Kroatien und Slowenien top, Frankreich und Belgien flop: Diese Karte zeigt das subjektive Sicherheitsempfinden Europas
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Wie sicher sind europäische Länder, wenn es darum geht, nachts den Nachhauseweg anzutreten? Eine Untersuchung des Tourismusportals Adventourely.com gibt darüber nun erstmals Auskunft. Und kommt zu dem Schluss: Die subjektiv empfundene Sicherheit unterscheidet sich massiv in Europa. Länder Ost- und Südosteuropas schneiden in der Erhebung deutlich besser ab als zentral- und westeuropäische Staaten.

Die Karte des Tourismusportals Adventourely.
Demnach ist das Sicherheitsempfinden auf dem nächtlichen Nachhauseweg in Kroatien (75,21), Slowenien (74,38) und Island (71,38) am höchsten. Gefolgt werden die drei Staaten von Estland (69,46) und Tschechien (68,91). Das zeigt: Bürger ehemaliger Ostblockstaaten (Kroatien, Slowenien, Tschechien) und nordeuropäischer Länder haben heute tendenziell eher das Gefühl, dass sie nachts auf dem Nachhauseweg in Sicherheit sind.
Deutlich schlechter schneiden in der Studie hingegen Italien (44,22), Irland (43,77), Schweden (43,4), das Vereinigte Königreich (42,26), Belgien (40,88) und Schlusslicht Frankreich (35,28) ab. Der Unrechtsstaat Belarus mit Diktator Alexander Lukaschenko weist mit einem Sicherheitsscore von 41,05 ebenfalls ein schlechtes Ergebnis auf.

Die Hauptstadt Belgiens Brüssel. Die Menschen hier haben ein vergleichsweise eher niedriges Sicherheitsempfinden in nächtlichen Situationen.
In Deutschland ist das Sicherheitsempfinden in Hannover und Frankfurt am niedrigsten
Deutschland schneidet mit einem Wert von 51,51 im unteren Mittelfeld ab. Das Sicherheitsempfinden laut Studie ist also höher als in Nachbarländern wie Belgien oder Frankreich, aber niedriger als in den Dach-Staaten Österreich (63,19) und Schweiz (68,07).
Nach Städten aufgelistet ist das Sicherheitsgefühl (safety index) in Hannover, Frankfurt, Berlin und Köln am niedrigsten; in Düsseldorf, Stuttgart, Dresden und München am höchsten.

Der Sicherheitsindex deutscher Städte nach numbeo.com
Sind „tiefere gesellschaftliche Probleme“ der Grund?
Was auffällt: Multiethnische Länder, die eine große Anzahl von Migranten in den letzten Jahrzehnten und Jahren aufgenommen haben, scheinen beim ersten Blick auf die europäische Karte ein subjektiv deutlich schlechteres Sicherheitsempfinden bei Nacht aufzuweisen als relativ homogene Länder, die wenig Zuzug aus dem Nahen Osten, Westasien und Afrika zu verzeichnen haben. Die Befragung basiert auf Antworten aus dem April 2024.
„Überraschenderweise berichten Menschen in Ländern wie Frankreich, das Vereinigte Königreich und Schweden, die für ihren wirtschaftlichen Wohlstand und ihre stabile sozio-politische Lage bekannt sind, von einem geringeren wahrgenommenen Sicherheitsgefühl“, schreibt das Portal Adventourely. „Dies könnte auf eine Diskrepanz zwischen tatsächlicher und wahrgenommener Sicherheit hinweisen oder tiefere gesellschaftliche Probleme widerspiegeln, die die öffentliche Sicherheit betreffen.“

Zagreb bei Nacht. In keinem anderen europäischen Staat gaben User an, sich nachts so sicher zu fühlen wie hier in Kroatien.
Erhebung ist nicht-repräsentativ, aber ein „wertvoller Einblick“
Bei der Erhebung wertete das Portal numbeo.com Umfragen von Usern aus den jeweiligen Ländern aus. Diese sollten Fragen hinsichtlich der nächtlichen Sicherheit, Autodiebstähle, Drogenkriminalität oder körperliche Attacken beantworten. Bei der Frage hinsichtlich des Sicherheitsempfindens auf dem nächtlichen Nachhauseweg sollten User einen Wert zwischen 0 (das Sicherheitsempfinden ist sehr niedrig) und 100 (das Sicherheitsempfinden ist sehr groß) ausweisen. Die Zahl der Befragten variiert: Aus Belarus sollen demnach 821 Personen, in Deutschland 5241 Personen teilgenommen haben. Aus diesen Antworten bildete numbeo.com einen Mittelwert. Die Erhebung ist damit nicht-repräsentativ, zumal es auch keine Unterscheidungen nach Geschlechtern oder Informationen über die Datengrundlage gibt.
Das Portal Adventourely schreibt, dass die Studie das „subjektive Sicherheitsgefühl von Personen, die nachts allein in verschiedenen Ländern spazieren gehen“ untersuche. „Ziel ist es, einzuschätzen, wie sicher sich Menschen in ihrer Umgebung fühlen, wobei anerkannt wird, dass diese Gefühle nicht immer mit den tatsächlichen Kriminalstatistiken übereinstimmen.“ Auch Faktoren wie die „geringe Anzeige von Straftaten“ oder das „gesunkene Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden“ können die Sicherheitsempfindung verzerren. „Dennoch bietet die Untersuchung dieser Wahrnehmungen der nächtlichen Sicherheit wertvolle Einblicke in das allgemeine Sicherheitsgefühl in jedem Land.“
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