Bürgermeister in Chicago will ausufernde Kriminalität mit Zahlungen für Sklaverei-Nachfahren bekämpfen
Ein Beitrag von
In der US-Metropole Chicago schießt die Kriminalität durch die Decke – vor allem in Gegenden, in denen mehrheitlich Schwarze wohnen. Bürgermeister Brandon Johnson hat eine Idee, um „den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen“: Reparationen für die Nachfahren von Sklaven.
Die Kriminalität in Chicago ist in diesem Jahr erneut angestiegen – um ganze 17 Prozent. Insbesondere Raubdelikte und Autodiebstähle plagen die Stadt im US-Bundesstaat Illinois. Hotspots der Gewalt: Vor allem der Süden und der Westen der Stadt. In diesen Bezirken besteht die Bevölkerung zu mehr als zwei Dritteln aus Afro-Amerikanern.

In diesen Gegenden ist die Mordrate am höchsten. (Quelle: Chicago Sun Times)
Seit April 2023 ist Brandon Johnson Bürgermeister der Stadt. Der unabhängige Kandidat sicherte sich für seine Wahl die Unterstützung von bekannten Linksaußen-Politikern der Demokraten wie Bernie Sanders oder Jesse Jackson.
Eine Kommission soll die Höhe der Reparationen festlegen
Nun glaubt Johnson eine Lösung für das Problem der ausufernden Gewalt in Chicago gefunden zu haben: Entschädigungen für die Nachkommen von Sklaven sollen dazu beitragen, „den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen“, wie Johnson am Mittwoch beim Sender CNN erklärte.
Sein Haushalt für 2024 sieht nicht nur 100 Millionen Dollar für „Gewaltprävention“ vor, sondern auch 500.000 Dollar für die Bildung einer Kommission zur Wiederherstellung und Wiedergutmachung („Commission on Restoration and Reparations“). Diese soll die genaue Höhe der Reparationen ermitteln. Zusätzlich will Johnson auch ehemalige Häftlinge nach ihrer Verurteilung wieder in der Gesellschaft „willkommen heißen“, damit sie keine weiteren Straftaten begehen.

Chicagos Bürgermeister und sein Polizeichef Larry Snelling.
Schon unter seiner Vorgängerin Lori Lightfoot war die Gewalt in Chicago explodiert. Geändert hat sich seitdem nicht viel. Immerhin die Mordrate ging in diesem Jahr um 13 Prozent zurück. Im Vergleich zur Zeit vor der Covid-Pandemie sind die Morde jedoch um 24 Prozent gegenüber 2019 gestiegen. Johnson betonte im Gespräch bei CNN, dass die Zahl der Morde und Schießereien zurückgegangen sei, und wies darauf hin, dass die steigende Kriminalität ein Problem ist, mit dem alle großen amerikanischen Städte zu kämpfen hätten.
Mehr NIUS:
Transgender-Abgeordneter in den USA zu 33 Jahren wegen sexueller Ausbeutung von Kindern verurteilt
Gipfel in der Schweiz: Iran unterbricht Verhandlungen mit den USA
Großbritannien: Krankenschwester verliert Zulassung nach Facebook-Posts über illegale Einwanderung
Mehrere Schwerverletzte bei Zusammenstoß zweier Züge in England
Trump verspottet Meloni nach G7-Treffen: Italiens Außenminister sagt USA-Reise ab
Wut über Migrationspolitik: Belfast brodelt nach versuchter Hinrichtung
Iran-Gespräche: Vance reist vorerst nicht zu Verhandlungen in die Schweiz
Entgegen aller Klima-Horrorprognosen: Viel mehr Korallenriffe als bisher gedacht kommen mit höheren Temperaturen zurecht
Mehr NIUS:
Mehrere Schwerverletzte bei Zusammenstoß zweier Züge in England
Trump verspottet Meloni nach G7-Treffen: Italiens Außenminister sagt USA-Reise ab
Wut über Migrationspolitik: Belfast brodelt nach versuchter Hinrichtung
Iran-Gespräche: Vance reist vorerst nicht zu Verhandlungen in die Schweiz
Entgegen aller Klima-Horrorprognosen: Viel mehr Korallenriffe als bisher gedacht kommen mit höheren Temperaturen zurecht
G7-Staaten kündigen neue Sanktionen gegen Russland an
Mit Nummer 47 und seinem Namen: Merz schenkt Trump Deutschland-Trikot
Acht Tote bei Absturz von B-52-Bomber in Kalifornien
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare