Viktor Orbans Hammersätze: „Deutschland schmeckt und riecht nicht mehr wie früher“
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Es sind Hammersätze voller Unhöflichkeit. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat sie am Wochenende gesagt – ausgerechnet bei seinem Deutschland-Besuch. Man muss Orban nicht mögen. Man sollte aber über diese dramatischen Worte nachdenken, sagt mir mein gesunder Menschenverstand.
Hier sind sie: „Es schmeckt nicht mehr wie früher, es riecht nicht mehr wie früher, dieses ganze Deutschland ist nicht mehr das, was unsere Großeltern und Eltern uns als Beispiel genannt haben.“
„Migranten sind in Deutschland keine Gäste mehr“
Viktor Orban hat dieses Bekenntnis dem staatlichen Radiosender Kussuth in einem Interview mitgeteilt, aus dem die FAZ zitiert. Der Ministerpräsident weiter: Frühere Generationen hätten zu ihren Kindern gesagt: „Sohn, wenn du fleißige Leute sehen willst, dann geh nach Deutschland, wenn du gut organisierte Arbeit in Deutschland sehen willst, dann geh dorthin, wo es Ordnung gibt“, sagte Orban weiter. Nun sei Deutschland hingegen „eine bunte, veränderte multikulturelle Welt“, in der „Migranten nicht länger Gäste“ seien. „Das ist eine sehr große Veränderung.“ Es gehe nicht länger darum, dass die Deutschen Migranten aufnehmen würden, „sondern dass linksgerichtete Regierungen im Schnellverfahren die Staatsbürgerschaft gewähren, Familienzusammenführung, was auch immer, Hunderttausende von Menschen“, sagte Orban.
Deutschland gilt als Weichei

Orban (links) und Scholz beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn am 19. Juni. Die Staatschefs saßen nicht nebeneinander.
Ich weiß nicht, ob Orban diese Gedanken beim Fußballspiel Deutschland gegen Ungarn (2: 0) kamen. Oder weil er in der MHP-Arena in Stuttgart neben Bundeskanzler Scholz saß, was wahrscheinlich auch nicht vergnügungssteuerpflichtig ist. Oder weil er – und das vermute ich – ein Deutschlandbild in sich trug, dass er nun mitteilen wollte. Natürlich sind die Sätze auch politisch kalkuliert und motiviert. Ungarn gilt als Enfant terrible in der Migrationsfrage (Politik der geschlossenen Grenzen), Deutschland als Weichei, um es mal salopp zu sagen.
Viktor Orban war nach Berlin gekommen, um Bundeskanzler Scholz (SPD) das Programm des am 1. Juli beginnende ungarischen EU-Ratsvorsitzes vorzustellen. Dabei bezeichnete er die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als Produkt einer „Koalition für Krieg und Migration“. Auch das ist nicht gerade höflich, aber direkt. Die Hammersätze aber behielt er sich für den ungarischen Radiosende vor,
Manchmal muss einer von draußen kommen, um denen drinnen zu sagen, wie es ihnen geht.
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