Reise nach Israel: Für Baerbock fliegt die Luftwaffe, für deutsche Staatsbürger nicht!
Für Baerbock fliegt die Luftwaffe, für Bürger nicht
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6:15 Uhr Flughafen Berlin-Brandenburg, militärischer Teil: Flug GAF701 (German Air Force), ein grauer Truppentransporter vom Typ Airbus A 321 hebt dröhnend ab und schiebt sich in den noch dunklen Himmel über Berlin. An Bord: die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Um 10:52 Uhr Ortszeit landet Baerbock auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv.
Eine Woche nach dem Überfalls der Hamas-Terrorkommandos auf Israel will sie politische Gespräche in Israel führen. Für sie fliegt die Luftwaffe, für deutsche Bürger, die das Land seit dem Beginn der Kriegshandlungen rund um Gaza verlassen wollten, war das angeblich nicht möglich.
Der offizielle Grund: die mangelnde Bedrohung der rund 4500 ausreisewilligen Deutschen in Israel!
Im Klartext: Ganze fünf Tage lang müssen die Deutschen in Israel ausharren, weil das Auswärtige Amt auf eine „zivile Lösung“ setzt, mit der Lufthansa Verhandlungen über Charterflüge führt, von denen der erste schließlich am Donnerstag nach dem Überfall abhebt. Man habe zunächst priorisieren müssen, sagt Baerbock im ZDF-Interview, habe Dringlichkeitslisten erstellen lassen – nur ausreisen konnten die Betroffenen halt fünf Tage lang nicht, saßen in Israel fest.
„Keine militärische Bedrohung“
O-Ton Luftwaffe auf Twitter: „Der Grund, warum das Auswärtige Amt zunächst auf die zivile Lösung mit der Lufthansa setzt, liegt an der Tatsache, dass derzeit keine militärische Bedrohung für die Luftfahrzeuge besteht.“
Wie es den Deutschen im Kriegsland geht, spielt keine Rolle. Die können warten.
Und weiter im schönsten Amtsdeutsch: „Die Rückholung deutscher Staatsbürger liegt immer in Zuständigkeit @AuswaertigesAmt. Erst wenn ein ziviler Lufttransport aufgrund einer existierenden Bedrohung für die Luftfahrzeuge nicht mehr möglich ist, kann die Bundeswehr mit ihren geschützten Transportflugzeugen dafür eingesetzt werden. So etwas bezeichnet man dann auch als militärische Evakuierungsmission. Das geschieht als Amtshilfeleistung, wie man es auch bei beispielsweise Flutkatastrophen oder der Corona-Hilfe handhabt.“
Für die Ministerin steht nun doch ein Airbus der Luftwaffe bereit. Und Platz für eine PR-wirksame Mitnahme einiger Landsleute in der Ministermaschine ist sicherlich auch noch...
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Ralf Schuler
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