In allen 34 Punkten schuldig gesprochen: US-Gericht verurteilt Donald Trump wegen Schweigegeldzahlungen
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Im Prozess um Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin haben die Geschworenen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump in allen 34 Punkten der Anklage schuldig gesprochen. Das Urteil wurde in der Nacht zum Freitag einstimmig beschlossen.
Damit ist das erste Mal in der amerikanischen Geschichte ein Ex-Präsident wegen einer Straftat verurteilt worden. Das Strafmaß wird am 11. Juli bekannt gegeben, bis dahin bleibt Trump auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft hat noch nicht erklärt, ob sie eine Gefängnisstrafe verhängen wird. Wahrscheinlich erscheint eine Geld- oder Bewährungsstrafe. Selbst wenn der 77-Jährige in Haft muss, kann er für das Amt des Präsidenten im November kandidieren. Noch im Juli soll er auf dem Parteitag der Republikaner erneut zum Präsidentschaftskandidaten nominiert werden.
Trumps Anwalt, Todd Blanche, kündigte bei CNN an, schnellstmöglich Berufung gegen das Urteil einzulegen. Wie Blanche ausführte, habe man das Urteil erwartet. Trump selbst nannte den Urteilsspruch eine „Schande“. Ihm zufolge sind die Richter korrupt gewesen, das ganze Land werde „manipuliert“. Er sei unschuldig. Die Biden-Regierung wolle den politischen Gegner „verletzten“ und „schaden“. Das wirkliche Urteil werde bei den Präsidentschaftswahlen fallen.

Donald Trump bei der Urteilsverkündung am Donnerstag.
130.000 für eine Pornodarstellerin
Die Staatsanwaltschaft hatte Trump vorgeworfen, er habe im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2016 durch Zahlungen in Höhe von 130.000 Dollar die Pornodarstellerin Stormy Daniels zum Schweigen bringen wollen, um seine Erfolgschancen zu verbessern. Mit Daniels habe Trump Sex gehabt, während seine Ehefrau gerade den gemeinsamen Sohn geboren hatte. Obwohl die Zahlung selbst nicht illegal war und auch nicht bestritten wird, soll der heute 77-Jährige bei der Erstattung des Betrags an seinen damaligen Anwalt Michael Cohen Unterlagen manipuliert haben, um den wahren Grund der Transaktion zu verschleiern. Dadurch habe er sich der illegalen Wahlkampf-Finanzierung in 34 Fällen schuldig gemacht. Trumps Anwälte hatten argumentiert, es habe sich um gewöhnliche Anwaltshonorare gehandelt.
Die sieben Männer und fünf Frauen der Jury hatten zu den Vorwürfen seit April mehr als 20 Zeugen angehört, seit Mittwoch liefen die Beratungen. „Sie haben diesem Fall die Aufmerksamkeit geschenkt, die er verdient“, sagte der Richter Juan Merchan und dankte den Geschworenen für die Bewältigung der „schwierigen und stressigen Aufgabe“. Gegen Trump sind noch drei weitere Anklagen anhängig, der Schweigegeldprozess könnte aber der einzige sein, der noch vor den Wahlen im November abgeschlossen wird.

Demonstranten versammelten sich vor dem Gericht vor der Urteilsverkündung
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