Tel Aviv, Stockholm, Norwegen, Zürich: So eskalieren Konflikte zwischen Asylbewerbern aus Eritrea
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In mehreren Städten ist es am Wochenende zu teils schwerer Gewalt zwischen Asylbewerbern aus Eritrea gekommen.
Bei Straßenschlachten in Tel Aviv in Israel waren am Samstag nach Medienberichten mehr als 150 Menschen verletzt worden, etwa ein Drittel davon Polizisten. Der israeilische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, mit den Ausschreitungen sei „eine rote Linie überschritten“ worden. Netanjahu sprach sich dabei für die Abschiebung von Randalierern aus.
Auslöser der Unruhen war ein Eritrea-Festival, das in der Botschaft des ostafrikanischen Landes in Tel Aviv stattfinden sollte. Kritiker sahen die Veranstaltung als Regierungsropaganda an.
Mehr als 50 Verletzte in Schweden
Auch in Schweden eskalierte die Gewalt zwischen Regimegegnern und -anhängern. Bei gewalttätigen Ausschreitungen am Rande eines eritreischen Kulturfestivals sind in Stockholm mehr als 50 Menschen verletzt worden, mindestens acht davon schwer. Schwedische Medien berichten von etwa 1.000 Demonstranten, die sich am Donnerstag im Norden der Stadt versammelt und Steine auf Polizisten geworfen hätten.
Videoaufnahmen in sozialen Medien zeigen Feuer auf dem Festivalgelände, angezündete und zerstörte Autos und mit Stöcken bewaffnete Männer, die aufeinander losgehen. Augenzeugen und Reporter vor Ort sprachen von chaotischen Szenen und Schlägereien. Rund 180 Menschen wurden laut Polizei festgesetzt, eine Person wurde demnach wegen Verdachts auf Brandstiftung festgenommen.
Steine- und Flaschenwürfe in Norwegen
In Bergen in Norwegen gerieten die Gruppen von Eritreern aneinander. Wie norwegische Behörden mitteilten, seien bei der Auseinandersetzung 100 Personen beteiligt gewesen. Sie schmissen Steine und Flaschen aufeinander, mindestens eine Person wurde verletzt. Die Polizei musste intervenieren.
Auch in der Opfikon im Schweizer Kanton Zürich und in Uzwill im Schweizer Kanton St. Gallen kam es am Samstagabend zu Grosseinsätzen der Polizei wegen einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen verfeindeten Gruppen von Eritreern. Am Abend bestätigte die Kantonspolizei Zürich, dass ein Grosseinsatz der Polizei ab 18 Uhr nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen aus Eritrea angelaufen sei. Mindestens 12 Personen seien dabei verletzt worden.
Zum Jahrestag der Unabhängigkeit von #Eritrea ist es in vielen Städten zu heftigem Streit mit Schlägereien zwischen Gegnerinnen und Gegnern und Anhängerinnen und Anhängern des Regimes in Eritrea gekommen. Auch in #Opfikon (ZH). pic.twitter.com/8cE7Qyiu86
— SRF News (@srfnews) September 3, 2023
Die schweren Gefechte fallen dabei auf den Jahrestag des Kriegsbeginns gegen Äthiopien aus dem Jahr 1961. Dieser führte zur Unabhängigkeit Eritreas. Der Sieger des Konflikts war Isayas Afewerki, der 30 Jahre später, 1993, an die Macht kam und das Land seitdem als strenge Einparteiendiktatur führt, in der die Meinungs- und Pressefreiheit stark eingeschränkt werden. Zudem herrscht ein strenges Wehrdienst- und Zwangsarbeitssystem, vor dem viele Eritreer ins Ausland fliehen.
Anfang Juli kam es auch zu Auseinandersetzungen in Deutschland. In Gießen waren wurden dabei 50 Platzverweise erteilt und 60 Personen nach einem geplanten Angriff auf das Eritrea-Festival in der hessischen Kleinstadt in Gewahrsam genommen. Mehrere Tausend Polizisten waren dabei im Einsatz.
Lesen Sie auch: „Bitte verbreitet solche Falschmeldungen nicht“: Wie die Polizei die Gefahr beim Eritrea-Festival in Gießen herunterspielte
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Jan A. Karon
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