Finnische Grenze: Putin schickt Syrer per Fahrrad in den Schnee
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Als Reaktion auf den Verdacht, dass Moskau eine Migrationskrise orchestriert, hat Finnland kürzlich drei der letzten vier verbliebenen Grenzübergänge zu Russland geschlossen.
Der finnische Premierminister Petteri Orpo kündigte an, dass nur der Grenzübergang Raja-Jooseppi geöffnet bleiben wird. Diese Maßnahme folgt auf einen ungewöhnlichen Anstieg der Zahl von Migranten, vor allem aus dem Nahen Osten und Afrika, die im November ohne ausreichende Visa und Papiere in Finnland ankamen.

Flüchtlinge auf Fahrrädern im Schnee sind in Finnland kein seltener Anblick mehr.
„Wir müssen dies tun, um die Ordnung (an den Grenzübergängen) aufrechtzuerhalten und die Sicherheit des legalen Grenzverkehrs zu gewährleisten“, sagte Tomi Tirkkonen, stellvertretender Kommandant des Grenzschutzbezirks Kainuu in Ostfinnland, gegenüber The Associated Press.
Die Situation an der Grenze hat sich zu einer humanitären Krise entwickelt, wobei die meisten Migranten junge Männer in ihren Zwanzigern sind. Die finnische Regierung wirft Moskau vor, absichtlich Migranten in das russisch-finnische Grenzgebiet zu schicken, das normalerweise vom russischen Föderalen Sicherheitsdienst (FSB) streng kontrolliert wird.
Besonders verstörend wirken die Bilder von Flüchtlingen, die mit Fahrrädern an der finnischen Grenze ankommen – es scheint so, als hätte der Kreml diese mit Drahteseln ausgestattet.
Russland weist Vorwürfe zurück
Der Kreml drückte sein Bedauern über die Entscheidung Finnlands aus und wies die Behauptung der finnischen Behörden zurück, Russland habe den Zustrom von Migranten an der Grenze gefördert, um Finnland für seinen NATO-Beitritt zu bestrafen.
Die finnische Außenministerin Elina Valtonen beschuldigte Russland, Migranten als Teil seiner „hybriden Kriegsführung“ gegen Finnland zu instrumentalisieren. Sie behauptete, es gebe Beweise dafür, dass russische Grenzbehörden Menschen ohne die richtigen Dokumente nicht nur an die finnische Grenze ließen, sondern sie auch aktiv in die Grenzzone brächten.

Unter den Flüchtlingen finden sich besonders viele junge Männer.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, wies diese Anschuldigungen zurück und erklärte, dass die russischen Behörden bereit seien, mit den finnischen Beamten zusammenzuarbeiten, um eine Einigung in der Grenzfrage zu erzielen. Sie argumentierte, dass Finnland seine Bedenken hätte äußern sollen, um eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden oder eine Erklärung zu erhalten.
Aus einer Recherche der NZZ geht hervor, dass nicht nur die russischen Behörden in die Beförderung von Asylbewerbern involviert sind. In sozialen Medien kursieren seit einigen Tagen Angebote für Reisen von Russland nach Finnland. Für eine Autofahrt von Moskau zur finnischen Grenze, inklusive eines Fahrrads, werden beispielsweise 2000 Dollar verlangt. Die finnische Polizei vermutet, dass hinter diesen Angeboten kriminelle Gruppierungen stecken.
Finnland, ein Land mit 5,6 Millionen Einwohnern, trat der NATO als direkte Reaktion auf Russlands Krieg mit der Ukraine bei. Viele interpretieren Moskaus Manöver als Vergeltung für Helsinkis Entscheidung, dem westlichen Militärbündnis beizutreten.
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