USA bombardieren Iran erneut – Iran meldet Sperrung der Straße von Hormus
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Die USA und der Iran haben sich in der zweiten Nacht in Folge heftig gegenseitig beschossen – womit sich der Konflikt trotz der seit zwei Monaten geltenden Waffenruhe gefährlich hochschaukelt. Irans Militär reagierte auf neue US-Angriffe nach eigenen Angaben mit einer kompletten Sperrung der Straße von Hormus sowie mit Gegenattacken auf Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait. Jedes Schiff, das die für den Öl- und Gashandel wichtige Meerenge zu passieren versuche, werde angegriffen, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Militärführung. Zwei Schiffe sollen laut Rundfunk beschossen worden sein.
Es folgten gegenseitige Dementis. Das US-Regionalkommando Centcom schrieb auf X: «Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von Hormus ein und heraus.» Irans Staatsmedien nannten diese Behauptung falsch. Das US-Militär stellte seine erneuten Angriffe später wieder ein, wie das Regionalkommando Centcom am frühen Morgen auf der Plattform X mitteilte.
Es seien militärische Aufklärungsanlagen, Kommunikationssysteme und Luftverteidigungsstellungen im ganzen Land attackiert worden, die eine Bedrohung für die US-Streitkräfte und internationale Handelsschiffe dargestellt hätten. Das US-Militär bleibe wachsam und kampfbereit, hieß es weiter.
Explosionen im Iran
Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen im Bereich mehrerer Hafenstädte entlang der Südküste. Demnach wurden zwei Menschen verletzt. Laut der Nachrichtenagentur Irna und dem Rundfunk wurden Explosionen nahe den Städten Minab und Sirik beobachtet. Weitere Detonationen gab es Berichten zufolge auch auf der Insel Gheschm und in der Hafenstadt Bandar Abbas.

US-Präsident Trump und US-Verteidigungsminster Pete Hegseth im Cabinet Room des Weißen Hauses
In der Nacht soll es außerdem nahe der iranischen Hauptstadt Teheran mehrere Angriffe gegeben haben. Der staatliche iranische Rundfunk meldete Explosionen in der Pendlermetropole Karadsch, die nur wenige Kilometer von der Millionenstadt Teheran entfernt liegt. Weiter westlich von Karadsch seien Kampfdrohnen gesichtet worden. Details dazu lagen zunächst nicht vor.
Bahrain und Kuwait erneut unter Beschuss
Erst in der Nacht zum Mittwoch hatte das US-Militär als Reaktion auf den Abschuss eines Kampfhubschraubers Flugabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Iran attackiert. Der Iran griff daraufhin US-Stützpunkte in der Golfregion an.
In Reaktion auf die erneuten US-Angriffe attackierten Irans Streitkräfte nach eigenen Angaben abermals Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait. Die Luftfahrtbehörden in Kuwait sperrten deswegen am frühen Morgen den Luftraum für die zivile Luftfahrt. Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilte die Armee mit.

Der Luftraum über Kuwait ist seit dem frühen Morgen gesperrt. (Archivbild)
Auch in Bahrain schrillten die Sirenen, wie das Innenministerium mitteilte. Die Bewohner wurden dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren und den nächsten sicheren Ort aufzusuchen.
In Bahrain sei das regionale Hauptquartier der US-Marine mit Kamikazedrohnen angegriffen worden, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Armee. Ziel waren demnach Flugabwehrsysteme. Irans mächtige Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht des Landes, attackierten nach eigenen Angaben neben einem US-Luftwaffenstützpunkt in Bahrain auch zwei Basen in Kuwait. Insgesamt seien 18 Ziele angegriffen worden, hieß es.
In den beiden Golfstaaten befinden sich wichtige US-Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt sind. Sie waren jüngst mehrfach zum Ziel iranischen Beschusses mit Raketen und Drohnen geworden.
Trump: „Werden sie in Grund und Boden bomben“
US-Präsident Donald Trump warf Teheran laut einem Medienbericht einen besonders schweren Bruch der geltenden Feuerpause vor. Sie sei „die am häufigsten gebrochene Waffenruhe in der Geschichte der Welt“, zitierte ein Reporter des US-Senders Fox News aus einem Gespräch mit dem Präsidenten. Auf welchen Vorfall sich Trump mit diesem Vorwurf konkret bezog, blieb unklar.
Trump habe zwar ein Ende der Bombardierungen in Kürze in Aussicht gestellt, berichtete Fox-News-Reporter Trey Yingst auf der Plattform X. Sollte Teheran jedoch kein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges unterzeichnen, „werden wir sie in Grund und Boden bomben“, drohte Trump demnach.
Iran verbietet Schiffen Durchfahrt durch Straße von Hormus
Offiziell begründete das iranische Militärhauptquartier die angebliche Vollsperrung der Straße von Hormus mit einer «veränderten Sicherheitslage» nach den erneuten US-Angriffen. Sämtlichen Schiffen sei die Passage durch die Meerenge untersagt. Das gelte auch für Öltanker und Frachter, hieß es.

Schiffe in der Straße von Hormus (Archivfoto aus dem Mai)
Die Islamische Republik hatte kurz nach Kriegsbeginn Ende Februar durch Drohungen und Angriffe auf Schiffe den Verkehr in der Meerenge weitgehend zum Erliegen gebracht. Teheran betonte zuletzt, die Straße von Hormus sei nicht blockiert. Faktisch mussten sich Reedereien jedoch mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und durften anschließend nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt der Iran hohe Gebühren. In letzter Zeit hatten nach Angaben Teherans mehrere Schiffe die Straße passiert.
Hegseth: Wollen Krieg nicht wieder anfangen
Die USA verhängten Mitte April ihrerseits eine Seeblockade gegen den Iran, um das Land unter anderem von seinen Öleinnahmen abzuschneiden. Für den Iran ist der Ölexport das wichtigste wirtschaftliche Standbein – und für die Weltwirtschaft ist die Straße von Hormus als Exportroute für Öl, Flüssiggas und Dünger von großer Bedeutung. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte, es gehe bei den neuen Angriffen nicht darum, den Krieg wieder anzufangen. Vielmehr wolle man dadurch Bedingungen für eine Vereinbarung mit dem Iran schaffen.
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