flaschen auf die Beamten geworfen. Zudem wurden Feuer auf der Fahrbahn gelegt.
Im Zentrum von Belfast blieb es derweil ruhig. Die Polizei hatte im Laufe des Tages ihre Präsenz in der Hauptstadt des zu Großbritannien gehörenden Landesteils Nordirland massiv verstärkt. Zudem blieben viele Schulen und Geschäfte am Mittwoch geschlossen.

Brutaler Messerangriff eines Sudanesen
Auslöser der Proteste – bei denen Fahrzeuge und Häuser in Brand gesteckt wurden und Rechtsextreme mobilisierten – war ein brutaler Messerangriff eines sudanesischen Migranten. Ein Video zeigt den Täter – einen 30-jährigen Sudanesen namens Hadi Alodid – der einen am Boden liegenden, blutüberströmten Mann mehrfach mit einem Messer attackiert und offenbar versucht, ihm die Kehle durchzuschneiden. Das Opfer, Stephen Ogilvie, wurde schwer verletzt.
Daraufhin hatte unter anderem der in Großbritannien bekannte Rechtsradikale Tommy Robinson zu Protesten gegen Migranten aufgerufen. Demonstrationen und Ausschreitungen gab es auch in mehreren anderen Städten in Großbritannien.
Angesichts neuer Aufrufe zu Protesten beendeten am Mittwoch örtlichen Medien zufolge mehrere Schulen schon am Mittag den Unterricht. Der öffentliche Nahverkehr mit Bussen und Zügen wurde laut einer Mitteilung des Betreibers eingestellt. Auch mehrere Geschäfte wurden geschlossen.

„Hirnlose Idioten“
Die Polizei kündigte an, ihre Kräfte aufzustocken, Verstärkung aus anderen Regionen des Vereinigten Königreichs sollte am Donnerstag eintreffen. Der nordirische Polizeichef Jon Boutcher bezeichnete die Ausschreitungen als einen „massiven Akt der Selbstzerstörung durch hirnlose Idioten“.
Maskierte Demonstranten rissen Ziegelsteine aus den Mauern von Häusern und schlugen mit Vorschlaghämmern auf Gehwege ein, um die Steine nach der Bereitschaftspolizei zu werfen. An einer Stelle nutzte die aufgebrachte Menge Teile eines abgebauten Lattenzauns als Deckung auf der Straße.
Die britische Regierung kündigte einen harten Kurs gegen die Verantwortlichen an. Diese würden die „volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen“, versicherte Premierminister Keir Starmer im Onlinedienst X. Die Vorfälle in Belfast seien „schockierend und völlig inakzeptabel“. Laut Polizei wurden bislang drei Menschen festgenommen.
Die Familie des Opfers des Messerangriffs rief unterdessen dazu auf, den Vorfall nicht fremdenfeindlich auszuschlachten. „Wir möchten nicht, dass diese schreckliche Tragödie dazu genutzt wird, die Menschen zu spalten oder Feindseligkeiten anzufeuern“, erklärte die Familie in einem Facebook-Post auf der Seite eines Lokalpolitikers.
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