In Deutschland sind sie erlaubt: England verbietet Pubertätsblocker
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In England ist es jetzt verboten, Kinder und Jugendliche mit Pubertätsblockern zu behandeln. Damit folgt England einem internationalen Trend – während man in Deutschland an den Blockern festhält.
Pubertätsblocker unterdrücken im Gehirn die Freisetzung von Sexualhormonen. Zugelassen ist der Wirkstoff eigentlich nur für die Behandlung von Kindern, die frühzeitigen in die Pubertät kommen und Männern, die man aufgrund pädophiler Neigungen, einer chemischen Kastration unterzieht.
Medikament stoppt körperliche Entwicklung von Kindern
Vor allem während der vergangenen zehn Jahre wurden mit den Blockern auch geschelchtsdysphorische Kinder behandelt. Das sind Kinder, die glauben, im falschen Geschlecht geboren zu sein. Die Blocker bewirken, dass die Pubertät und mit ihr die natürliche körperliche Entwicklung der Kinder wie Bartwuchs, Stimmbruch, das Wachsen der Brüste oder das Einsetzen der Menstruation gestoppt wird.

Aktuelle Ideologien verunsichern Kinder in ihrer geschlechtlichen Identität.
Der Nationale Gesundheitsdienst in England (NHS) hat jetzt entschieden, Kinder und Jugendliche nicht mehr mit den Pubertätsblockern zu behandeln, weil es keine Evidenz gibt, dass die Medikamente die Situation von Jugendlichen, die an Geschlechterdysphorie leiden, verbessern.
Als Grundlage für dieses Verbot, nennt der NHS Richtlinien des „National Institute for Health and Care Excellence“ (NICE-Review), die mit den medizinischen Leitlinien der AWMF in Deutschland (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) vergleichbar sind. Die Studienlage über Pubertätsblocker ist dünn, während die Ergebnisse, die vorhanden sind, besorgniserregend sind. So wird über eine mögliche Intelligenzminderung, Osteoporose und einem erhöhten Krebsrisiko diskutiert.
Studien belegen, dass über 90 Prozent der Kinder, die man mit Pubertätsblocker behandelt hat, später eine Behandlung mit gegengeschlechtlichen Hormonen vornehmen, was zu einer lebenslangen Sterilisierung bzw. Unfruchtbarkeit der Kinder führt. Häufig entscheiden sich die Jugendlichen mit der Volljährigkeit auch für irreversible Operationen.
Wer Pubertätsblocker nimmt, springt auf einen Zug auf, der nur in eine Richtung fährt. Und das, obwohl mehrere Studien belegen, dass Jugendliche, die nicht auf diesen Zug aufspringen, nach der Pubertät nicht mehr dysphorisch sind, das heißt im Frieden mit ihrem Körper leben.
Deutschland hält an Pubertätsblockern fest
Auch in Schweden, Australien und Finnland hat man eine Behandlung mit Blockern verboten. Bedeutet: In der medizinischen Fachwelt gibt es eine klare Tendenz, die sich auch in Deutschland abzeichnet. So veröffentlichten im Feburar mehrere deutsche Psychiater auf Basis des NICE-Reviews ein Paper mit einer systematischen Übersicht über die Evidenz von Pubertätsblockern.
Das Fazit: Es gibt keine Evidenz dafür, dass eine Behandlung mit Pubertätsblockern den Jugendlichen hilft.
Dieses Paper sorgte in der Kommission der S3-Leitlinien für Wirbel. Der Grund: Die Kommission der AWMF war gerade dabei, medizinische Leitlinien zu verabschieden, die sich für die Anwendung von Pubertätsblocker ohne Altersbeschränkung aussprach. Nach der Veröffentlichung des Papers wurden die S3-Leitlinien, die für eine hohe Evidenz stehen, auf S2K-Leitlinien heruntergestuft.

Prof. Dr. Georg Romer
Prof. Dr. Georg Romer, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Münster und federführender Leiter der Kommission sagte in einer Stellungnahme für das Deutsche Ärzteblatt: „Für unsere Best Practice liefert die aktuelle Positionierung des NHS England, die auch in der britischen Fachwelt umstritten ist, keinen bedeutsamen Erkenntnisgewinn.“
Die S2K-Leitlinien für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen werden jetzt unter der Leitung von Georg Romer verabschiedet. Ob darin die Behandlung mit Pubertätsblockern weiterhin empfohlen wird, steht noch aus.
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