„It’s the economy, stupid!“: Warum Trump gute Chancen hat, wieder US-Präsident zu werden
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„It’s the economy, stupid!“ ist ein berühmter Slogan, der erstmals im Präsidentschaftswahlkampf 1992 von einem Strategen aus Bill Clintons Wahlkampfteam verwendet wurde. Dieser Satz verdeutlicht: Es ist vor allem die Wirtschaftslage eines Landes, die sich entscheidend auf das Wahlverhalten der Menschen auswirkt. Er impliziert, dass unabhängig von anderen politischen Themen und Diskussionen die ökonomische Situation eines Landes oft der Schlüssel zum Erfolg oder Misserfolg bei Wahlen ist.
Derzeit sieht in den USA alles nach einer Wiederauflage des Duells Biden versus Trump aus. Ex-Präsident Trump gewinnt fast jede Vorwahl bei den Republikanern und auch der Versuch ihn über die Gerichte an einer Kandidatur zu hindern, läuft augenscheinlich in die Leere.

Donald Trump zeigt sich sichtlich zufrieden bei den Vorwahlen: Der frühere US-Präsident hat seinen Siegeszug am „Super Tuesday“, fortgesetzt und scheint im Kampf der Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur nicht mehr zu stoppen.
US-Wirtschaft wächst, doch Amerikaner sind unzufrieden
Studien zufolge war kaum eine Presselandschaft weltweit so negativ gegenüber dem ehemaligen Präsidenten Trump eingestellt wie die deutsche. Daher verwundert es auch kaum, dass die Deutschen in der Berichterstattung vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk vermittelt bekommen, dass die wirtschaftliche Entwicklung in den USA – seit Biden Präsident ist – besonders positiv sei. Trotzdem liegt Ex-Präsident Trump momentan in den Umfragen klar vor Joe Biden.
Immerhin melden die USA seit Quartalen ein außergewöhnlich hohes Wirtschaftswachstum. Während die deutsche Wirtschaft im 3. und 4. Quartal des letzten Jahres zusammen genommen geschrumpft ist, wuchs die amerikanische Wirtschaft um (aufs Jahr hochgerechnet) 4,9 Prozent und 3,2 Prozent. Das war das stärkste Wachstum aller westlichen Volkswirtschaften und eines der größten aller wesentlichen Volkswirtschaften weltweit. Biden schreibt sich auf die Fahne, dass über 14 Millionen Jobs in seiner Amtszeit geschaffen wurden. Die Arbeitslosigkeit liegt in der Nähe eines Rekordtiefs mit 3,7 Prozent.

Die Arbeitslosenrate in den USA auf historisch tiefem Niveau
Doch trotz allem fällt die Zufriedenheit mit der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA bei der Bevölkerung eher mäßig aus.
Amerikaner fühlen sich ärmer und geben Biden die Schuld
Die Reallöhne der Amerikaner sind heute auf ein niedrigeres Niveau gesunken als noch vor der Amtszeit von Joe Biden. Das ist das größte Problem für eine mögliche Wiederwahl von Joe Biden. Ganz einfach deshalb, weil die Amerikaner feststellen, dass sie am Monatsende nun weniger Geld auf ihren Bankkonten haben.

Reallohnentwicklung in den USA
50 Prozent der Amerikaner beschreiben – einer Studie von Bankrate zufolge – ihre finanzielle Situation heute als schlechter gestellt im Vergleich zu der Zeit vor der Präsidentschaft von Biden. Dabei ist es interessant, dass neben den 67 Prozent Republikanern, die sich finanziell grundsätzlich schlechter gestellt fühlen, auch 31 Prozent der Demokraten und 59 Prozent der unabhängigen Wähler sich ärmer fühlen.
Biden hatte die Wahl 2020 vor allem durch die Zustimmung der unabhängigen Wähler gewonnen. Er erreichte 10 Prozent mehr bei dieser Wählergruppe als Trump.
45 Prozent der Amerikaner gehen davon aus, dass es ihnen wirtschaftlich schlechter geht aufgrund der Politik von Präsident Biden – bei den unabhängigen Wählern sind es sogar 53 Prozent.
Warum ist Trump so beliebt?
Trump liegt laut fast aller wesentlichen Umfragen aktuell klar vor Amtsinhaber Biden. Dies ist durchaus erstaunlich – nach den zahlreichen Skandalen, Empörungen und Anklagen in verschiedenen Bundesstaaten der USA.

Aggregierte Umfragen zur US-Präsidentschaftswahl
Werden die Wähler gefragt, ob sie eher Biden oder Trump eine gute Wirtschaftspolitik zutrauen, dann liegt Trump mehr als 20 Prozent-Punkte vor Biden (59 Prozent für Trump versus 37 Prozent für Biden). Das ist mehr als eindeutig und hat seine Gründe.
Als Trump Präsident war, sind die Reallöhne der Amerikaner so stark gestiegen wie seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr. Im Durchschnitt stiegen die Reallöhne der Amerikaner in seiner Präsidentschaft um 1,6 Prozent pro Jahr. In der Präsidentschaft von Biden sind diese bisher gesunken.
Trump hat gute Chancen wieder zum Präsidenten gewählt zu werden, weil die Amerikaner ihre Erfahrungen aus den Präsidentschaften von Trump und Biden hinsichtlich ihrer persönlichen Wohlstandsentwicklung direkt vergleichen können.
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