Explosionen in Katar: Israel greift Hamas-Chefs an
Ein Beitrag von
Israel hat gezielt die Führungsspitze der Hamas ins Visier genommen, die sich in Katars Hauptstadt Doha aufhält. Von dort aus soll auch das Massaker vom 7. Oktober 2023 vorbereitet worden sein, das den Gaza-Krieg auslöste.
Nachdem es Berichte über Explosionen in Doha gegeben hatte, bestätigte die israelische Armee, dass sie „einen präzisen Angriff gegen die oberste Führung der Terror-Organisation Hamas durchgeführt“ habe. Der Name der Operation: „Gipfel des Feuers“.
In einer weiteren Mitteilung erklärte das Militär: „Seit Jahren leiten diese Mitglieder der Hamas-Führung die Operationen der Terror-Organisation, sind direkt für das brutale Massaker vom 7. Oktober verantwortlich und orchestrieren und leiten den Krieg gegen den Staat Israel.“
Schauen Sie hier:
Nach Angaben Israels seien vor dem Schlag gezielte Maßnahmen getroffen worden, um zivile Opfer zu vermeiden. Dazu habe man präzise Munition eingesetzt und zusätzliche Geheimdienstinformationen ausgewertet.

Rauchwolken über dem Ort, an dem die israelische Luftwaffe zuschlug.
Zuletzt hatte das israelische Militär im Juli 2024 den bis dahin ranghöchsten Anführer der Hamas, Ismail Haniyeh in Teheran getötet. Auch Haniyeh residierte in dem Fünf-Sterne-Hotel Four Seasons Doha in Katar (Suiten mit Meerblick ab 900 Dollar die Nacht). Ins Visier hat Israel mit dem heutigen Luftschlag unter anderem den Hamas-Führer Khalil al-Hayya genommen. Der arabische Fernsehsender Al-Arabiya meldete, er sei bei dem Präzisionsschlag ums Leben gekommen. Andere hochrangige Hamas-Führer, die an dem tödlichen Meeting teilnahmen, waren Khaled Mashaal, nach dem Tod von Yahya Sinwar in Gaza Interimsführer der Terrororganisation, sowie Muhammad Darwish, Razi Hamad und Izzat al-Rishq.

Der Präzisionsschlag der israelischen Luftwaffe traf die Hamas-Führer bei einem Meeting.
Al-Jazeera, der in Doha ansässige katarische Nachrichtensender, meldete, eine Hamas-Quelle habe mitgeteilt, das Meeting habe sich um die Prüfung des Waffenstillstandsplans Donald Trumps für den Gazastreifen gedreht. Ähnliche Pläne hatten die Islamisten zuvor mehrmals abgelehnt.
Ein hochrangiger israelischer Beamter sagte gegenüber dem israelischen TV-Sender Channel 12, US-Präsident Donald Trump habe grünes Licht für den Luftschlag gegeben. Aus dem Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu verlautet: „Die heutige Aktion gegen die Terroristenführer der Hamas war eine völlig unabhängige israelische Operation. „Israel hat sie initiiert, Israel hat sie durchgeführt, und Israel übernimmt die volle Verantwortung.“
In einer ersten Stellungnahme verurteilte Katar, das die Hamas-Spitze seit Jahren beherbergt, den israelischen Angriff auf das Politbüro der Hamas in der Hauptstadt Doha. Majed al-Ansari, der Sprecher des katarischen Außenministeriums, nannte ihn „feige“.

Katarische Stellungnahme zum Angriff: „Feige Attacke“.
Laut des saudi-arabischen Außenministeriums soll Kronprinz Mohammed bin Salman Katars Emir Scheich Tamim Al Thani angerufen haben, um Israels „kriminellen“ Angriff auf die Hamas-Führer zu verurteilen und dem „schwesterlichen“ Katar seine volle Unterstützung zuzusichern.
Zwei Hamas-Quellen haben der Nachrichtenagentur Reuters mitgeteilt, dass die Hamas-Führungsriege den Luftschlag überlebt.hat. Jenseits der ungenannten Quelle gibt es jedoch keine Bestätigung dieser Behauptung. Laut Times of Israel berichten notorisch palästinensische Medien, dass bei dem israelischen Luftangriff in Doha zwei Menschen getötet wurden, hochrangige Hamas-Führer jedoch nicht. Bei den Toten handle es sich um Himam al-Hayya, den Sohn des Hamas-Führers im Gazastreifen, Khalil al-Hayya, und Jihad Labad, den Leiter von Khalil al-Hayyas Büro.
In Jerusalem begrüßte auch die Opposition den Schlag gegen die Hamas-Führung. Oppositionsführer Yair Lapid veröffentlichte eine Erklärung, in der er „der Luftwaffe, der israelischen Armee, dem Shin Bet und allen Sicherheitskräften zu einer außergewöhnlichen Operation zur Vereitelung unseres Feindes“ gratuliert. Im Gegensatz zu Lapid lobte der Vorsitzende der Partei Blau-Weiß - Nationale Einheit, Benny Gantz, auch die politische Ebene für ihre Entscheidung zum Angriff und erklärte, Israel müsse „Hamas-Terroristen und ihre Anführer überall und jederzeit verfolgen“.
Der Geheimdienst Shin Bet veröffentlicht Fotos aus seinem Kommandozentrum für Spezialoperationen während des Angriffs der israelischen Luftwaffe auf die Hamas-Führung in Katar. Mit dabei: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Israel Katz, der amtierende Shin-Bet-Chef „Mem“ und der Chef des israelischen Geheimdienstes, Generalmajor Shlomi Binder.


Der israelische Generalstabschef Eyal Zamir hatte vor zehn Tagen Angriffe auf Hamas-Führer im Ausland angedroht. „Mit unseren Aktionen sind wir noch nicht fertig", sagte er nach einem Angriff auf den Hamas-Sprecher Abu Obaida. „Die meisten Hamas-Führer sind im Ausland, und wir werden auch zu ihnen vordringen.“
Gleich mehr bei NIUS
Mehr NIUS:
Deutschland fällt bei Wahl in UN-Sicherheitsrat durch
Neue Eskalation: USA und Iran greifen sich in Golfregion an
„I can't breathe“: Bodycam-Video zeigt die grausamen letzten Minuten von Henry Nowak
Iran setzt Gespräche mit den USA aus: Mullahs planen Komplett-Blockade der Straße von Hormus
Jill Biden spricht über den kognitiven Abbau ihres Ehemanns: „Er war derselbe – die Essenz desselben Joe Biden“
Paris: Ausschreitungen und Vandalismus nach Champions-League-Finale
Deal zwischen USA und Iran rückt näher
Antisemitismus: „Roma Pride“ schließt jüdische LGBTQ-Gruppen aus
Mehr NIUS:
Iran setzt Gespräche mit den USA aus: Mullahs planen Komplett-Blockade der Straße von Hormus
Jill Biden spricht über den kognitiven Abbau ihres Ehemanns: „Er war derselbe – die Essenz desselben Joe Biden“
Paris: Ausschreitungen und Vandalismus nach Champions-League-Finale
Deal zwischen USA und Iran rückt näher
Antisemitismus: „Roma Pride“ schließt jüdische LGBTQ-Gruppen aus
Rahmenabkommen für Waffenruhe: USA und Iran offenbar vor Einigung
Drei Verletzte in Winterthur: Messerangreifer soll Islamist sein
Eskalation trotz Waffenruhe: Iran greift US-Stützpunkt an
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare