Mysteriös vordatierte Erklärung aufgetaucht: US-Justizdokument verkündet Epstein-Tod einen Tag zu früh
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In neu freigegebenen Akten des US-Justizministeriums ist eine offizielle Erklärung zum Tod des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein aufgetaucht. Das Dokument ist jedoch auf den 9. August 2019 datiert, also einen Tag bevor Epstein in seiner New Yorker Gefängniszelle offiziell tot aufgefunden wurde. Das Dokument der Staatsanwaltschaft, über das die Daily Mail zuerst berichtet hat, wirft neue Fragen zu den Umständen seines Ablebens auf.
Laut dem Papier, das am Freitag, 9. August 2019, erstellt wurde, sei Epstein leblos in seiner Zelle entdeckt und kurz darauf für tot erklärt worden. Gefängnisprotokolle und offizielle Berichte sprechen jedoch eine andere Sprache: Epstein wurde ihnen zufolge erst am Morgen des 10. August 2019 gegen 6:30 Uhr von einem Wärter entdeckt, der das Frühstück brachte. Der 66-Jährige lag regungslos in seiner Zelle im Metropolitan Correctional Center in Manhattan. Medizinisches Personal versuchte vergeblich, ihn wiederzubeleben. Die New Yorker Gerichtsmedizin stufte den Tod später als Suizid durch Erhängen ein.
In der Erklärung des damaligen New Yorker Staatsanwalts Geoffrey S. Berman heißt es wörtlich: „Heute Morgen hat das Manhattan Correctional Center bestätigt, dass Jeffrey Epstein, der von diesem Amt des Sexhandels mit Minderjährigen wegens angeklagt war, leblos in seiner Zelle aufgefunden und kurz darauf für tot erklärt wurde. Die Ereignisse von heute sind beunruhigend, und wir sind uns sehr bewusst, dass sie eine weitere Hürde darstellen könnten, Epsteins vielen Opfern ihren Tag vor Gericht zu gewähren.“ An die mutigen jungen Frauen, die bereits gegen Epstein ausgesagt haben, und an die vielen anderen, die es noch nicht getan haben, „möchte ich wiederholen, dass wir fest entschlossen sind, für Sie einzustehen, und unsere Untersuchung des in der Anklage beschriebenen Verhaltens fortsetzen.“

Epstein, hier bei einer privaten Feier, war seit seiner Verhaftung am 6. Juli 2019 im Manhattaner Gefängnis inhaftiert.
Epstein war seit seiner Verhaftung am 6. Juli 2019 im Manhattaner Gefängnis inhaftiert. Bundesstaatsanwälte hatten ihn des Sexhandels mit Minderjährigen und der Verschwörung, also „conspiracy“, angeklagt. Er gestand keine Schuld ein („pleading not guilty“) – und wartete auf seinen Prozess, als er gut einen Monat später starb. Die Anklage warf ihm vor, über Jahre hinweg ein Netzwerk zum Missbrauch minderjähriger Mädchen betrieben zu haben, mit Opfern in mehreren US-Staaten und Ländern.
Wer war die orange Gestalt in der Nähe von Epsteins Zelle?
Der Tod Epsteins ereignete sich in einer der sichersten Haftanstalten der US-Bundesregierung. Gefängnisunterlagen zeigen, dass die Wachen, die Epstein überwachen sollten, in der Nacht vor der Entdeckung seiner Leiche keine vorgeschriebenen Kontrollen durchführten. Geplante Kontrollrunden um 3:00 Uhr und 5:00 Uhr morgens seien versäumt worden. Zudem funktionierten die Kameras vor Epsteins Zelle nicht richtig. Ermittler bestätigten später, dass mindestens zwei Überwachungskameras ausgefallen waren. Aufgrund dieser Mängel konnte kein genauer Zeitstrahl der letzten Stunden Epsteins rekonstruiert werden. Bis heute existiert keine offizielle Todeszeit.

Epsteins Zelle nach seinem Versterben.

Mit diesem Textilkonstrukt soll sich Epstein umgebracht haben.
Die kürzlich freigegebenen Akten des Justizministeriums, die Gegenstand öffentlicher Debatte geworden sind, enthalten weitere Details, die Ermittler nach Epsteins Tod prüften. Darunter fallen Überwachungsaufnahmen aus dem Gefängnis, die eine unidentifizierte Person zeigen, die sich in Richtung des Stockwerks bewegte, in dem Epstein untergebracht war. Die Aufnahmen erfassten eine orangefarbene Gestalt, die eine Treppe hinaufstieg, in der Nähe von Epsteins Einheit während der Nachtstunden. Die Ermittler bemerkten die Bewegung, zogen aber keine öffentlichen Schlüsse daraus, ob die Person mit Epstein oder seinem Tod in Verbindung stand. Die Begrenzungen und Ausfälle des Überwachungssystems verhinderten eine vollständige Rekonstruktion der Aktivitäten in der Einheit.
Epsteins Tod beendete den Strafprozess gegen ihn selbst, nicht aber die Ermittlungen gegen mögliche Mittäter. Unter den Millionen freigegebenen Dateien finden sich auch Fotos aus Epsteins Zelle. Die „Daily Mail“ hat das Justizministerium um eine Stellungnahme gebeten.
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