Schon wieder ein Top-Manager tot: Die rätselhaften Fensterstürze von Moskau
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In Russland lebt es sich gefährlich – besonders, wenn man eine Führungskraft ist.
Der gerade erst von Putin entlassene Verkehrsminister Roman Starowoit ist Moskauer Behördenangaben zufolge tot mit einer Schusswaffe in einem Auto gefunden worden. Und: Vor kurzem war die Führungskraft eines russischen Energiekonzerns unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen: Andrej Badalow, Vizechef des staatlich kontrollierten Konzerns Transneft, der das Ölpipelinenetzwerk des Landes betreibt, wurde nach einem Sturz aus dem Fenster seiner Wohnung in Moskau tot aufgefunden, wie russische Medien berichteten. Demnach lebte Badalow in einem Hochhaus an der Rubljowka-Straße, wo viele reiche Russen ihre Villen haben.
Die Staatsnachrichtenagentur TASS meldete, die Rechtsschutzbehörden gingen derzeit von Selbstmord als Todesursache aus. Das Ermittlungskomitee prüfe, ob ein Strafverfahren wegen Mordes eingeleitet werde oder nicht, meldete die Zeitung Kommersant. Badalow habe gesundheitliche Probleme gehabt. Bevor er 2021 zu Transneft kam, wo er für die digitale Transformation und Informationstechnologie zuständig war, arbeitete er jahrelang in der Rüstungsindustrie, schreibt die FAZ.
Viel Selbstmord, manchmal auch Herzversagen
In den vergangenen Jahren hat es eine ganze Reihe von Todesfällen von Führungskräften der russischen Energiebranche gegeben. Im April 2022 wurde der ehemalige Vizechef der Gazprombank, Wladislaw Awajew, mit Frau und Tochter in der Moskauer Wohnung tot aufgefunden. Kurz darauf fand die spanische Polizei den früheren stellvertretenden Vorsitzenden des privaten Flüssiggaskonzerns Novatek, Sergej Protossenja, ebenfalls mit Frau und Tochter, tot in seinem Haus. Anfang Mai 2022 wurde ein Top-Manager des privaten Ölkonzerns Lukoil, Alexandr Subbotin, in einem Haus im Moskauer Umland tot aufgefunden. Den Ermittlern zufolge starb er an Herzversagen.
Im September 2022 kam der damalige Vorstandsvorsitzende von Lukoil, Rawil Maganow, beim Sturz aus dem Fenster eines Moskauer Krankenhauses ums Leben. Auch in diesem Fall ging das Ermittlungskomitee von Selbstmord aus. Im Januar und Februar wurden zwei Top-Manager des staatlichen Gaskonzerns Gazprom in einem edlen Vorort von Sankt Petersburg tot aufgefunden. In beiden Fällen gingen die Ermittler ebenfalls von Selbstmord aus.
Fazit: In Moskau scheinen Fensterstürze häufiger vorzukommen als anderswo. Und die Zahl der Manager, die Depressionen haben und deshalb zur finalen Lösung greifen, ist auch signifikant höher als in anderen Ländern. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
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