Trump verspricht: „Hilfe unterwegs“, Menschenrechtler schätzen mehr als 2.500 Tote: Alle Updates zur Lage im Iran
Ein Beitrag von
Seit Ende Dezember fordern Demonstranten in allen 31 Provinzen wirtschaftliche Stabilisierung und politischen Wandel. Das Regime reagiert mit brutaler Gewalt und einem Internet-Blackout, um die Proteste zu isolieren. Internationale Akteure wie US-Präsident Donald Trump und Tech-Milliardär Elon Musk mischen sich ein, während Menschenrechtsorganisationen alarmierende Opferzahlen melden. Hier ein Update zu den jüngsten Entwicklungen.
US-Präsident Donald Trump hat sich in die Iran-Krise eingeschaltet und eine mögliche Intervention angedeutet. In einem Post auf der Plattform Truth Social wandte er sich direkt an die Demonstranten: „Iranische Patrioten, protestiert weiter – übernehmt eure Institutionen!!!“ Er forderte sie auf, die Namen der „Mörder und Misshandler“ zu notieren, und versprach: „Sie werden einen hohen Preis zahlen ... Hilfe ist unterwegs.“ Trump hat zudem alle Treffen mit iranischen Offiziellen abgesagt, bis die Tötungen von Protestierenden enden.

Wie der BBC berichtet, berät das Weiße Haus derzeit Optionen, darunter Luftschläge gegen militärische Einrichtungen der Revolutionsgarden, oder Cyberangriffe. Trump äußerte sich am Dienstag gegenüber Reportern wie folgt: „Die Tötungen scheinen bedeutend zu sein, aber wir wissen es noch nicht mit Sicherheit.“ Er plane, genaue Opferzahlen zu ermitteln und dann „entsprechend handeln“. Seine Nationalen Sicherheitsberater, darunter Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth, haben in einer Krisensitzung verschiedene Szenarien diskutiert.
Frühere US-Offizielle bestätigen, dass die USA über ausreichend Mittel für einen Angriff verfügen, auch ohne Flugzeugträger in der Region. Trump riet Verbündeten, den Iran zu verlassen: „Sie sollten rausgehen ... Das ist eine gute Idee.“

Ein Demonstrant in Berlin fordert Donald Trump dazu auf, den Iran zu retten.

Schiitische Geistliche rund um Khamenei bei einem Treffen vergangene Woche.
Irans Außenminister Abbas Araqchi warnte derweil vor einer Eskalation: „Falls Washington die militärische Option testen will, die es zuvor getestet hat, sind wir dafür bereit.“ Katar mahnte zu Diplomatie, um katastrophale Folgen in der Region zu vermeiden. Trump hatte zudem zuvor 25-Prozent-Zölle gegenüber Ländern verhängt, die mit dem Iran handeln.
Menschenrechtler schätzen mehr als 2.500 Tote
Unterdessen eskaliert die Gewalt vor Ort immer weiter: Die Menschenrechtsorganisation HRANA meldet mindestens 2.571 Tote seit Ausbruch der Proteste vor 17 Tagen, darunter 1.850 tote Demonstranten, 135 Regime-Anhänger, neun unbeteiligte Zivilisten und neun Kinder. Die Gruppe überprüft weitere 779 Berichte und nennt die Zahl eine „konservative“ Schätzung. Die norwegische Organisation Iran Human Rights (IHR) bestätigt mindestens 734 getötete Protestierende, basierend auf Daten aus weniger als der Hälfte der Provinzen, und schätzt ebenfalls tausende Tote.
In Teheran türmen sich mancherorts Säcke mit Leichen.
Ein anonymer iranischer Offizieller räumte gegenüber Reuters etwa 2000 Tote ein, schob die Schuld jedoch „Terroristen“ zu, die von außen gesteuert würden. Auch der oberste Führer Ali Khamenei sprach von „neutralisierten Plänen ausländischer Feinde“.
Die Proteste, ausgelöst durch den Kollaps der Währung und steigende Lebenshaltungskosten, aber inzwischen das Wesen des Mullah-Regimes betreffend, haben sich zu den größten Protesten gegen das Regime seit 1979 entwickelt. So soll in 180 Städten demonstriert worden sein. Videos aus Teheran zeigen Leichenhallen mit Hunderten Leichen. Krankenhäuser seien überfordert: Ein iranischer Onkologe berichtete von Zuständen wie in „Kriegszonen“ mit Mangel an Blutkonserven und Versorgungsengpässen.

