Mit einem Döner blamiert Steinmeier Deutschland und beleidigt die Türkei
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Stell dir vor, du fliegst nach Tokio und bringst deinen Gastgebern zur Begrüßung Sushi aus Deutschland mit …
Genau DAS hat sich ganz offenbar Frank-Walter Steinmeier bei seinem Türkei-Besuch gedacht: Der deutsche Bundespräsident hat bei seinem Staatsbesuch in Istanbul einen 60 Kilogramm schweren und tiefgefrorenen Dönerspieß im Gepäck gehabt.
Inklusive Imbissbuden-Besitzer: In dritter Generation betreibt Arif Keles in Berlin seinen Döner-Laden, Steinmeier nahm ihn und eine Reihe weiterer Gäste als Beispiele für deutsch-türkische Migrationsgeschichten mit. Das türkische Online-Medium schrieb: „Döner-Diplomatie: Deutscher Präsident in der Türkei.“
Die Reaktionen von Deutsch-Türken lesen sich so …
WDR-Journalist Tuncay Özdamar schrieb bei X: „Bei allem Respekt. Dass Steinmeier #Döner aus Deutschland mit in die Türkei nimmt, zeigt wie sein Türkei-Bild klischeehaft und von gestern ist.“ Der Leiter der Türkei-Redaktion weiter: „Wenn er Italien besuchen würde, hätte er auch keine Pizza dabei.“
Und weiter schreibt Özdamar: „Einer der Minister ist Türke. Einer der besten Regisseure ist ein Türke. Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ist ein Türke. Erfinder des Impfstoffs gegen COVID sind Türken. Es gibt Herzchirurgen, Professoren, Autoren … Steinmeier fällt aber Döner ein!“
Fatih Zingal, Mitgründer der „Demokratischen Allianz für Vielfalt und Aufbruch“ (DAVA), schreibt: „Lieber Bundespräsident Steinmeier: Mit Verlaub. Diesen Döner hätten sie mal lieber in Deutschland lassen sollen. Bei den meisten Menschen hat dieser Döner-Import kollektives Kopfschütteln verursacht. Mal ehrlich: Welcher Berater hat Ihnen diese dämliche Aktion empfohlen?“ DAVA sieht sich als Partei, die Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland vertreten will und gilt als erdogan-nah.
Eren Güvercin (Autor, stellvertretender Chef des Vereins „Liberale Vielfalt“ und Mitglied der Islamkonferenz) kommentiert: „Wir schimpfen ja zu Recht sehr über unsere Russland- und Iranpolitik. Aber das Niveau unserer Türkeipolitik steht dem in Nichts nach. Kein Wunder, dass ein Erdogan uns nicht ernst nimmt.“
Güvercin weiter: „Steinmeier serviert den türkischen Gästen in der historischen Sommerresidenz des deutschen Botschafters in Tarabya/Istanbul Döner. Die Blicke der türkischen Gäste sagen alles über diese ‚geniale‘ Idee. Wer ist der Türkeiberater eigentlich im Bundespräsidialamt?“
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