Islamistische Gewalt gegen Christen: Trump droht Nigeria mit Militäreinsatz
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In Nigeria verüben dschihadistische Gruppen immer wieder Angriffe, töten und verschleppen Christen. Jetzt hat US-Präsident Donald Trump die „existenzielle Bedrohung“ der Christen angesprochen und ein robustes Vorgehen der USA gegen die Islamisten angekündigt.
„Die Vereinigten Staaten können nicht tatenlos zusehen, während solche Gräueltaten in Nigeria und zahlreichen anderen Ländern geschehen“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. „Wir sind bereit, willens und in der Lage, unsere großartige christliche Bevölkerung auf der ganzen Welt zu retten!“ In den nördlichen und zentralen Regionen des westafrikanischen Landes brennen islamistische Fulani-Milizen und Boko Haram und christliche Dörfer nieder, massakrieren Gläubige und vertreiben tausende Menschen.
Der republikanische US-Senator Ted Cruz sprach bereits von einem „religiösen Genozid“. Seit 2009 seien 50.000 Christen getötet und 20.000 ihrer Schulen und Kirchen zerstört worden. Meist sind die Opfer Bauern, jedes Jahr werden 4.000 bis 8.000 Christen in Nigeria umgebracht. Menschenrechtlern zufolge werden 70 Prozent der Morde an Christen wegen ihres Glaubens in Nigeria verübt.

„Christen retten“: Statement des Weißen Hauses.
Amerika droht, Deutschland zahlt brav weiter
Mit über 220 Millionen Einwohnern ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land des afrikanischen Kontinents, geplagt von Krisen, Korruption, Armut, organisierter Kriminalität, Ressourcenkonflikten und Terrorismus. Angeblich wird ein Teil der 640 Millionen Euro, die Deutschland 2023/2024 als Entwicklungshilfe an Nigeria zahlte, auch für „Konfliktprävention“ verwendet, doch geht das meiste Geld in ein großes Programm für „Klimaschutz und erneuerbare Energien“.
Und fließt in die Taschen der Politiker. Vor zwei Jahren wurde für jeden der 460 Abgeordneten in der Nationalversammlung ein SUV für 150.000 Dollar angeschafft, für die Präsidentenyacht kamen nochmal 6 Millionen dazu. Im Gegenzug passiert nichts, das Land nimmt nicht einmal seine 15.000 ausreisepflichtigen Bürger zurück, die sich illegal in Deutschland aufhalten.
Angesichts der an den Christen verübten Verbrechen ist es wieder einmal Donald Trump, der die Zustände nicht hinnehmen will und damit droht, andere Saiten aufzuziehen: „Ich weise hiermit unser Kriegsministerium an, sich auf mögliche Maßnahmen vorzubereiten“, schrieb Trump in einem Beitrag auf Truth Social. „Wenn wir angreifen, wird es schnell, brutal und süß sein, genau wie die Terroristen unsere GELIEBTEN Christen angreifen! WARNUNG: DIE NIGERIANISCHE REGIERUNG SOLLTE SICH BESSER BEEILEN!“

Trumps klare Ansage an Nigeria: kein Geld mehr – und vielleicht ein Angriff.
Vor allem in islamischen Ländern verfolgt
Einsicht zeigte Nigerias Präsident Bola Ahmed Tinubu, selbst Muslim, nicht. Seine Regierung setze sich für Freiheit und Toleranz ein, Bürgern aller Glaubensrichtungen sei Religionsfreiheit garantiert: „Die Charakterisierung Nigerias als religiös intolerant spiegelt unsere nationale Realität nicht wider.“ Tatsächlich aber unternimmt das Regime nichts gegen Boko Haram und Fulani-Milizen. Trump schließt daher den Einsatz von Bodentruppen ebenso wenig aus wie Luftangriffe. Er könne „sich vieles vorstellen“, erklärte er an Bord der Air Force One. Dazu gehöre auch die Einstellung aller Hilfen.

Nigerias Präsident Bola Ahmed Tinubu leugnet seine Untätigkeit.
Trumps Statement ist umso bemerkenswerter, als die massive Christenverfolgung in weiten Teilen der Welt kaum Beachtung in der westlichen Welt findet – mutmaßlich aus Rücksicht auf die vielen Millionen Muslime, die in Europa und Nordamerika leben. Denn während diese, unterstützt von linken Antiwestlern, „Islamophobie“ beklagen, sind es zum allergrößten Teil islamische Länder, in denen die meistverfolgte religiöse Gruppe der Welt, die Christen, verfolgt werden. Dies umfasst Gewalt, Diskriminierung, Gefängnisstrafen und Vertreibungen.
Abgesehen vom kommunistischen Nordkorea (dort gilt das Christentum als „feindliche Ideologie“) sind es fast ausschließlich islamische Staaten, die Christen verfolgen, von Somalia, wo islamistische Gruppen wie Al-Shabaab Teile des Landes kontrollieren und Christen zu „Ungläubigen“ erklären, die getötet werden müssen, über den Jemen, wo die Huthi-Rebellen, unterstützt von Iran, die Verfolgung verschärft haben, bis Afghanistan, wo seit der Taliban-Machtübernahme 2021 Christen (meist Konvertiten) vogelfrei sind: Sie werden gejagt, gefoltert oder hingerichtet. In Libyen greifen jihadistische Milizen Christen als „Kreuzritter“ an, Subsahara-afrikanische Christen werden versklavt oder hingerichtet. Auch im Sudan, in Eritrea und Pakistan werden Christen verfolgt.
„Mit voller Wucht“
Nun also ist erst einmal Nigeria ins Visier der Amerikaner geraten. Falls die nigerianische Regierung die „Tötung von Christen“ weiterhin zulasse, könnten die USA „mit voller Wucht in dieses mittlerweile in Ungnade gefallene Land einmarschieren, um die islamischen Terroristen, die diese abscheulichen Gräueltaten begehen, vollständig auszulöschen“, so Trump.

Abtransport von Leichen nach einem Massaker von Boko Haram an Christen in Tarmuwa (Nordosten Nigerias).
Erst am 26. Oktober hatte die International Society for Civil Liberties and Rule of Law (Intersociety) einen Bericht veröffentlicht, der vor einer „Fortsetzung, Intensivierung, ungebremsten, ungezähmten, weitverbreiteten, koordinierten und systematischen Angriffswelle islamischer Dschihadisten und ihrer Unterstützer, Helfer und Komplizen gegen wehrlose Christen in Nigeria“ warnte. Ein neuer Bericht von Intersociety dokumentiert über 100 getötete und 120 entführte Christen.
Frühere Fälle haben gezeigt, dass Geiseln oft getötet wurden. „Ein klares Beispiel sind die über 1.000 entführten christlichen Geiseln, die in Lagern im Rijana-Wald im Bundesstaat Kaduna festgehalten werden. Schätzungsweise 120 oder mehr als zehn Prozent von ihnen dürften in Gefangenschaft getötet worden sein“, heißt es in dem Bericht. Laut Schätzungen seien seit Februar 2025 rund 120 Christen in Gefangenschaft gestorben.
Weltweit leiden über 380 Millionen Christen unter hohem oder extremem Verfolgungsdruck, der sich in 29 der 50 betroffenen Länder, vor allem in Subsahara-Afrika und Zentralasien, verschärft hat. Die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit (USCIRF) bestätigt in ihrem Jahresbericht 2025 diese Trends und empfiehlt 16 Länder als „Countries of Particular Concern“ (CPC). Als solches stuft eben nun auch Donald Trump Nigeria ein.
Berlin schläft weiter
Davon sind Politik und Medien in Deutschland weit entfernt. Die Tagesschau etwa behauptete, es sei ein Vorwurf von Trump, dass es Gewalt in Nigeria gegen Christen gäbe, und die Zeit sieht eine komplexe Gemengelage: Zwar wird eingeräumt, dass islamistische Milizen viele Menschen töten, „die Gewalt dieser Gruppen richtet sich aber auch gegen Muslime“. Außerdem gebe es unter anderem „ethnisch-religiöse Konflikte zwischen Hirten und Bauern“, „wirtschaftliche Ungleichheit“, „soziale Ausgrenzung“ und „politische Instabilität“.
Als einzige Fraktion im Bundestag interessierte sich die AfD Ende 2020 für die Zustände in Nigeria und brachte einen Antrag ein: „Christenverfolgung in Nigeria ächten – Menschenrechte für alle Nigerianer stärken“. Die beinhalteten Punkte wie Beendigung der religiösen Gewalt in Nigeria als prioritäres Ziel bilateraler Entwicklungszusammenarbeit, Auswirkungen der Faktoren Religionsfreiheit und Bevölkerungsentwicklung auf illegale Migration aus Nigeria in die EU als Thema bei Verhandlungen zur Entwicklungszusammenarbeit, Thematisierung der Entführungen christlicher Kinder im Rahmen bilateraler Gespräche. Der Antrag erledigte sich durch Ablauf der Wahlperiode.
Während die Massaker an Christen in Nigeria weitergehen, hält man die in Berlin offenbar nur für „inakzeptabel“. Sie finden nur dann ein Ende, wenn Donald Trump seinen Worten Taten folgen lässt. Und das ist in der Regel der Fall. Präsident Bola Ahmed Tinubu wäre gut beraten, rasch etwas gegen das Morden zu unternehmen.
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Claudio Casula
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