„Sie kamen, um zu foltern und abzuschlachten“: Was die Leichen über den Hamas-Terror verraten
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Um 17:46 Uhr gehen die schweren Türen der Container zum ersten und einzigen Mal auf. Aus den Containern strömt Kondensluft, minus 18 Grad Innenleben. Links und rechts innerhalb der Container sind Metall-Bahren aufgestellt, darauf Säcke mit Leichen, oder besser gesagt: den Überbleibseln von dem, was mal Leichen waren.
NIUS ist vor Ort: In der IDF-Militärbasis Shura nahe der Stadt Ramla erlauben die israelischen Streitkräfte erstmals einen Blick auf die toten Körper der israelischen Zivilisten, die am 7. Oktober von der palästinensischen Terrormiliz Hamas abgeschlachtet worden sind. Es sind Einblicke, die grausam offenbaren, was für ein Martyrium sie erlitten haben. Und die deutlich machen, man muss es so brutal ausdrücken, dass die Täter nicht nur töten, sondern regelrecht schlachten wollten.
Dass ihre Gewalt nur eines zum Ziel hatte: Demütigung, Entstellung und Qual von Unschuldigen.
Ein Horror, wie noch nie gesehen
Der Polizist Commander Bayad erzählt: „Ich sah neulich einen LKW kommen, mit Körpern, die aussahen wie kleine Kindertaschen. Jeder einzelne von ihnen wurde lebendig verbrannt. Nicht ein oder zwei, sondern mehr als 12, 13, 14. Sie wurden erschossen und verbrannt. Das haben sie getan.“
Und weiter: „Ich sah eine Mutter, die ihren Sohn umarmte. Und ich sah, wie sie ihr in den Kopf schossen. Und danach drehten sie ihren Körper um und schossen auch auf das Kind, um sicherzugehen, dass auch das Kind tot ist und nicht zufällig überlebt.“ Einen derartigen Horror habe er in mehr als 27 Jahren nicht erlebt – und Commander Bayad war schon an einigen Terror-Tatorten.

Eine weitere Polizistin erklärte, wie schwierig der Identifizierungsprozess sei. „Wir haben Kinder gesehen, die enthauptet wurden. Wir haben Kinder gesehen, die zerstückelt wurden. Mit der Zeit, weil das ganze Gebiet abgesperrt war, vom Militär geschlossen, begannen die Körper zu verfallen. Und du öffnest einen Beutel und siehst diesen grün-schwarzen Brei, bei dem du nicht einmal weißt, was es ist. Und du musst deine Hände in den Beutel stecken und versuchen, die DNA-Beweise zu bergen.“
Oft seien es nur solche Flüssigkeiten, Knochen, Schädel oder Gliedmaßen, anhand derer die Leichen zugeordnet werden. Auf dem Militärgebäude arbeiten Polizisten, Forensiker, Mediziner, Zahnärzte, Wissenschaftler, Soldaten und Freiwillige mit forensischen Datenbanken und mit Hochdruck, die Leichen zu identifizieren. Sie stehen dabei in engem Kontakt mit Psychologen, die sie betreuen.
Identifizierung anhand von Wangenknochen und Zahnkronen
Die Zahnärztin Dr. Engel erinnert sich an die vergangenen Tage: „Wir sehen Fälle, in denen von einer Person nur noch wenige Knochenfragmente übrig sind. Und damit müssen wir arbeiten, um zu versuchen zu identifizieren. Wir haben viele Familien, die auf ihre Lieben warten.“
Erst gestern Abend habe das Team eine Identifizierung eines Kastens durchgeführt, einer Plastikbox, die mit Asche und einigen Knochenfragmenten kam. Eines dieser Fragmente stellte sich als Teil eines Kiefers mit zwei Implantaten und zwei Kronen heraus. „Alles andere hat das Feuer nicht überstanden, außer diesen Implantaten. Wir konnten die Identifizierung aufgrund des Röntgenbildes der Person durchführen, der diese Implantate gehörten. Es handelte sich um eine etwa 70-jährige Frau, die in ihrem Bunkerschutz lebendig verbrannt wurde. Ihr Sohn suchte überall nach ihr.“
„Sie kamen, um zu foltern und abzuschlachten“
Die Bilder zeigen dabei auch, dass es der Hamas nicht um das Töten ging, zumindest nicht nur: „Wir sahen nicht einen Körper, bei dem es den Tätern nur um das Töten ging“, so die Zahnärztin Maryam, die dort aushalf. Vielmehr seien die Leichen Beweise für Folter und Erniedrigung. „Hamas kam nicht, um zu töten. Sie kamen, um zu missbrauchen. Sie kamen, um zu foltern. Sie kamen, um abzuschlachten. Das ist kein Töten. Wenn du etwas töten willst, schießt du darauf. Du schneidest ihm nicht den Kopf ab, nachdem er tot ist. Du verbrennst ihn nicht lebendig“, so Commander Bayad.
784 Körper wurden hier identifiziert, 688 an Familien verschickt. Insgesamt mehr als 1000 tote Menschen, allesamt gestorben am 7. Oktober, musste das Personal hier untersuchen. Am gestrigen Tag wurden 70 weitere Leichen geliefert, 200 weitere sind unterwegs.
Der Ort, die Shura Militärbasis, sei der „Vorort zur Hölle“, wie es Commander Bayad sagte.
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Jan A. Karon
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