Drei Tote bei neuem US-Raketenangriff auf Schmuggler-Boot
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Die USA gehen seit Wochen konsequent gegen illegale Schmuggler-Boote vor – inklusive Einsatz des Militärs. In der Karibik konnten so schon Dutzende Drogenschmuggler gestoppt werden. Auch im Pazifik greift die Küstenwache durch.
Das US-Militär hat einen weiteren tödlichen Angriff auf ein mit Drogen beladenes Boot im Pazifik durchgeführt. Bei der Attacke am Mittwoch in internationalen Gewässern seien drei Menschen getötet worden, schrieb Verteidigungsminister Pete Hegseth auf der Plattform X. Einige Stunden zuvor hatte er bereits über einen US-Angriff am Dienstag mit zwei Toten im Pazifik informiert – dabei handelte es sich um die erste bekannte Attacke vor der Westküste Lateinamerikas, nachdem vorher stets von Angriffen in der Karibik die Rede gewesen war.
Hegseth: „Es sind Drogenterroristen“
In beiden Fällen sprach Hegseth davon, dass das angegriffene Boot von einer „Terrororganisation“ auf einer bekannten Schmuggelroute eingesetzt worden sei. „Unseren Geheimdiensten war bekannt, dass das Schiff in illegalen Drogenschmuggel verwickelt war, auf einer bekannten Drogenroute unterwegs war und Drogen transportierte. Während des Angriffs, der in internationalen Gewässern stattfand, befanden sich drei männliche Drogenterroristen an Bord. Alle drei Terroristen wurden getötet, US-Streitkräfte kamen bei diesem Angriff nicht zu Schaden“, schrieb Hegseth.
Weiter sagte er: „Diese Angriffe werden Tag für Tag weitergehen. Es handelt sich nicht einfach um Drogenschmuggler – es sind Drogenterroristen, die Tod und Zerstörung über unsere Städte bringen. [...] Wir werden sie finden und töten, bis die Bedrohung für das amerikanische Volk gebannt ist.“
Kritik aus Kolumbien
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro warf den USA erneut Mord vor. Das Vorgehen der USA im Kampf gegen den Drogenhandel sei nicht mit internationalem Recht vereinbar und zudem unwirksam, schrieb Petro auf X. Es führe nicht zum Erfolg, „Raketen auf Boote abzufeuern“. „Wenn man eine wirksame Strategie anwenden will, wie sie meine Regierung vorantreibt, muss man Häfen und Buchten mit den nationalen Streitkräften kontrollieren“, schrieb Kolumbiens linker Präsident weiter. „Der größte Teil des Kokains, das über den Pazifik transportiert wird, wird auf Handelsschiffen ausgeführt.“ Petro warf Trump vor, mit seinem Vorgehen die Wahlen in Kolumbien im kommenden Jahr beeinflussen zu wollen.

Drogenboote in der Karibik schmuggeln Drogen in die Länder des Westens.
Kampf gegen Schmuggel fordert 30 Tote
Die USA hatten zuvor bereits mehrfach angeblich mit Drogen beladene Boote in der Karibik angegriffen. Mehr als 30 Menschen wurden dabei getötet. Das Vorgehen zog Kritik nach sich, auch weil die Regierung von US-Präsident Donald Trump keine rechtliche Grundlage für ihr Handeln nannte. Die Vereinten Nationen riefen Trumps Regierung zur Zurückhaltung auf. Der US-Präsident beruft sich auf den Schutz seiner Bevölkerung vor illegalen Banden und tödlichen Drogen.
US-Medien berichteten jüngst, der Präsident schätze die Situation so ein, dass sich die Vereinigten Staaten in einem „bewaffneten Konflikt“ mit Drogenkartellen befänden. Die Drogenkartelle und ihnen zugerechnete mutmaßliche Schmuggler stuft die US-Regierung demnach als „unrechtmäßige Kombattanten“ ein. Nach Informationen der New York Times geht es um Drogenkartelle, die Trumps Regierung zu terroristischen Organisationen erklärt hat.

Eines der Ozeanpatrouillenschiffe, das in Gewässern vor der venezolanischen Küste segelt, um den Drogenhandel zu bekämpfen.
Trump: „Wir werden sie hart angreifen, wenn sie auf dem Landweg kommen“
Trump bekräftigte am Mittwoch im Weißen Haus, dass er Drogenschmuggler auch an Land bekämpfen wolle. Es seien nur noch wenige Boote auf dem Wasser unterwegs, also würden sie – in geringerem Maße – auf dem Landweg kommen, sagte er. „Und wir werden sie sehr hart angreifen, wenn sie auf dem Landweg kommen.“ Details dazu nannte Trump nicht.
Der Republikaner hatte bereits vergangene Woche die Bekämpfung von Rauschgiftschmugglern an Land angekündigt. Es gebe zahlreiche Drogen, die von Venezuela übers Meer auf den Weg in die USA gebracht würden, „aber wir werden sie auch an Land stoppen“, sagte er schon da im Weißen Haus.
Lesen Sie auch: Warum Trump Drogenschmugglern vor Venezuelas Küste den Krieg erklärt
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