In zahlreichen Städten drängen tausende Demonstranten auf die Straße und riskieren dabei ihr Leben.
Elon Musk liefert Iranern kostenloses Internet
Um den regimeimponierten Blackout zu durchbrechen, schaltete sich unterdessen auch Tech-Milliardär Elon Musks ein und versprach, den Satelliten-Internetdienst Starlink für die Iraner kostenlos bereitszustellen. Bisher inaktive Accounts seien nun verbunden und Abogebühren erlassen. Das bestätigte auch Ahmad Ahmadian, Chef der Tech-NGO Holistic Resilience. „Es ist ein plug and connect-Konzept“. Man könne das Satellitenterminal einfach irgendwo hinstellen, wo es freien Blick auf den Himmel hat, und von dort aus Internetzugang erhalten.

Mithilfe solcher Spacelink-Satellitenterminals können Menschen im Iran den Blackout umgehen und Zugang zum Internet erhalten.
Dabei ist Spacelink im Iran eigentlich verboten. Aktivisten sollen deshalb zahlreiche Terminals ins Land geschmuggelt haben: Schätzungen reichen von 20.000 bis über 50.000 Geräten. Starlink umgeht staatliche Netze via Satelliten und hat sich Krisen wie der Ukraine, aber auch Krisenregionen in Afrika bewährt. Im Iran dient es als „die einzige Möglichkeit, die Informationen [über die Gewalt und Proteste] nach draußen zu bringen“, so Ahmadian. Das Regime stört Signale mit militärischen Jammern, ähnlich wie Russland in der Ukraine, doch Starlink bleibt teilweise funktionsfähig.
Experten wie Mahsa Alimardani von Witness sehen in der Erweiterung ein „kleines Fenster“ gegen Zensur, das als Abschreckung wirken könnte. Die USA finanzierten früher VPNs für Iraner. Musk hatte Starlink bereits nach dem Israel-Iran-Krieg 2025 aktiviert, trotz Risiken für Nutzer.
Auch bei NIUS: Iranerin hofft auf US-Intervention im Iran: „Es findet gerade ein massives Massaker statt“
Mehr NIUS:
Transgender-Abgeordneter in den USA zu 33 Jahren wegen sexueller Ausbeutung von Kindern verurteilt
Gipfel in der Schweiz: Iran unterbricht Verhandlungen mit den USA
Großbritannien: Krankenschwester verliert Zulassung nach Facebook-Posts über illegale Einwanderung
Mehrere Schwerverletzte bei Zusammenstoß zweier Züge in England
Trump verspottet Meloni nach G7-Treffen: Italiens Außenminister sagt USA-Reise ab
Wut über Migrationspolitik: Belfast brodelt nach versuchter Hinrichtung
Iran-Gespräche: Vance reist vorerst nicht zu Verhandlungen in die Schweiz
Entgegen aller Klima-Horrorprognosen: Viel mehr Korallenriffe als bisher gedacht kommen mit höheren Temperaturen zurecht
Mehr NIUS:
Mehrere Schwerverletzte bei Zusammenstoß zweier Züge in England
Trump verspottet Meloni nach G7-Treffen: Italiens Außenminister sagt USA-Reise ab
Wut über Migrationspolitik: Belfast brodelt nach versuchter Hinrichtung
Iran-Gespräche: Vance reist vorerst nicht zu Verhandlungen in die Schweiz
Entgegen aller Klima-Horrorprognosen: Viel mehr Korallenriffe als bisher gedacht kommen mit höheren Temperaturen zurecht
G7-Staaten kündigen neue Sanktionen gegen Russland an
Mit Nummer 47 und seinem Namen: Merz schenkt Trump Deutschland-Trikot
Acht Tote bei Absturz von B-52-Bomber in Kalifornien
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare