Der „Code Pink“-Boykott gegen den Supermarkt „Trader Joe’s“ – und Israel
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Der bekannte Supermarkt „Trader Joe’s“, eine amerikanische Tochter von Aldi Nord, ist ins Visier von Israelhassern geraten.
„Code Pink“, eine linksradikale Frauengruppe, hat im Internet eine Petition veröffentlicht, die von „Trader Joe’s“ verlangt, sämtliche israelischen Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. „Code Pink“, gegründet im November 2002, um den Irakkrieg zu verhindern, zählt sich zu der Boykottbewegung BDS. Diese wurde vom Deutschen Bundestag 2019 in einer parteiübergreifenden Resolution als antisemitisch verurteilt. BDS-Führer Omar Barghouti hat in zahlreichen Äußerungen seine Ablehnung der Existenz des Staates Israel deutlich gemacht. BDS wendet sich explizit gegen jegliche Kontakte zu Israelis, sofern diese Juden sind. „Anti-Normalisierung“ heißt das im BDS-Jargon. Obwohl BDS sich als Kampagne der „palästinensischen Zivilgesellschaft“ geriert, geben im leitenden BDS National Committee (BNC) Terrororganisationen wie die Hamas und die PFLP den Ton an.

Der Boykottaufruf kommt nicht ohne den Aufruf aus, auf den Kauf von Fetakäse zu verzichten.
Medea Benjamin, die „Code Pink“ zusammen mit Jodie Evans gründete, gehörte 2014 zu einer Delegation, die an der Nachfolgekonferenz zur Holocaustleugnungskonferenz in Teheran 2006 teilnahm.
„Trader Joe’s“ ist eine US-amerikanische Supermarktkette, die für günstige Eigenmarken, ungewöhnliche Snacks und eine lockere „kalifornische“ Ladenatmosphäre bekannt ist. Das Unternehmen wurde 1967 von Joe Coulombe gegründet und gehört seit 1979 zur Aldi-Nord-Gruppe. Charakteristisch sind kleine Filialen, hawaiianische Hemden der Mitarbeiter und ein Sortiment mit vielen exklusiven Produkten unter eigener Marke.
Krieg gegen Erdnussflips und Feta
Nun hat „Code Pink“ den „Bamba“-Erdnussflips in den Regalen von „Trader Joe’s“ den Krieg erklärt. Der Grund: Sie stammen aus Israel. Genauer gesagt, von der Nestlé-Tochter Osem, die in Kiryat Gat, 55 Kilometer südlich von Jerusalem, für den amerikanischen Markt produziert. Dort arbeiten auch arabische Israelis und Beduinen. Seit über zehn Jahren versucht Osem gezielt, mehr arabische Israelis einzustellen – auch in Führungspositionen – und strukturelle Sprach- und Kulturbarrieren abzubauen. Das beschwichtigt die Boykotteure nicht.
Der Text der Anti-Israel-Petition wirkt wie Satire. Er schlägt einen Bogen vom angeblichen „Genozid“, den Israel im Gazastreifen verübe, zum israelischen Feta im Kühlregal von „Trader Joe’s“. An die Supermarktkette wird appelliert, sie möge sich „auf die richtige Seite der Geschichte stellen“ und israelischen Schafskäse, Erdnussflips sowie Knoblauch-Ingwer-Würfel aus den Regalen nehmen.

„Trader Joe’s“ gilt als einer der beliebtesten Supermärkte Amerikas.
Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Gruppe skurrile Propaganda-Clips in den sozialen Medien. Darin waren Medea Benjamin und einige Mitstreiter zu sehen, wie sie bei „Trader Joe’s“ israelische Produkte (die sie als „Müll“ bezeichneten) aus den Regalen rissen und in einen Einkaufswagen warfen – nicht, um sie zu kaufen, sondern um dagegen zu protestieren.
Die Lebensmittel seien in einem Land hergestellt worden, das einen „Holocaust“ verübe, behaupteten sie über den Staat der Überlebenden. Täter-Opfer-Umkehr. „Oh, sogar mit Haselnusscreme!“, sagt Medea Benjamin in dem Clip über die Erdnussflips. Darauf „erklärt“ ihr Begleiter: „Das wurde in Israel hergestellt.“ „Ist das hier die Apartheidsabteilung?“, fragt ein anderer in die Kamera. „Davon tropft Blut!“
Die neueste Kampagne führte zu einer raschen Gegenreaktion. Auf dem Blog von Times of Israel beschreibt die Publizistin Rebecca Liebermann, Tochter ungarischer Holocaustüberlebender, wie Freunde dazu aufriefen, bei „Trader Joe’s“ gezielt israelische Produkte zu kaufen, um den Boykottaufruf zu kontern. Als Liebermann in eine Filiale von „Trader Joe’s“ fuhr, erlebte sie dort, dass viele andere Menschen dieselbe Idee hatten: israelische Produkte wie Feta, Wein oder Gewürze waren ausverkauft. Für sie wurde der Einkauf zu einem emotionalen Moment kollektiver Unterstützung. Die leeren Regale empfand sie als Zeichen dafür, dass viele Menschen Israel aktiv unterstützen wollen. „Danke, Trader Joe’s“, schrieben viele Leser in der Kommentarspalte. NIUS bat „Trader Joe’s“ und Aldi Nord um eine Stellungnahme zu dem Streit um israelische Produkte, erhielt aber keine Antwort.
Auch andere US-Lebensmittelhändler sind betroffen. Schon seit 2012 tobt ein Konflikt bei der New Yorker Einkaufsgenossenschaft Park Slope Food Coop. Dort entscheiden die rund 17.000 Mitglieder gemeinsam, welche Waren im Sortiment sind. Darüber debattieren sie, wenn nötig, in Versammlungen. Seit 2012 gibt es jedes Jahr den Antrag, israelische Produkte wie Tahini, Hummus und Matzen aus den Regalen zu entfernen. Die Debatte im letzten Monat war besonders hitzig. Ein über Zoom zugeschalteter Teilnehmer erklärte laut einem Bericht der New York Post: „Das Problem in diesem Land ist die jüdische Vorherrschaft.“ Laut mehreren Zeugen erhielt er den Applaus von mindestens 50 der mehreren Hundert anwesenden Teilnehmer.

Die Organisation setzt sich immer wieder für die Befreiung Palästinas ein.
Der lange Arm von Pekings Regierung
Die Spur im antisemitischen Feta-Krieg führt nach Peking. Die Code-Pink-Mitgründerin Jodie Evans heiratete 2017 einen Multimillionär namens Neville Roy Singham. Singham lebt in Shanghai und teilt sich laut einem 2023 veröffentlichten Bericht der New York Times Büroräume und Mitarbeiter mit der Maku Group, einem Medienunternehmen, das für die Auslandspropaganda der Kommunistischen Partei zuständig ist. Maku gebe an, Texte, Audiobeiträge und Videos für „globale Netzwerke populärer Medien und progressiver Thinktanks“ zu produzieren, so die New York Times. Laut ihren Recherchen stammt etwa ein Viertel der von „Code Pink“ zwischen 2017 und 2023 eingenommenen Spenden aus Quellen, die mit Singham verbunden sind. Die Rede ist von 1,4 Millionen US-Dollar (ca. 1,2 Millionen Euro).
„Auf Makus Website ist zu sehen, wie sich junge Leute in Singhams Büro versammeln – vor einem roten Banner, auf dem auf Chinesisch steht: ‚Folge stets der Partei.‘ Auf einem Regalbrett steht ein Teller, der Xi Jinping abbildet“, schreiben die Reporter. Sie spürten nach eigenen Angaben weltweit Hunderte Millionen Dollar Spendengelder zu Gruppen auf, „die mit Singham in Verbindung stehen und progressives Engagement mit der Rhetorik der chinesischen Regierung vermengen“.
Etwa zu der Zeit, als Evans und Singham sich verlobten, wandelte sich „Code Pinks“ Haltung zu China von skeptisch zu stark unterstützend. „China ist nicht unser Feind“, lautet eine Propaganda-Kampagne von „Code Pink“. „Code Pink“ plädiert für ein Ende der US-Waffenhilfe für die Ukraine und die Aufhebung von Sanktionen gegen das Mullah-Regime im Iran. Dazu wird Israel verleumdet.
Das US-Außenministerium hat „Code Pink“ gegenüber dem Kongress als Teil eines Netzwerks bezeichnet, das Propaganda und Einflussoperationen der KPCh innerhalb der Vereinigten Staaten verbreitet. In Deutschland hat „Code Pink“ nur wenige Mitglieder. Bemerkenswert: 2016 ehrte die Stadt Bayreuth „Code Pink“ mit dem mit 10.000 Euro dotierten Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis. Es ist eine Auszeichnung „für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt“.
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Stefan Frank
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