Vor der Europawahl: Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen im Zentrum Kopenhagens angegriffen
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Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ist am Freitag im Zentrum von Kopenhagen von einem Mann angegriffen worden. Das bestätigte Frederiksen Büros, nachdem zuvor die dänischen Nachrichtenagentur Ritzau darüber berichtet hatte. Frederiksen sei „schockiert von dem Vorfall“.
Wie die Zeitung BT unter Berufung auf zwei Augenzeugen berichtet, sei Frederiksen gegen 18:00 Uhr in der Altstadt angekommen. Ein Mann sei aus der entgegengesetzten Richtung gekommen und habe sie hart gegen die Schulter gestoßen, sodass die Ministerpräsidentin ins Taumeln geriet. Anschließend habe sich die dänische Regierungschefin in einem nahe gelegenen Café hingesetzt. Der Mann habe versucht, wegzurennen. Er sei aber nicht weit gekommen, bevor Männer in Anzügen ihn gepackt und zu Boden gestoßen hätten.
Die Polizei in Kopenhagen schrieb auf der Plattform X, dass sie eine Person festgenommen habe. Zur Identität der festgenommenen Person und dem Motiv wurden keine Angaben gemacht.
Wie in anderen EU-Ländern läuft in Dänemark der Wahlkampf für die Europawahl am morgigen Sonntag. Frederiksen unterstützte in den vergangenen Tagen die Kampagne der sozialdemokratischen Spitzenkandidatin Christel Schaldemose. Sie gilt als migrationskritisch und setzte seit Amtsbeginn 2019 einen Anti-Einwanderungs-Kurs durch.
Von der Leyen spricht von einer „verachenswerten Tat“
EU-Ratspräsident Charles Michel verurteilte den „feigen Akt der Aggression“. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola sprach von einem „empörenden“ Angriff und betonte, Gewalt habe keinen Platz in der Politik. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilte mit: „Ich verurteile diese verachtenswerte Tat, die allem widerspricht, woran wir in Europa glauben und kämpfen. Ich wünsche Dir Kraft und Mut – ich weiß, dass Du von beidem reichlich hast.“

Sagte, die Tat „widerspricht, woran wir in Europa glauben und kämpfen“: Ursula von der Leyen.
In der jüngeren Vergangenheit fielen mehrere Politiker in Europa öffentlichen Angriffen zum Opfer. Besonders große Aufmerksamkeit erregte die Attacke auf den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico, der am 15. Mai von einem Regierungsgegner angeschossen und lebensgefährlich verletzt wurde. Auch in Deutschland gab es mehrere Angriffe. So wurde in Dresden der SPD-Wahlkämpfer Matthias Ecke beim Aufhängen von Wahlkampfplakaten krankenhausreif geschlagen. Erst neulich griff ein Mann in Mannheim einen AfD-Politiker mit einem Messer an. Insgesamt fallen in Deutschland Politiker der AfD politisch motivierter Gewalt am häufigsten zum Opfer, wie die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Innenpolitikers Martin Hess zeigt.
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