Massiver Drohnen-Angriff auf Moskau – Selenskyj: „Russland muss den Krieg spüren“
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die jüngsten Drohnenangriffe seines Militärs gegen Ziele in Russland als Notwendigkeit bezeichnet. „Der terroristische Staat muss spüren, wie es ist, Krieg zu führen“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Ukrainische Drohnen griffen mehrere Ziele auf russischem Staatsgebiet an, unter anderem auch in der Hauptstadt Moskau.
Die Planungsstäbe in Kiew arbeiten nun intensiv daran, möglichst viele russische Militäreinrichtungen, logistische Knotenpunkte und entscheidende Teile der russischen Militärwirtschaft in die Reichweite ukrainischer Waffen zu bringen.
Die fortwährenden russischen Angriffe auf ukrainische Städte, insbesondere auf zivile Ziele, haben zu entschlossenen Gegenangriffen geführt. „Wir müssen den Krieg an den Ort zurücktragen, von dem aus er in die Ukraine gebracht wurde.“ Dies sei nun durch den Einsatz von Kampfdrohnen und das neue ukrainische Raketenprogramm möglich. „Mit unseren Drohnen und Raketen können wir einen Teil dieser Aufgabe bewältigen.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj bekräftigte erneut die Forderung der Ukraine, vom Westen die Erlaubnis zu erhalten, auch schwere Waffen gegen Ziele auf russischem Staatsgebiet einzusetzen. „Um Russland zum Frieden zu zwingen, von bloßer Verhandlungsrhetorik zu konkreten Schritten zur Beendigung des Krieges zu kommen und unser Land von Besatzung und Besatzern zu befreien, benötigen wir effektive Mittel“, erklärte er.
Dies hänge jedoch von US-Präsident Joe Biden, dem britischen Premierminister Keir Starmer, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzler Olaf Scholz ab. „Kein russischer Raketenangriff und kein Angriff sollte unbeantwortet bleiben.“
Erstmals seit fast zweieinhalb Jahren Krieg hat die Ukraine durch einen massiven Drohnenangriff erhebliche Schäden in und um die russische Hauptstadt Moskau verursacht. Im Südosten der Millionenstadt führte ein Treffer zu einem Brand in der großen Raffinerie Kapotnja, die nur 16 Kilometer vom Kreml entfernt liegt. Auch ein Kraftwerk südlich von Moskau sowie ein weiteres etwa 100 Kilometer entfernt im Gebiet Twer wurden laut russischen Berichten getroffen.
Fast 50 Verletzte bei Angriff auf Charkiw
Am frühen Montagmorgen geriet die ukrainische Hauptstadt Kiew nach Angaben des ukrainischen Militärs erneut ins Visier eines russischen Raketenangriffs. Ukrainische Militärvertreter teilten über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, dass Einheiten der Luftabwehr aktiv seien, um den Angriff abzuwehren. Augenzeugen in Kiew berichteten von mehreren lauten Explosionen, die auf den Einsatz von Luftabwehrsystemen hindeuten. Die genaue Anzahl der abgefeuerten Raketen und das Ausmaß möglicher Schäden waren zunächst unklar.
In den letzten Tagen hatten russische Artillerie und Kampfflugzeuge vermehrt Städte in der Ukraine angegriffen. In Charkiw wurden 47 Menschen verletzt, als eine russische Rakete ein Einkaufszentrum traf. Erst am Vortag kamen bei einem russischen Luftangriff in Charkiw mindestens sechs Menschen ums Leben, und weitere 99 wurden verletzt. In Kurachewe, in der Region Donezk, starben drei Menschen bei einem Angriff mit russischen Raketenwerfern, wie die örtlichen Behörden am Abend mitteilten. Dabei wurden neun weitere Bewohner verletzt.
Auch aus der Region Sumy meldeten die Behörden wiederholte russische Artillerieangriffe, bei denen mehrere Menschen verletzt wurden. Sumy ist von zentraler Bedeutung für den Nachschub der ukrainischen Truppen, die in die westrussische Region Kursk vorgedrungen sind.
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