3 Millionen Dollar Schadenersatz: Kalifornisches Gericht macht Meta und Google für Social-Media-Sucht haftbar
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In Kalifornien hat ein Geschworenengericht die Techkonzerne Meta Platforms und Google für die psychischen Folgen bei einer Nutzerin verantwortlich gemacht. Ausschlaggebend waren laut Urteil vor allem Funktionen und Designmechanismen der Plattformen, die eine suchtähnliche Nutzung fördern können.
Das Urteil folgte nur einen Tag nach einer weiteren Entscheidung gegen Meta im Bundesstaat New Mexico. Dort wurde das Unternehmen zu einer Zahlung von 375 Millionen US-Dollar verpflichtet. Das Gericht stellte fest, dass der Konzern Kinder nicht ausreichend vor Ausbeutung geschützt und Nutzer über Sicherheitsfunktionen in die Irre geführt habe.
Gericht erkennt Schadenersatz zu
Im kalifornischen Verfahren sprach das Gericht der Klägerin eine Entschädigung in Höhe von 3 Millionen US-Dollar zu. Die junge Frau, in den Gerichtsakten lediglich als K.G.M. bezeichnet, erklärte, sie sei durch bestimmte App-Funktionen abhängig geworden.
Die Haftung wurde zwischen den Unternehmen aufgeteilt: Meta, Betreiber von Facebook und Instagram, muss demnach 70 Prozent der Summe übernehmen. Die Videoplattform YouTube, die zu Google gehört, trägt die verbleibenden 30 Prozent.
Ursprünglich richtete sich die Klage auch gegen TikTok sowie Snap Inc. Beide Unternehmen einigten sich jedoch außergerichtlich mit der Klägerin. Details zu den Zahlungen wurden nicht veröffentlicht.

Mark Zuckerberg auf dem Weg durch das Kapitol in Washington, D.C., nach einem Treffen mit dem Senat – nur einen Tag nach dem Urteil gegen Meta Platforms.
Zuckerberg verteidigt Unternehmensstrategie
Im Verlauf des Prozesses sagten sowohl Meta-Chef Mark Zuckerberg als auch Instagram-Chef Adam Mosseri aus. Zuckerberg betonte vor Gericht, das Ziel des Unternehmens sei es, „etwas Positives zu schaffen, das einen echten Mehrwert für das Leben der Menschen bietet“.
Meta kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen. Unternehmenssprecher Francis Brennan erklärte gegenüber Forbes, man sei mit der Entscheidung nicht einverstanden und prüfe weitere rechtliche Schritte. Auch Google plant eine Berufung. Sprecher José Castañeda kritisierte, der Fall beruhe auf einem Missverständnis der Plattform YouTube, die „verantwortungsvoll entwickelt worden sei und kein soziales Netzwerk darstelle“.
An den Finanzmärkten fiel die Reaktion verhalten aus: Die Meta-Aktie verzeichnete leichte Zugewinne, während die Papiere der Google-Muttergesellschaft Alphabet minimal nachgaben.
Zahl an Klagen wächst
Der Fall in Kalifornien ist Teil einer zunehmenden Welle von Klagen gegen große Social-Media-Unternehmen. Laut Recherchen des Wall Street Journal sehen sich Meta, TikTok, YouTube und Snap in den USA mit tausenden Verfahren konfrontiert. Kritiker werfen den Plattformen vor, ihre Produkte gezielt so zu gestalten, dass Nutzer möglichst lange online bleiben.
Auch im Verfahren in New Mexico stellte ein Gericht Verstöße gegen Verbraucherschutzgesetze fest. Laut Reuters soll Meta dort mindestens 75.000-mal gegen Regelungen zu unlauteren Geschäftspraktiken verstoßen haben.

Vor der Zentrale von Google in Mountain View, Kalifornien – der Konzern wurde gemeinsam mit Meta im Suchtverfahren haftbar gemacht.
Social Media im Alltag junger Menschen
Aktuelle Studien zeigen, wie stark soziale Netzwerke den Alltag von Jugendlichen beeinflussen. Eine Untersuchung des Pew Research Center aus dem Jahr 2025 ergab, dass 36 Prozent der Teenager nahezu permanent soziale Medien oder Video-Apps nutzen.
Besonders verbreitet sind YouTube und TikTok: 92 Prozent der Jugendlichen gaben an, YouTube zumindest gelegentlich zu verwenden, während 68 Prozent TikTok nutzen.
Die Klägerin schilderte vor Gericht, sie habe bereits im Alter von sechs Jahren mit YouTube begonnen und sei mit neun Jahren zu Instagram gewechselt. „Ich war jeden Tag online, den ganzen Tag“, sagte sie laut Gerichtsprotokollen. Später habe sie gemerkt, dass sie die Nutzung kaum noch kontrollieren könne.
Urteil mit möglicher Signalwirkung?
Beobachter bewerten das Urteil der kalifornischen Geschworenen als möglichen Wendepunkt. Es untermauert die Kritik, dass Plattformdesign und algorithmische Empfehlungen eine intensive Nutzung gezielt fördern können.
Dina Powell McCormick erklärte im Anschluss an das Urteil, dass Meta Platforms erhebliche Ressourcen in Sicherheitsmaßnahmen investiere. Der Schutz der Nutzer – insbesondere junger Menschen – sei ein zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit auf Führungsebene.
Ob das Urteil Bestand haben wird, ist jedoch noch offen. Sowohl Meta als auch Google haben angekündigt, den Fall in höheren Instanzen überprüfen zu lassen.
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