Jung, männlich, migrantisch: Wie eine Islamistenmiliz in Birmingham einen Pub überfiel
Es sind schockierende Szenen, die in den sozialen Medien die Runde machen: Dutzende vermummte Männer stürmen am Montag das Pub The Clumsy Swan im Osten der englischen Stadt Birmingham. Sie tragen Balaklava-Masken, Jogginghose und Palästina-Flaggen – und sind selbsternannte Verteidiger des Islams. Ein weißer Mann, der vor dem Pub steht, wird brutal mit Schlägen und Tritten traktiert, bricht mehrfach zu Boden. Auch als er am Boden liegt, treten die Täter weiter auf ihn ein.
Der Überfall fand im Stadtteil Bordesley Green statt. Der Ostbezirk Birminghams gilt als migrantisch: 61 Prozent der Bewohner sind „West Asians“, also afghanischer, pakistanischer oder bangladeschischer Herkunft. Auch stellen Muslime die größte religiöse Gruppe dar und machen 80 Prozent der Bevölkerung aus, während dort Christen nur 9 Prozent und Weiße 8,9 Prozent ausmachen.
Der Tory-Abgeordnete Paul Scully sagte erst im Februar, dass Teile Birmingshams „No-Go-Areas“ darstellen. Er spielte damit auf den Stadtteil Sparkhill an, der in unmittelbarer Nähe zu Bordesley Green liegt.

Wurde von radikalen Migranten überfallen: Das Pub „The Clumsy Swan“ in Birmingham.
Dies wird auch vor Ort deutlich. Zahlreiche Frauen in islamischen Gewändern wie Burka und Niqab prägen das Stadtbild. Auf kleinen, hochmotorisierten Rollern fahren junge Männer in Sturmhauben durch die Straßen. Neben britischen Doppelhaushälften mit gestutztem Rasen finden sich pakistanische Telecafés. Roter Backstein trifft auf eine sich ausbreitende migrantische Subkultur. In dem Ortsteil steht auch das Village Islamic Centre – ein religiöses Zentrum, das Gegenstand der gestrigen Ausschreitungen wurde.
Ein Gerücht verbreitet sich wie Lauffeuer
Kurz nach 14:00 Uhr machte in den sozialen Medien eine Nachricht die Runde: Die rechte Gruppierung EDL, die English Defence League, die hinter den zuwanderungskritischen Protesten in Großbritannien steht, plante spontan nach Birmingham zu mobilisieren. Ihre Mitglieder würden vor die besagte Moschee ziehen. Die Nachricht wird in mindestens zwei Telegram-Gruppen verbreitet, die Ursprungsquelle ist unklar – und macht plötzlich auch in der muslimischen Community Birminghams die Runde.
Kurz darauf taucht ein Video im Internet auf, in welchem ein muslimischer Mann vor der besagten Moschee dazu aufruft, nach Birmingham zu kommen, um den weißen Demonstranten entgegenzutreten. Es geht ihm um die Verteidigung der Gebetsstätte. Der Clip wird zum Strohfeuer.

Diese Nachrichten kursieren in den sozialen Medien.
Denn binnen weniger Stunden übernehmen junge Migranten milizartig die Straße. Videos, die NIUS vorliegen, zeigen hunderte junge Menschen, wie sie einen Kreisverkehr unweit des Heartlands Hospital besetzen. Sie sind männlich und kampflustig, wirken angestachelt und sportlich, viele fahren Roller, es erklingt der Schlachtruf „Allahu Akbar“.
Von dort aus setzt sich der Mob in Bewegung zum „Clumsy Swan“. Zwischen beiden Orten liegt etwa eine Meile (1,5 Kilometer). Dort kommt es zu gewalttätigen Übergriffen.
Sehen Sie hier das Video des gewalttätigen Mobs vor dem Pub The Clumsy Swan:
Maskierte Männer kontrollieren Autos nach Weißen
Eine Zuschrift, die der rechte britische Aktivist Tommy Robinson veröffentlicht hat, die NIUS vorliegt und die von einer Krankenhausmitarbeiterin des Heartlands Hospital stammt, berichtet wie folgt über die Versammlung: „Die Muslime haben sich auf einer Insel vor dem Heartlands Hospital versammelt. Krankenschwestern und Ärzte des Krankenhauses haben Angst, es nach 12-Stunden-Schichten zu verlassen.“
Und weiter: „Der Mob fährt mit Autos und Motorrädern um die Insel. Maskierte Männer kontrollieren jedes vorbeifahrende Auto, um festzustellen, ob sich Weiße darin befinden. Die gesamte Straße ist gesperrt, sodass Krankenwagen das Krankenhaus nicht anfahren können.“

Frauen in Burka und Niqab prägen das Stadtbild Birminghams.
Wie es genau dazu kam, dass die Miliz vom Krankenhaus zum Pub The Clumsy Swan zogen, ist aktuell Gegenstand von polizeilichen Ermittlungen. Wie die Birmingham Mail unter Berufung auf Polizeiquellen berichtet, ermitteln Behörden wegen der Beschädigung von zwei Autos: „Zu den Vorfällen gehörte auch die Beschädigung eines Autos, dessen Fenster in der Alcombe Grove in Stechford eingeschlagen wurden, sowie weitere Sachbeschädigungen an einem Fahrzeug, dessen Reifen in der Belchers Lane in Bordesley Green beschädigt wurden.“
Videos, die NIUS vorliegen, zeigen einen angestachelten Mob, der aggressiv auf Autofahrer losgeht. Dabei treten junge Männer in Sturmhauben mehrfach auf einen blauen Kleinwagen ein. Ein Mann schlägt dem Fahrer die Scheibe ein, der sich wiederum im letzten Moment aus dem Getümmel retten kann und fortfährt. Als sich die Szenen ereignen, hallen auch Sätze wie „We are Muslims“ durch die Straßen.
Community sagt, junge Migranten sprächen nicht für sie
Am Tag nach dem Überfall ist im „Clumsy Swan“ noch immer das Entsetzen spürbar. Fest steht: Ein EDF-Mitglied – wie kolportiert – hat sich im Pub nie befunden. Stattdessen fand am Montagabend Karaoke statt, mehrere Eltern waren mit ihren Kindern vor Ort. Die Managerin des Pubs, Linda Middleton, habe in mehr als zehn Jahren nie eine vergleichbare Situation erlebt, erzählt sie. Die Jugendlichen nennt sie „Idioten“. Sie selbst trug Handverletzungen davon, als sie den Pub verbarrikadierte. Ein Schaufenster wurde eingeschlagen.

Pub-Managerin Linda Middleton im Gespräch mit NIUS.
Anwohner von Bordsley Green äußern derweil Kritik am Vorgehen der Polizei. Diese, so ein 62-jähriger Mann namens Paul, „hat die Verpflichtung, bei solchen Vorfällen einzuschreiten“. Von Beamten war aber am Montagabend keine Spur, nach Informationen von NIUS dauerte es 15 bis 20 Minuten, bis Polizisten überhaupt eintreffen. Zu dem Zeitpunkt waren die Vermummten schon wieder abgezogen. „Es entsteht der Eindruck, dass beim Schutz von Gebäuden mit zweierlei Maß gemessen werde.“

Die englische Pub-Managerin verletzte sich an der Hand.
„Ich war wütend, als ich die Bilder sah“
Personen aus der Nachbarschaft sind derweil darum bemüht, auch nach dem gewaltsamen Angriff des Islamistenmobs ein Zeichen der Geschlossenheit zu senden. Navid Sadiq, 48 Jahre, der in der lokalen Jugendarbeit tätig ist, sagte gegenüber NIUS: „Diese jungen Menschen, die maskiert sind und Cannabis rauchen, repräsentieren den Islam nicht. Sie schaden vielmehr dem Stadtteil, der divers ist und in dem Zusammenleben funktioniert.“

Ein Bewohner im Gespräch mit NIUS über den Pub-Überfall.
Ein anderer Mann sagte: „Als ich die Gewalt in den Nachrichten gesehen habe, war ich wütend.“ Viele der Angreifer hätten kein Verständnis für britische Werte. Er selbst als Migrant sei am Dienstag vor den Pub gezogen, um Unterstützung und Hilfe „aus der Community“ zuzusichern
Nach Informationen von NIUS handelt es sich bei den Jugendlichen vor allem um pakistanische Muslime. Sie sollen aber nicht aus der unmittelbaren Nähe des „Clumsy Swan“ an der Church Road und Stoney Lane kommen, sondern auch aus benachbarten Siedlungen wie Small Heath stammen.

Die Migranten-Gruppe versuchte in den Pub einzudringen, dabei ging eine Scheibe kaputt.
Der Vorfall zeigt die Dynamik von dezentralen Protestgruppen der „Islamic Defence League“ – des Pendants zur EDL. Die Polizei beschreibt die Vorfälle von Montagabend als „sporadische Kriminalitätsvorfälle“ – und konnte nach dem Angriff keine Person festnehmen.
Migranten mit Messern und Macheten auf den Straßen
Wie brutal die Spontanversammlung britischer Muslime in Birmingham war, zeigen auch Bilder von Sky. Der Fernsehsender musste eine Live-Übertragung abbrechen, als Vermummte auftauchten und versuchten, das Kamerateam zu bedrängen. Zudem stach ein Mann dem Kleintransporter des Fernsehteams die Reifen ein, wie ein Video zeigt.
Während der Übertragung konnte sich der britische Zuschauer hingegen ein Bild von der Gefahr des Spontanaufzugs machen. Vermummte Täter wurden gefilmt, als sie ein Schwert oder eine Machete trugen. Wie der Account Antifa Public Watch berichtet, soll es sich dabei um den Islamisten Shehraz Sarwar aus Birmingham handeln.
Die Reporterin warnte zeitgleich mit den Bildern vor „rechtsextremen Umtrieben“.
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