Milei in Davos: Ein Weckruf für den freien Westen
Ein Beitrag von
Der argentinische Präsident Javier Milei sorgte in Davos mit einer eindringlichen Rede für Aufsehen. Er kritisierte die westlichen Staats- und Regierungschefs für ihre „Spielarten des Kollektivismus“ und wandte sich mit den Worten „Der Staat ist nicht die Lösung, der Staat ist das Problem" gegen zunehmende staatliche Bevormundung.
Milei, der für seine wirtschaftliberalen Ansichten bekannt ist, nutzte die Gelegenheit, um vor einem globalen Publikum aus politischen und wirtschaftlichen Eliten eine Verteidigung des Kapitalismus zu halten. „Ich bin heute hier, um Ihnen zu sagen, dass der Westen in Gefahr ist“, warnte der 53-jährige Libertäre in seiner Rede, die direkt aus dem Wahlkampf des vergangenen Jahres zu stammen schien.
Warnung vor Sozialismus durch die Hintertür – und verheerenden Folgen
„Er ist in Gefahr, weil diejenigen, die die Werte des Westens verteidigen sollten, von einer Weltanschauung vereinnahmt worden sind, die unweigerlich zum Sozialismus und damit zur Armut führt“.
Milei beschuldigte die westlichen Führer, ihr Modell der Freiheit aufgegeben zu haben und argumentierte, dass die Regierungen von „Varianten des Kollektivismus“ übernommen worden seien. Er verband diese vermeintlichen Überzeugungen mit übermäßiger staatlicher Einmischung, Feminismus und der Forderung nach sozialer Gerechtigkeit.
„Man sollte nie vergessen, dass der Sozialismus immer und überall ein Phänomen der Verarmung war und in allen Ländern, in denen er versucht wurde, gescheitert ist“, so Milei. „Er ist wirtschaftlich, sozial und kulturell gescheitert und hat mehr als hundert Millionen Menschen ermordet.“

Milei ist überzeugter Antikommunist und Anhänger des Libertarismus.
„Beugen Sie sich nicht dem Druck des Staates!“
Der Führer von La Libertad Avanza lobte die Geschäftsleute als „Helden“, die keine Angst vor der „politischen Kaste“ und den „Parasiten, die vom Staat leben“, haben sollten. „Knicken Sie nicht vor einer politischen Klasse ein, die nur an der Macht bleiben und ihre Privilegien behalten will. Sie sind soziale Wohltäter, Sie sind Helden“, sagte Milei. „Lassen Sie sich von niemandem sagen, dass Ihre Ambitionen unmoralisch sind. Wenn Sie Geld verdienen, dann deshalb, weil Sie ein besseres Produkt zu einem besseren Preis anbieten. Beugen Sie sich nicht dem Druck des Staates!“
„Sie sind die wahren Protagonisten dieser Geschichte. Sie sollten wissen, dass Sie von nun an auf Argentinien als bedingungslosen Verbündeten zählen können“, fügte Milei hinzu. „Der Staat ist nicht die Lösung. Der Staat ist das Problem“, erklärte er und beendete seine Rede mit dem traditionellen Schlachtruf: „Viva la libertad, carajo!“, zu deutsch: „Es lebe die Freiheit, verdammt!“
Milei hatte seine Rede mit der Präsentation langfristiger makroökonomischer Daten begonnen, die seiner Meinung nach zeigen, wie der Kapitalismus Millionen von Menschen aus der Armut geholt hat. Er forderte die Regierungen auf, staatliche Eingriffe in die Märkte zurückzunehmen.
„Staaten müssen nicht direkt die Produktionsmittel kontrollieren und jeden Aspekt des Lebens der Menschen steuern“, sagte er. „Mit Instrumenten wie Gelddrucken, Verschuldung, Subventionen, Zinskontrolle, Preiskontrollen und Regulierungen, um das sogenannte Marktversagen zu korrigieren, können sie das Leben und das Schicksal von Millionen von Menschen kontrollieren“, argumentierte der Präsident und führte die Wirtschaftskrise in Argentinien als Beweis für seine Theorie an.
„Schädliche Ideen in der Gesellschaft Fuß gefasst“
„Der Libertarismus sieht bereits die Gleichheit der Geschlechter vor. Der Grundstein unseres Glaubens besagt, dass alle Menschen gleich geschaffen sind, dass wir alle die gleichen unveräußerlichen Rechte haben, die uns der Schöpfer gegeben hat, einschließlich des Rechts auf Leben, Freiheit und Eigentum. Alles, was diese radikale feministische Agenda erreicht hat, ist ein größeres Eingreifen des Staates, um den Wirtschaftsprozess zu behindern und Bürokraten mit Arbeit zu versorgen, die nichts zur Gesellschaft beigetragen haben“, sagte Milei.
„Leider haben diese schädlichen Ideen in unserer Gesellschaft Fuß gefasst. Den Neomarxisten ist es gelungen, den gesunden Menschenverstand der westlichen Welt für sich zu gewinnen, indem sie die Medien, die Kultur, die Universitäten und sogar die internationalen Organisationen für sich vereinnahmt haben.
Schauen Sie hier die gesamte Rede auf Deutsch:
Der 53-jährige Milei war einer der Hauptredner auf dem hochkarätig besetzten Davoser Gipfel, an dem mehr als 100 Vertreter von Regierungen, internationalen Organisationen, Geschäftsleute und Führungskräfte aus verschiedenen Bereichen teilnahmen.
Bei der Vorstellung des Präsidenten sagte WEF-Gründer Klaus Schwab, dass einige die Methoden des neuen Präsidenten als „radikal“ beschrieben, aber er habe „einen neuen Geist nach Argentinien gebracht, der das Land viel mehr mit freiem Unternehmertum und unternehmerischen Aktivitäten in Verbindung bringt“.
Mehr NIUS:
Deutschland fällt bei Wahl in UN-Sicherheitsrat durch
Neue Eskalation: USA und Iran greifen sich in Golfregion an
„I can't breathe“: Bodycam-Video zeigt die grausamen letzten Minuten von Henry Nowak
Iran setzt Gespräche mit den USA aus: Mullahs planen Komplett-Blockade der Straße von Hormus
Jill Biden spricht über den kognitiven Abbau ihres Ehemanns: „Er war derselbe – die Essenz desselben Joe Biden“
Paris: Ausschreitungen und Vandalismus nach Champions-League-Finale
Deal zwischen USA und Iran rückt näher
Antisemitismus: „Roma Pride“ schließt jüdische LGBTQ-Gruppen aus
Mehr NIUS:
Iran setzt Gespräche mit den USA aus: Mullahs planen Komplett-Blockade der Straße von Hormus
Jill Biden spricht über den kognitiven Abbau ihres Ehemanns: „Er war derselbe – die Essenz desselben Joe Biden“
Paris: Ausschreitungen und Vandalismus nach Champions-League-Finale
Deal zwischen USA und Iran rückt näher
Antisemitismus: „Roma Pride“ schließt jüdische LGBTQ-Gruppen aus
Rahmenabkommen für Waffenruhe: USA und Iran offenbar vor Einigung
Drei Verletzte in Winterthur: Messerangreifer soll Islamist sein
Eskalation trotz Waffenruhe: Iran greift US-Stützpunkt an
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare