Explosionen in Teheran: Israelisches Militär greift iranische Militärziele an
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In der Nacht von Freitag auf Samstag hat Israel militärische Ziele im Iran angegriffen. Wie die israelische Armee erklärte, seien die Angriffe eine Reaktion „auf die seit Monaten andauernden Angriffe des iranischen Regimes gegen den Staat Israel“. Demnach hätten das iranische Regime und seine Verbündeten Israel seit dem 7. Oktober mit verschiedenen Angriffen, auch direkt von iranischen Boden aus, bedrängt. „Wie jedes andere souveräne Land der Welt hat auch der Staat Israel das Recht und die Pflicht, darauf zu reagieren“, so die Armee.
Die Operation umfasste laut israelischem Fernsehen drei Angriffswellen, die etwa fünf Stunden dauerten. Am Samstagmorgen meldete die israelische Armee den erfolgreichen Abschluss der Mission: „Unsere Flugzeuge sind sicher heimgekehrt.“ Die Ziele der Angriffe sollen Raketenproduktionsstätten und Abschussanlagen gewesen sein, so das israelische Militär, das die Angriffe auf „nachrichtendienstliche Erkenntnisse“ gestützt habe. Wie YNet berichtet, seien „hunderte Kampfflugzeuge und Flugkörper“ am Angriff beteiligt gewesen.
In der iranischen Hauptstadt Teheran und der nahegelegenen Stadt Karaj wurden gegen 2:15 Uhr Ortszeit Explosionen gemeldet. Auch die Flugabwehr wurde aktiviert. Berichte der Nachrichtenagentur Fars weisen auf Angriffe auf mehrere Militärstützpunkte westlich und südwestlich von Teheran hin, darunter Produktionsstätten von Raketen, aber auch Boden-Luft-Raketenstellungen sowie weitere iranische Luftabwehrsysteme.
Über mögliche Schäden oder Opfer gab es zunächst keine genaueren Angaben, doch die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete, dass in Teheran keine Opfer zu beklagen seien. Aus Sicherheitsgründen drosselte die Regierung das Internet in der Hauptstadt. Das Bombardement Israels ist der erste größere Angriff im Iran seit dem ersten Golfkrieg zwischen der Islamischen Republik und Irak in den 1980er Jahren.

Israelische Sicherheitskräfte begutachten Mtte Oktober die Schäden an einem Haus, das von einer aus dem Libanon abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Am 1. Oktober hatten die Revolutionsgarden, Irans Eliteeinheit, etwa 200 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert. Das Land befand sich damals für mehrere Stunden im Ausnahmezustand, Menschen flohen in Luftschutzbunker. Der Angriff erfolgte nach einer Reihe von gezielten Tötungen durch Israel, die sich gegen Akteure der libanesischen Hisbollah-Miliz im Libanon und der islamistischen Hamas im Gaza-Streifen richteten.
Videos in den sozialen Medien zeigen Gebäude in Flammen sowie Detonationen, die den Nachthimmel erhellen. Zwischen die Bilder mischen sich immer wieder Schreie von Menschen.
Iranische Revolutionsgarden kündigen Vergeltung an – USA sieht „Selbstverteidigung“
Das iranische Militär teilte mit, es sei bereit, die Angriffe zu beantworten. „Es besteht kein Zweifel daran, dass Israel auf jede Aktion eine angemessene Antwort erhalten wird“, zitierte etwa die Nachrichtenagentur Tasnim eine anonyme Quelle des Mullah-Regimes. Tasnim gilt als Sprachrohr der Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht.

Die iranische Hauptstadt Teheran am frühen Samstag.
Die USA, die Israel als engen Verbündeten im Nahen Osten unterstützen, bezeichneten die israelischen Angriffe als „Selbstverteidigung“. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Sean Savett, erklärte, die gezielten Angriffe auf militärische Anlagen seien eine Antwort auf den iranischen Raketenangriff auf Israel vom 1. Oktober. Die Angriffe betrafen offenbar keine iranischen Energie- oder Atomanlagen, wie US-Medien unter Berufung auf israelische Quellen berichten. Die USA hatten sich zuvor gegen Angriffe auf solche Einrichtungen ausgesprochen.

Rauchwolken über einem Wohnhaus in Damaskus nach einem israelischen Angriff im Juli.
Parallel zu den Ereignissen im Iran wurden auch aus Syrien Explosionen gemeldet. Laut der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana habe die syrische Flugabwehr „feindliche Ziele im Luftraum um Damaskus“ abgefangen. Bereits vor wenigen Tagen griffen israelische Streitkräfte Ziele in Syrien an, darunter ein Wohngebiet in der Hauptstadt Damaskus sowie eine Militäranlage in Homs. Die israelische Armee habe „einen Angriff vom besetzten syrischen Golan und vom Nordlibanon ausgeführt“, berichtete die Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf eine Militärquelle.
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