Ukrainische Regierung wird neu besetzt +++ Erneuter russischer Beschuss von zivilen Zielen +++ Selenskij will Gebiet um Kursk vorerst halten
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Neues von der Ostfront: Während sich die ukrainische Regierung neu aufstellt, beschiesst das Kreml-Regime zivile Ziele der Ukraine. Derweil möchte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die eroberten Gebiete nahe Kursk benutzen, um ukrainische Ländereien freizutauschen.
Nach zweieinhalb Jahren Krieg steht in der Ukraine eine umfassende Regierungsumbildung an, bei der auch Außenminister Dmytro Kuleba seinen Posten räumen muss. Der 43-jährige Diplomat, der das Außenministerium bereits 2020, noch vor Beginn des russischen Angriffskriegs, übernahm, hatte seinen Rücktritt eingereicht.
Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk veröffentlichte auf Facebook ein Bild von Kulebas handschriftlichem Entlassungsgesuch. Laut Stefantschuk wird der Antrag in einer der nächsten Parlamentssitzungen zur Diskussion stehen.
Kulebas Rücktritt ist Teil einer Welle von Demissionen seit Dienstag, die ebenfalls auf Stefantschuks Facebook-Seite veröffentlicht wurden. Unter den Rücktritten befinden sich auch Olexander Kamyschin, zuständig für die Rüstungsindustrie, Justizminister Denys Maljuska und Umweltminister Ruslan Strilez. Ebenso erklärte Witalij Kowal, der Leiter des Fonds für Staatseigentum, seinen Rückzug.
Weitere Rücktrittsgesuche kamen von den Vizeregierungschefinnen Olha Stefanischyna und Iryna Wereschtschuk, die für europäische Integration bzw. Flüchtlingsangelegenheiten verantwortlich sind. Es wird jedoch vermutet, dass Stefanischyna einen neuen Posten innerhalb der Regierung übernehmen könnte.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits im Juli eine Umstrukturierung der Regierung angekündigt, um die Effektivität inmitten des Krieges zu steigern. Derzeit werden fünf Ministerien von kommissarischen Ministern geführt. Laut David Arachamija, dem Vorsitzenden der Präsidentenpartei „Diener des Volkes“, sind weitere personelle Veränderungen in über der Hälfte der Ministerien zu erwarten. Die endgültige Liste der Neubesetzungen soll am heutigen Mittwoch in einer Fraktionssitzung vorgestellt werden.
Erneuter russischer Beschuss ziviler Ziele
Laut Angaben des ukrainischen Militärs wurde das Land in der Nacht erneut Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen durch Russland. In einigen nördlichen Regionen hielt der Luftalarm am Morgen noch bis 8.30 Uhr Ortszeit an, da russische Drohnen weiterhin im Luftraum gesichtet wurden. Besonders hart traf es die westukrainische Metropole Lwiw, wo nach Angaben von Bürgermeister Andrij Sadowyj mindestens sieben Menschen ums Leben kamen und mindestens 38 verletzt wurden. Unter den Opfern befanden sich drei Kinder.
Ein Wohngebäude nahe dem Bahnhof im Stadtzentrum geriet in Brand, zudem wurden zwei Schulen in der nur 70 Kilometer von der polnischen Grenze entfernten Stadt beschädigt. Aufgrund von Stromausfällen musste die Bahn einige Züge in der Region auf Dieselbetrieb umstellen.
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Bereits am Dienstag waren bei einem russischen Raketenangriff auf die zentralukrainische Stadt Poltawa mehr als 50 Menschen getötet und etwa 270 weitere verletzt worden. Der Krieg, der seit zweieinhalb Jahren von Russland gegen die Ukraine geführt wird, dauert an. Trotz umfangreicher Waffenlieferungen aus zahlreichen Ländern konnte die militärische Lage für die Ukraine bisher nicht entscheidend verbessert werden.

Selenskyj im Gespräch mit NBC News.
Selenskyj will Ländereien nahe Kursk vorerst halten
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass seine Truppen derzeit nicht beabsichtigen, die russische Region Kursk zu verlassen, in die sie am 6. August überraschend vorgedrungen waren. Die Ukraine habe nach eigenen Angaben bisher etwa 500 Quadratkilometer erobert, die als Druckmittel dienen, so Selenskyj in einem Exklusivinterview mit NBC News.
„Unsere Operation hat das Ziel, die territoriale Integrität unseres Landes wiederherzustellen“, betonte Selenskyj in seinem ersten persönlichen Interview seit dem Beginn des Vorstoßes nach Kursk. „Wir nehmen russische Soldaten gefangen, um sie durch ukrainische zu ersetzen. Dasselbe gilt für die Gebiete. Wir haben kein Interesse an ihrem Land.“
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