Israelische Armee erschießt 3 israelische Geiseln: Sie riefen noch auf Hebräisch um Hilfe!
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Nach der versehentlichen Tötung von drei israelischen Geiseln im Gazastreifen durch israelische Soldaten hat die Armee am Samstag beklemmende Details mitgeteilt.
Bei der Tötung der drei Israelis, die am 7. Oktober von der islamistischen Hamas in den Küstenstreifen verschleppt worden waren, seien Einsatzregeln verletzt worden, sagte ein Sprecher der Armee.
Dachten die Soldaten, es sei ein Hinterhalt?

Soldaten des israelischen Militärs vor wenigen Tagen
Die Schilderungen könnten kaum tragischer sein: Die getöteten Männer seien mehrere Dutzend Meter entfernt von den Truppen mit nacktem Oberkörper und einem Stock mit einem weißen Stück Stoff daran aus einem Gebäude gekommen. Zwei der Männer seien von einem Soldaten sofort getötet worden. Ein dritter Mann habe sich angeschossen noch zurück in das Haus flüchten können. Nachdem er Hebräisch um Hilfe gerufen habe, befahl ein Kommandeur zwar, das Feuer einzustellen. Doch als der Verletzte zurück ins Freie kam, sei auch er von einem anderen Soldaten erschossen worden.
Naheliegend ist, dass die israelischen Soldaten die Männer gerade wegen der weißen Fahnen für Terroristen, die sie in einen Hinterhalt locken wollen, gehalten haben.
Netanjahu: „Unerträgliche Tragödie“
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bezeichnete den Vorfall als „unerträgliche Tragödie“. Der Druck auf ihn, einer neuen Feuerpause und neuen Geisel-Deals mit den Terroristen zuzustimmen, dürfte durch den Vorfall steigen. Nach israelischen Schätzungen werden derzeit noch 112 aus Israel verschleppte Menschen im Gazastreifen festgehalten. Weiterhin gebe die Terror-Organisation Hamas die Leichen von 20 am 7. Oktober Entführten nicht heraus, teilte das Büro Netanjahus mit.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach von einer „unerträglichen Tragödie“
Am Freitagabend demonstrierten Hunderte Menschen spontan in Tel Aviv wegen der Tötung der Geiseln. Auf Bildern im israelischen Fernsehen war zu sehen, wie sich eine große Menschenmenge im Zentrum der Küstenmetropole versammelte und eine Hauptstraße blockierte. Sie forderten von der Regierung, sich für die sofortige Freilassung der Geiseln aus dem Gazastreifen einzusetzen. Mit Plakaten, Spruchbändern und Postern mit den Namen und Bildern vieler anderer Geiseln marschierten die Demonstranten in Richtung des Hauptquartiers der israelischen Armee. Wie die Nachrichtenseite ynet berichtete, schütteten sie rote Farbe auf die Straße. «Ihre Zeit wird knapp! Bringt sie jetzt nach Hause», riefen die Menschen. Für Samstagabend war eine weitere Demonstration angekündigt.
Terroristen oft „in Jeans und T-Shirt“ unterwegs
Der israelische Militärsprecher betonte, dass das Vorgehen der an der Tötung der Geiseln beteiligten Soldaten nicht korrekt war. „Ich möchte sehr deutlich sagen, dass dieses Vorgehen gegen unsere Einsatzregeln war“, sagte er. Gleichwohl machte der Militärvertreter deutlich, dass es sich bei dem Gebiet um eine aktive Kampfzone handelte. Truppen seien dort bereits in Hinterhalte gelockt worden. Zudem seien Angreifer oft in „Jeans und Sneakers“ unterwegs.

In Tel Aviv gingen viele Menschen nach Bekanntwerden des Vorfalls auf die Straße
Untersucht werde derzeit auch, ob es einen Zusammenhang mit einem Haus in der Nähe gebe, auf dem die Buchstaben SOS angebracht waren. Die Truppen im Gazastreifen seien an die Einsatzregeln erinnert worden, um solche tragischen Vorfälle zu vermeiden, hieß es. Unklar sei weiter, ob die Männer ihren Entführern entkommen konnten oder bewusst zurückgelassen wurden. „Dies ist für uns alle ein trauriger und schmerzhafter Vorfall und die Armee trägt die Verantwortung für alles, was passiert ist“, hatte der Sprecher des israelischen Militärs, Daniel Hagari am Freitag gesagt.

Etliche von der Terror-Hamas verschleppte Geiseln werden noch vermisst. Ihr Schicksal ist ungewiss.
Auslöser des Kriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der Hamas am 7. Oktober in Israel verübt hatten. Mehr als 1200 Menschen wurden dabei getötet und rund 240 Geiseln in den Küstenstreifen verschleppt. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und begann Ende Oktober mit einer Bodenoffensive. Nach unbestätigten Angaben der Terror-Hamas wurden dabei bisher rund 18.700 Menschen im Gazastreifen getötet.
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