EU-Abgeordnete aus Lettland soll Russland-Spionin sein
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Die lettische Europa-Parlamentarierin Tatjana Zdanoka steht laut einer Recherche des unabhängigen russischen Medienunternehmens The Insider in Verbindung mit den russischen Geheimdiensten.
The Insider hat seine Recherchen an den lettischen Geheimdienst weitergeleitet.
Seit 2015 soll sie als russische Agentin agiert haben. Diese Enthüllung ist Teil einer gemeinschaftlichen Untersuchung von The Insider, Delfi aus Estland, dem lettischen Investigativjournalismus-Zentrum Re:Baltica und der schwedischen Zeitung Expressen. Die Vorwürfe stützen sich auf durchgesickerte E-Mails zwischen Zdanoka und ihren mutmaßlichen russischen Kontaktpersonen sowie auf weitere Quellen.
Zdanoka, die Lettland von 2004 bis 2018 und erneut seit 2019 im Europäischen Parlament vertritt, hat sich offenbar aus ideologischen Gründen und nicht aus materiellem Interesse mit Russland verbündet. „Obwohl sie über einen lettischen Pass verfügt, hat Zdanoka eine Karriere gegen die Existenz Lettlands als souveränes Land gemacht“, so The Insider. Zudem unterstützt sie Russland offen und fördert dessen Bestrebungen, sich in die Angelegenheiten der baltischen Staaten einzumischen.

Tatjana Zdanoka ist ein langjähriges Mitglied des EU-Parlaments.
Ihre öffentlichen Aktivitäten, sowohl im Rahmen ihrer offiziellen Tätigkeit als Gesetzgeberin als auch in ihren privaten Äußerungen, zeigen ein langjähriges Muster der Unterstützung Russlands und der Verbreitung russischer Propaganda.
Auf Anfragen von The Insider zu diesen Vorwürfen antwortete Zdanoka, dass sie sich nicht speziell an die infrage stehenden Personen, einschließlich ihrer mutmaßlichen russischen Kontaktpersonen, erinnern könne. „Ich kann diesen Text nicht als Fragen betrachten, die mir gestellt wurden, weil er auf Informationen beruht, die Sie angeblich haben, die Sie aber nicht haben sollten“, antwortete sie The Insider.
Während ihrer Zeit im Europäischen Parlament nahm Zdanoka 2014 als internationale Beobachterin an dem als Scheinreferendum eingestuften Referendum über die Annexion der Krim durch Russland teil. Sie gehörte auch zu einer kleinen Gruppe von Abgeordneten, die gegen die Verurteilung der vollständigen Invasion der Ukraine durch Russland im März 2022 durch das Europäische Parlament stimmten.

Das Hauptquartier des russischen Geheimdienstes FSB.
Aufgrund von durchgesickerten E-Mails und Kommentaren von Geheimdienstquellen aus den baltischen Staaten und anderen westlichen Ländern wird vermutet, dass Zdanoka sich regelmäßig mit bekannten Mitgliedern des russischen Geheimdienstes FSB getroffen hat, die als ihre „Fallführer“ gelten.
Aufgrund von Änderungen, die das lettische Parlament 2022 verabschiedete und die „Personen und politische Organisationen, die dem Kreml nahestehen“ von der Kandidatur ausschließen, kann Zdanoka nicht erneut kandidieren.
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