Insel-Pfarrer ist verzweifelt wegen Migranten-Ansturm: „Lampedusa erlebt eine Apokalypse“
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Diese Migration ist ein Ansturm auf Europa: Lampedusa wird aktuell überrannt. Alleine am Dienstag erreichten 5.000 Migranten mit Booten die italienische Mittelmeerinsel. Die Menschen setzen von Nordafrika über – insgesamt befinden sich 7.000 Personen im sogenannten Hotspot, einem Auffanglager, von wo aus die Menschen in Tranchen zum Hafen gefahren und im Anschluss mit einer Fähre nach Sizilien gebracht werden. Von dort aus geht es weiter aufs europäische Festland.
NIUS ist vor Ort und berichtet über die neue Flüchtlingskrise an der EU-Außengrenze.
Menschen. Überall Menschen. Erschöpft am Straßenrand, in langen Schlangen bei der Essensausgabe oder in der Hoffnung, am Ende der Schlange Trinkwasser zu bekommen. Vor allem junge, schwarze Männer. Das Auffanglager ist für 400 Menschen ausgelegt und komplett überlastet, daher haben mehrere hundert Migranten über den Hotspot hinaus Bewegungsfreiheit und halten sich im Stadtgebiet auf.
Es gibt Stress untereinander, immer wieder bricht Chaos im Getümmel aus, in einer Kirche kam es zu einer Schlägerei unter Migranten. Der Insel-Pfarrer sagt: „Lampedusa erlebt eine Apokalypse.“ Das Erstaufnahme-Lager auf der Insel ist für 400 Menschen ausgelegt. Lampedusa ist ungefähr so groß wie die Nordseeinsel Langeoog. Einheimische sagen, dass sich die Urlaubsinsel Lampedusa in den Hotspot der Flüchtlingskrise verwandelt.

Lampedusa am Donnerstag-Nachmittag: Im Auffanglager ist Platz für 400 Menschen, alleine am Dienstag kamen 5.000.

Warten auf Wasser und Verpflegung.
Seit Januar waren es laut dem Innenministerium in Rom 123.800 Menschen, die auf Booten Italien erreichten – im Vorjahreszeitraum waren es 65.500. Sollte der Trend anhalten, könnte bis Ende des Jahres die Rekordzahl von 2016 übertroffen werden. Damals kamen 181.000 Menschen. Das italienische Rote Kreuz warnte vor einer humanitären Krise.
Italiens Vize-Regierungschef Matteo Salvini hat die Ankunft von Tausenden Bootsmigranten auf der kleinen Mittelmeerinsel Lampedusa als „Akt des Krieges“ bezeichnet. „Es ist keine spontane Episode, sie ist offensichtlich organisiert, finanziert und vorbereitet“, sagte der Politiker der rechtspopulistischen Lega-Partei am Mittwochabend bei einer Veranstaltung vor Journalisten.
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Jan A. Karon
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