„Nicht ehrlich und offen an den Verhandlungstisch gekommen“: US-Regierung verhängt massive Sanktionen gegen Russland
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US-Präsident Donald Trump hat erstmals seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus schwere Sanktionen gegen Russland verhängt. Ziel sind die beiden größten Ölkonzerne des Landes, Rosneft und Lukoil, die den Kreml im Ukraine-Krieg finanzieren. Der Schritt folgt auf das Scheitern von Waffenstillstandsverhandlungen und die Absage eines geplanten Treffens mit Wladimir Putin.
„Angesichts Präsident Putins Verweigerung, diesen sinnlosen Krieg zu beenden, verhängt das Finanzministerium Sanktionen gegen die zwei größten Ölkonzerne Russlands, die die Kriegsmaschinerie des Kremls finanzieren“, erklärte US-Finanzminister Scott Bessent in einer Mitteilung. Die Maßnahmen frieren US-Vermögenswerte der betroffenen Firmen ein und verbieten US-Bürgern Geschäfte mit ihnen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Betroffen sind auch Dutzende Tochtergesellschaften.

Präsident Trump zeigte sich bereits unzufrieden nach dem Treffen zwischen ihm und Putin in Alaska.
Chinesische und indische Abnehmer russischen Öls wurden von den US-Sanktionen ausgenommen. Trump kündigte an, das Thema bei seinem Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping auf dem APEC-Gipfel in Südkorea nächste Woche anzusprechen.
Trump verliert zunehmend die Geduld
Bessent warnte vor weiteren Schritten: „Wir ermutigen unsere Verbündeten, sich uns anzuschließen und diese Sanktionen einzuhalten.“ Er nannte die Sanktionen „eine der umfangreichsten Sanktionen, die wir gegen die Russische Föderation verhängt haben“. Trump habe monatelang neue Strafen zurückgehalten in der Hoffnung, Putin zu einem Frieden zu bewegen. Doch nach einem Telefonat vor sechs Tagen sei der Geduldsfaden des 79-jährigen Republikaners gerissen. „Präsident Putin ist nicht ehrlich und offen an den Verhandlungstisch gekommen, wie wir gehofft hatten“, so Bessent im Interview. Beim Treffen der beiden Präsidenten im August in Alaska sei Trump bereits frustriert abgetreten, weil „die Dinge nicht vorankamen“.

Der Finanzminister Bessent sieht in den Sanktionen die richtigen Stellschrauben, um Russland zur Einsicht zu bringen.
Auch Donald Trump äußerte sich kritisch zu dem abgesagten Friedensgipfel in Budapest: „Wir haben das Treffen mit Präsident Putin abgesagt – es hat sich für mich einfach nicht richtig angefühlt“, sagte Trump am Mittwoch den Journalisten im Weißen Haus. „Es hat sich nicht so angefühlt, als würden wir dorthin kommen, wo wir hinkommen müssen. Deshalb habe ich es abgesagt, aber wir werden es in Zukunft nachholen.“ Trump zeigte sich dabei zunehmend frustriert: „Jedes Mal, wenn ich mit Wladimir spreche, haben wir gute Gespräche, und dann führen sie zu nichts. Sie führen einfach zu nichts.“
Lukoil und Rosneft weisen Gewinneinbußen auf
Die Sanktionen trafen Rosneft und Lukoil hart: Der kremlnahe Konzern Rosneft meldete im September einen Einbruch des Nettogewinns um 68 Prozent im ersten Halbjahr 2025, Lukoil einen 26,5-prozentigen Rückgang zum Vorjahr. Als ursächlich für den Verlust gelten höhere Steuern und Gewinneinbußen durch den Krieg in der Ukraine. Letzte Woche hatte Großbritannien eigene Strafen verhängt und erklärt, es gebe „keinen Platz für Russland auf den globalen Märkten“. Die US-Maßnahmen von Mittwoch trieben derweil die US-Ölpreise anderswo in die Höhe: DWTI und Brent legten je um mehr als ein Prozent zu.

Eine Rosneft-Tankstelle in der Region Krasnojarsk.
Parallel dazu erhöht auch die Europäische Union den Druck auf Russland. Das 19. Sanktionspaket, das am Mittwoch endgültig genehmigt wurde, verbietet den Import von russischem Flüssiggas (LNG) bis 2027, Kurzfristverträge sollen zudem nach sechs Monaten auslaufen. Zudem werden 117 weitere Schiffe aus Moskaus „Schattenflotte“ sanktioniert, die Sanktionen umgehen, sowie Banken in Kasachstan und Belarus.
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