Nach Schwächung der Mullahs: Iranische Frauen zeigen Haut – und auf Social Media reagieren viele wie die Sittenpolizei
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Die intensiven amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran führen offenbar dazu, dass dort die Scharia faktisch nicht mehr durchgesetzt wird. Viele Frauen aus dem Iran posten Bilder und Videos, in denen sie unverschleiert, oft auch sexy, auftreten. Eines dieser viral gegangenen Postings zeigt eine Frau, die den Trump-Dance tanzt. Daraufhin beleidigte ein US-Account die Frau als „nuttig“. Jetzt erst recht, scheinen sich viele iranische Frauen gedacht zu haben – und reagierten mit entsprechend freizügigen Fotos. NIUS schildert einen Social-Media-Zwist, der Millionen Menschen erreichte.
Alles begann mit diesem Video:
Eine amerikanische Frau fragt daraufhin despektierlich: „Ist sonst noch jemandem aufgefallen, dass in den Videos von ‚feiernden iranischen Frauen‘ ausschließlich Frauen zu sehen sind, die wie Huren gekleidet sind?“

Das Posting ist inzwischen wegen „Hate Speech“ entfernt worden.
„Niemand hasst iranische Frauen mehr als weiße linke Frauen“
Kurz darauf posten zahlreiche iranische Frauen Fotos von sich selbst – elegant, selbstbewusst, befreit, teilweise freizügig – als direkte Antwort auf die Beschimpfung.
Eine Iranerin kontert selbstbewusst: „Niemand hasst iranische Frauen mehr als weiße linke Frauen, denn sie wissen, dass sie nicht mit uns mithalten können. =)))“

Eine andere zeigt ihre Zwangsverhüllung als kleines Mädchen im Kontrast zu ihrer heutigen Freiheit. Und schreibt: „Heult doch ’rum.“

„Na los, verklag’ mich doch. Ich warte“, fragt eine andere Iranerin:
Hintergrund: Für viele dieser Frauen ist das Zeigen von Haaren, Haut, Make-up oder modischer Kleidung Ausdruck ihrer persönlichen Freiheit – nach Jahrzehnten der Kontrolle. Die Ironie der Situation: Die Abwertung als „nuttig“ entspricht genau jener Argumentation, mit der die islamistische Herrschaft seit Jahrzehnten das weibliche Erscheinungsbild kontrolliert. Denn in der Ideologie der Islamischen Republik gilt feminine Attraktivität als moralische Gefahr, die verhüllt und reguliert werden muss.
„Iranische Frauen kämpfen und sterben für die Freiheit, ihre Kleidung selbst zu wählen“
Die Beschimpfung iranischer Frauen reproduziert also eine ähnliche sexualmoralische Logik, wie sie der islamistischen Ideologie selbst zugrunde liegt. Das wird auch auf Social Media zum Thema gemacht. Diese Iranerin erinnert an die Grausamkeit der Scharia: „Ich war 19. Ich erhielt 60 Peitschenhiebe vom Nacken bis zu den Knöcheln. Mein Verbrechen? Auf einer Party ohne Hijab getanzt! Iranische Frauen kämpfen und sterben für die Freiheit, ihre Kleidung und ihren Glauben selbst zu wählen. Und Sie, in einem freien Land, verspotten deren Kleidung? Schäm dich.“

Dieser konservative US-Account wundert sich: „Aus irgendwelchen Gründen bringt dieses Video ‚Feministinnen‘ AUF DIE PALME.“ Zu sehen ist eine Frau, die ihren Tschador auszieht, um im Minirock gekleidet hervorzutreten.
Was jedem klar sein sollte: Das Kopftuch, auch Hidschab genannt, war nie bloß ein Stück Stoff – sondern immer ein Signum der Macht. Dass nun, während die Mullahs ihre Macht vollständig zu verlieren drohen, auch die neue Freiheit zelebriert wird, kann doch niemanden verwundern. Ebenso wenig überrascht es, dass es so manchen auf die Palme bringt.
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