Kolumbiens linke Umweltministerin möchte über 80 Escobar-Nilpferde töten lassen
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Die linke Umweltministerin Kolumbiens, Irene Vélez, plant die Tötung von über 80 Nilpferden. Die Tiere gelten als invasive Art und sind Nachfahren der Hippos aus dem Privatzoo des berühmten Drogenbarons Pablo Escobar. Darüber berichtet die taz.
Mit dem am Montag vorgestellten Managementplan zieht die Regierung die Konsequenz aus einem Problem, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Umweltministerin Irene Vélez kündigte am Montag ein Maßnahmenpaket an, dessen umstrittenster Teil ein Euthanasie-Protokoll ist. Damit will der Staat erstmals in größerem Umfang gegen die unkontrolliert wachsende Population vorgehen.
Tiere stammen aus Escobar-Zoo
Der Ursprung der Tiere reicht bis ins Jahr 1981 zurück. Damals ließ Escobar vier Nilpferde auf seine Hacienda Nápoles bringen. Nach seinem Tod 1993 übernahm der Staat zwar das Anwesen, griff aber bei den Tieren nicht konsequent ein. So konnten sich die Hippos ungehindert vermehren. Weil in Kolumbien natürliche Feinde fehlen und auch die klimatischen Bedingungen günstiger sind als in ihrer afrikanischen Heimat, breitete sich die Population besonders schnell aus.

Irene Vélez, Umweltministerin Kolumbiens
Spätestens seit 2022 ist der Bestand auch offiziell ein Fall für die Umweltpolitik: Das Ministerium setzte die Tiere auf die Liste invasiver Arten. Die tonnenschweren Flusspferde verdrängen andere Arten, beschädigen Lebensräume und bringen heimische Ökosysteme zunehmend aus dem Gleichgewicht. Frühere Versuche, die Lage allein durch Sterilisierung in den Griff zu bekommen, blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Aus Sicht vieler Fachleute ist Töten inzwischen die einzige realistische Option.
Vélez begründet den drastischen Schritt mit den absehbaren Folgen für Natur und Tierwelt. „Bis 2030 würden sonst mindestens 500 Flusspferde unsere Ökosysteme beeinträchtigen und einheimische Arten wie die Rundschwanzseekuh und die Flussschildkröte gefährden“, betonte die Ministerin. Frühere Prognosen hatten die mögliche Zahl der Tiere teils sogar noch deutlich höher angesetzt.

Das Ministerium setzte die Tiere auf die Liste invasiver Arten.
Kostenpunkt: 1,7 Millionen Euro
Das Projekt soll umgerechnet rund 1,7 Millionen Euro kosten. Zuständig sind die regionalen Umweltbehörden in den betroffenen Gebieten. Der Einsatz soll zunächst rund um die Hacienda Nápoles und im mittleren Magdalena-Flussgebiet beginnen.
Der Ablauf ist bereits festgelegt. Zunächst sollen die Tiere betäubt werden. Anschließend soll ihnen ein Mittel verabreicht werden, das sie schmerzlos tötet. Falls das nicht gelingt, bleibt als weitere Möglichkeit der Abschuss. Zusätzlich gibt es ein eigenes Hygiene-Protokoll für die sichere Entsorgung der Kadaver.
Andere Länder hätten die Tiere nicht übernehmen wollen, erklärte die Umweltministerin. Auch eine Aussetzung in Afrika komme nicht infrage, weil sowohl der enge Genpool als auch mögliche eingeschleppte Krankheiten dort neue ökologische Probleme schaffen könnten. „Diese Population stammt von nur vier Flusspferden ab, was zu Inzucht und sichtbaren genetischen Schäden bei einigen Tieren geführt hat“, so Vélez.
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