Familien deutscher Hamas-Geiseln appellieren an die Welt: „Der Terror hat in diesem Fall jede Grenze überschritten“
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Die Hinterbliebenen von entführten deutschen Geiseln durch die Hamas haben sich in Tel Aviv an die Weltöffentlichkeit gewandt. „Wir sehen Deutschland in der Pflicht, so auf den Zustand einzuwirken, dass unsere Leute zurückkommen“, sagte der 86-jährige Hannen Cohen. „Der politische Druck muss da sein.“ Außerdem appellierte er an die historische Verantwortung Deutschlands: „Der Staat Israel wurde gegründet, um ein Haus für das jüdische Volk zu sein“, so Cohen. „Der Terror der Hamas hat in diesem Fall jede Grenze überschritten.“
Die Hinterbliebenen dankten dabei auch explizit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) für sein Kommen, der sich mehr als 40 Minuten Zeit genommen hatte, um ihre Geschichten zu hören. „Der Kanzler ist an einem historischen Punkt der Geschichte und in einer historischen Position“, sagte ein weiterer Hinterbliebener, Gilli Romann. Man erwarte, dass er „alles in der Macht Stehende tut“, um Hamas dazu zu bringen, die Geiseln so schnell wie möglich freizulassen.

Die Angehörigen der Opfer auf einer Pressekonferenz in Israel.
Was konkrete Maßnahmen angeht, blieben die Personen unkonkret. Scholz habe Cohen zufolge versichert, er würde „nicht aufhören, seine Macht dafür einzusetzen, die deutschen Geiseln freizulassen“. Hoffnungen lege die Gruppe unter anderem auf Scholz’ morgige Visite in Ägypten, deren Regierung womöglich Einfluss auf Hamas nehmen kann.
Anwesend bei der Pressekonferenz war auch die Mutter von Shani Louk, einer 22-Jährigen, die beim Supernova-Festival von Hamas entführt wurde. Auf sozialen Medien tauchten Clips auf, die sie entführt und gefesselt zeigen. „Die ganze Welt bricht über einem zusammen, wenn man sieht, was dort passiert ist“, so Shanis Mutter.

Sie alle warten auf ein Lebenszeichen von ihren Liebsten, die in den Fängen der Hamas-Terroristen stecken.
Teilweise sind die Familien ohne jedes Lebenszeichen von ihren Liebsten. Yoni Asher etwa verwies darauf, dass er die Puppe seiner dreijährigen Tochter, die er auch zum Treffen mit dem Bundeskanzler mitbrachte, stets bei sich trägt, um seine Tochter in Erinnerung zu behalten. Ein weiterer Hinterbliebener verwies auf seine 79-jährige Mutter, die schwer krebskrank sei und Medikamente brauche. „Sie hat sicherlich große Schmerzen“.

Vor der deutschen Botschaft in Tel Aviv gab es ebenfalls friedliche Proteste, die sich für eine schnelle Befreiung der Geiseln einsetzten.
Die Familien sind untereinander organisiert. Einige Mitglieder haben vor, am kommendem Sonntag eine Demonstration in Berlin abzuhalten. Bis dahin hoffe man, dass Hamas zumindest Informationen über den Zustand und Status der Geiseln herausgeben, so dass die Familien wissen, wie es ihren Liebsten geht.
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Jan A. Karon
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