Falscher Blackfacing-Vorwurf: US-Schule muss eine Million Dollar an Schüler zahlen
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Ein US-Gericht hat zwei Schülern eine Entschädigungszahlung von insgesamt einer Million Dollar zugesprochen, nachdem sie wegen angeblichen „Blackfacings“ von ihrer Schule suspendiert worden sind. Die Schüler hatten Selfies gemacht, während sie kosmetische Gesichtsmasken ausprobierten, die später im Netz fälschlicherweise als Beispiel für rassistisches „Blackfacing“ geteilt wurden.
Im Jahr 2017 probierten die Schüler Gesichtsmasken aus und posteten Fotos davon in Social Media. Dazu benutzten die damals etwa 14-jährigen Teenager kosmetische Gesichtsmasken, die sich während der Anwendung von einem hellen in einen dunklen Grünton verfärben. Aufgenommen wurde das Selfie während eines Übernachtungsbesuches, wo die Jungs aus Solidarität mit ihrem von Akne geplagten Freund Gesichtsmasken ausprobierten. Die Maske, die bei Hautunreinheiten angewendet wird, wurde von einer Mutter der Schüler gekauft.

Eine Mutter hatte die Gesichtsmaske online gekauft. (Bild: Superior Court of California)
Gesichtsmasken-Selfie ging viral
Drei Jahre später, im Jahr 2020, ging das Selfie während der Black Lives Matter Proteste viral, wo es vielfach zweckentfremdet als Beispiel für „Blackfacing“ geteilt wurde. „Blackfacing“ heißt auf Deutsch: sich das Gesicht schwärzen. Es beschreibt sehr dunkles Make-up, das verwendet wird, um schwarze Personen darzustellen. Diese Praxis stammt aus dem 18. und 19. Jahrhundert und war damals in der Kleinkunst üblich. Heute werden diese Darstellungen von schwarzen Menschen als rassistisch eingestuft.
Die Gesichtsmasken wurden von den Teenagern aus kosmetischen Gründen angewendet, um das Hautbild zu verbessern. Das Selfie wurde somit später im falschen Kontext geteilt, da es sich dabei nicht um dunkle Farbe handelte, die üblicherweise bei „Blackfacing“ zum Einsatz kommt.

Die Selfies der Teenager mit den Gesichtsmasken wurden online als Beispiel für „Blackfacing“ geteilt. (Bild: Superior Court of California)
Die katholische Schule Saint Francis in Kalifornien machte wegen des Fotos kurzen Prozess und verwies 2020 ihre beiden Schüler ohne eine Anhörung. Die Schüler erklärten, dass es sich bei dem Foto keineswegs um eine rassistische Darstellung gehandelt habe, sondern es dabei um eine witzige Inszenierung von Gesichtsmasken ging.

Die Saint Francis High School zählt zu den Eliteschulen in Kalifornien. (Bild: Google Maps)
Die beiden geschädigten Schüler erhalten jeweils 500.000 Dollar Entschädigung sowie eine Erstattung der Studiengebühren von etwa 70.000 Dollar. Zunächst hatten die Eltern der Schüler auf 20 Millionen Entschädigung geklagt.
Die Anwältin der Jungs bezeichnet das Urteil des Gerichts in Sara Clara County als bahnbrechend, da dies ein wegweisendes Signal für private Schulen in den USA sei, Schüler nicht ohne faires Verfahren mit Strafen oder Verweisen belegen zu können. Die Schule habe mit dem Schulverweis ohne Anhörung der Beschuldigten nicht rechtskonform gehandelt.
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