US-Trend: Taxis ohne Fahrer – im Toaster durch Los Angeles
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Was bei uns unmöglich scheint, ist in den USA Standard. Wer in San Francisco Taxi fahren will, bucht Waymo. Es ist das zweiterfolgreichste Fuhrunternehmen der Stadt. Es sind kleine weiße Jaguars, die für diesen Taxidienst fahren. Sie sehen aus, wie Autos gemeinhin aussehen. Aber es gibt einen Unterschied: Diese Taxis haben keinen Fahrer.
Der neue US-Trend, ausgelöst vom deutschen Erfinder Sebastian Thrun, über den NIUS berichtete: Robotaxis von Waymo. Das Unternehmen ist schon der zweitgrößte Fahrdienstanbieter von Los Angeles. In ganz Kalifornien nutzen 500.000 Passagiere Robotertaxis – jeden Tag. Es gibt mehrere Anbieter, bekannt und spektakulär ist das Robotaxi von Amazon. Es heißt Zoox und sieht aus wie ein riesiger Toaster auf Rädern. Es sind Zweirichtungsfahrzeuge, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet. Im Innenraum gibt es kein Lenkrad und keine Pedale mehr, sondern nur noch eine große Fahrgastzelle, in der sich die Passagiere gegenübersitzen.

Ein Waymo Robotaxi in Aktion in den USA.
Tesla kann überall fahren
Tesla, das ebenfalls an einem Robotaxi arbeitet, setzt dagegen ganz auf neuronale Netze: Sein künstlich intelligentes Fahrerassistenzprogramm wurde mit den Videoaufnahmen geschult, die Millionen von Tesla-Fahrern tagtäglich im Straßenverkehr aufzeichnen. Das automatische Fahrprogramm von Tesla versucht, basierend auf dieser Datenbank, menschliches Verhalten nachzuahmen, indem neuronale Netze die in Echtzeit erfassten Kamera- und Sensordaten auswerten. Auf diese Weise kann Teslas Fahrassistenzprogramm auch in Gegenden fahren, die vorher noch nicht detailliert ausgemessen wurden. Im vergangenen Oktober präsentierte der CEO Elon Musk die ersten Prototypen seines Robotaxis.

Der Prototyp eines Tesla Cyber-Taxis auf der Brüsseler Automobil Show.
Wie sicher sind Robotaxis? Auf jeden Fall deutlich sicherer als menschliche Fahrer. Eine Studie von Swiss Re wertete Hunderttausende Unfalldaten aus und kam zu dem Ergebnis: Die Robotaxis verursachten 88 weniger Sachschäden und 92 Prozent weniger Körperverletzungen als Menschen hinter dem Steuerrad.
Schnee und Hagel verwirren die Sensoren
Eine Schwachstelle der Robotaxi-Technologie sind und bleiben jedoch schlechte Sichtverhältnisse. Schnee, Hagel und schwerer Niederschlag beeinträchtigen die Sensoren von Waymo, das dürfte Einsätze in großen Städten wie New York, Boston oder Washington im Winter vorerst ausbremsen. Wenn es gar nicht mehr geht, fährt das Robotaxi von Waymo an den Straßenrand, schaltet den Motor aus, und es erscheint auf dem Bildschirm folgender Satz: „Schwierige Wetterverhältnisse haben deine Fahrt unterbrochen.“ Das ist ein Satz, den menschliche Fahrer auch manchmal berücksichtigen sollten.
Die Robotaxis nehmen schon jetzt menschlichen Taxifahrern die Arbeit weg. Ein Taxifahrer, der für den Konkurrenten Lyft fährt, sagt: Er merke die neue Konkurrenz durch die Robotaxis bereits. „Die Robotaxis müssen nicht schlafen, nicht essen und nicht aufs Klo“, sagt der Mann, der an diesem Nachmittag bereits seit fünf Uhr morgens fährt. „Damit kann ich nicht konkurrieren.“
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